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London Blues verschenken Sieg in letzter Minute gegen PRS Anderlecht

London - 79.500 Zuschauer im ausverkauften Stamford Bridge sahen an diesem Champions-League-Abend ein Spiel, das wie ein sicherer Sieg aussah - bis es das nicht mehr war. Die London Blues führten 1:0, kontrollierten Ball und Gegner, und ließen die belgischen Gäste von PRS Anderlecht weitgehend harmlos aussehen. Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn nicht ein linker Verteidiger namens Wouter Baus in der 94. Minute auftauchte und die Blues in die kollektive Verzweiflung schoss. Endstand: 1:1 (1:0).

"Das fühlt sich an wie eine Niederlage", knurrte Blues-Coach Fabio Rapi nach dem Abpfiff. "Wir hätten den Sack zumachen müssen - und stattdessen haben wir das Geschenkpapier vergessen." Seine Mannschaft hatte 56 Prozent Ballbesitz, spielte in der ersten Halbzeit wie ein Uhrwerk, aber ließ zu viele Chancen liegen.

Der Anfang war verheißungsvoll. Schon nach fünf Minuten prüfte Christoph Steffen den belgischen Keeper Glenn De Maere mit einem satten Schuss aus spitzem Winkel. Der Ball rauschte knapp vorbei, und Steffen grinste in Richtung Tribüne, als wolle er sagen: "Das war nur die Aufwärmung." Der Schweizer Flügelspieler schien in den ersten 20 Minuten überall zu sein - rechts, links, im gegnerischen Strafraum, manchmal gefühlt auch auf der Tribüne beim Hotdog-Stand.

In der 25. Minute fiel dann das verdiente 1:0: Gabriel Hathaway traf nach einer butterweichen Flanke von Innenverteidiger Rhys Bosworth. Ein Tor, das zeigte, dass auch Abwehrspieler Passstafetten beenden können. Hathaway jubelte mit ausgestreckten Armen, während Bosworth bescheiden in den Himmel blickte, als wollte er sagen: "Ich wollte eigentlich nur klären."

Das Publikum sang, die Blues kombinierten, und Anderlecht wirkte wie ein Team, das vergessen hatte, dass es sich in einem Champions-League-Achtelfinale befand. Trainer Markus Meyer stand stoisch an der Seitenlinie, die Hände in den Taschen, der Blick irgendwo zwischen Verzweiflung und tiefem Glauben an den Fußballgott. "Wir wollten ruhig bleiben", erklärte er später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Galgenhumor und Stolz pendelte. "Und dann kam Wouter."

Bis dahin war Wouter Baus, der linke Verteidiger, hauptsächlich durch energische Vorstöße und eine Gelbe Karte in der 9. Minute aufgefallen. Doch in der Nachspielzeit, als selbst die Londoner Reservespieler schon über den Rückflug nach Brüssel witzelten, fasste er sich ein Herz. Eine Flanke von Theo Edgecomb segelte durch den Strafraum, Bent Ipsen im Tor der Blues zögerte eine Zehntelsekunde zu lang - und Baus drosch den Ball in die Maschen wie ein Mann, der gerade seine Stromrechnung beglichen hat.

Das Stadion verstummte für einen Moment, bevor ein Raunen durch die Ränge ging. Einige Fans warfen ungläubig die Hände in die Luft, andere klatschten anerkennend. "Das war eine dieser Szenen, in denen du weißt, dass du gleich in den Highlight-Clips landest", grinste Baus nach dem Spiel.

Statistisch gesehen hatte Anderlecht den Punkt verdient: 13 Torschüsse gegenüber 8 der Blues, 51 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und eine kämpferische Aufholjagd, die in der Schlussphase fast heroisch wirkte. In der 82., 85. und 86. Minute hagelte es Gelbe Karten - Sean Prentiss, Felipe Viana und Marcel Bonald wollten offenbar sicherstellen, dass der Schiedsrichter nicht ohne Schreibarbeit nach Hause ging.

"Wir haben das Spiel kontrolliert, aber nicht entschieden", fasste Blues-Mittelfeldmann Prentiss zusammen. "Und wenn du in der Champions League in der 94. Minute schläfst, sagt dir der Gegner gute Nacht."

Für Fabio Rapi bleibt die Erkenntnis, dass Ballbesitz nicht automatisch Siege garantiert. Seine Mannschaft spielte mit "ausgewogener Ausrichtung" und "sicherem Abschlussverhalten", wie es die Taktiktafel nannte - aber am Ende fehlte der Killerinstinkt. Markus Meyer dagegen dürfte mit seiner Entscheidung, in der Schlussphase auf Pressing und volles Risiko zu setzen, goldrichtig gelegen haben.

Das Rückspiel in Brüssel wird zum Nervenspiel. Ein Auswärtstor in London ist Gold wert - oder, wie Meyer es formulierte: "Wir haben ein kleines Stück Himmel aus Stamford Bridge mitgenommen."

Und die Blues? Sie müssen lernen, dass ein 1:0 keine Einladung ist, die Füße hochzulegen. Sonst bleibt vom Traum vom Viertelfinale nur das Echo eines belgischen Jubelschreis in der Londoner Nacht.

04.01.643991 21:45
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