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London Blues überrollen Newcastle - ein Abend zum Vergessen für die Geordies

Es war einer dieser Abende, an denen man in Newcastle lieber früher ins Pub gegangen wäre. Vor 36.212 Zuschauern im St. James’ Park - die meisten davon wohl bald schweigend - wurden die Geordies von den London Blues mit 0:4 (0:2) regelrecht überfahren. Die Blues, kühl und effizient, ließen keinen Zweifel daran, wer an diesem 13. Spieltag der 1. Liga England den Ton angibt.

Schon nach zehn Minuten zappelte der Ball im Netz der Gastgeber. Bradley Hensley, der quirlig-linke Mittelfeldmann der Londoner, nahm einen cleveren Pass von Innenverteidiger Paul Frost auf und schlenzte das Leder unhaltbar für Keeper Jake Williamson ins lange Eck. Trainer Fabio Rapi ballte die Faust, während Newcastle-Coach Konstantin Ratai sich noch mit seinem Notizblock abmühte - vermutlich, um den Schaden zu begrenzen. "Wir wollten eigentlich kompakt stehen", murmelte Ratai später. "Aber manchmal will der Fußball einfach nicht, dass du kompakt stehst."

Nur acht Minuten später folgte der nächste Tiefschlag: Luke Badham traf nach einem feinen Solo über rechts, José Makukula hatte zuvor mustergültig vorbereitet. 0:2, und die Geordies schauten sich gegenseitig an, als hätten sie gerade erfahren, dass Montagmorgen vorverlegt wurde.

Die London Blues kontrollierten das Spiel mit 55 Prozent Ballbesitz und 19 Torschüssen - eine Statistik, die noch schmeichelhaft für Newcastle klingt. Die Gastgeber kamen auf ganze drei Abschlüsse. Einer davon, in der 23. Minute, von Alberto Rocha, landete irgendwo in der dritten Reihe. "Ich hab den Wind falsch eingeschätzt", sagte Rocha nach dem Spiel mit einem schiefen Grinsen. Ein Windstoß, der 15 Meter nach oben zieht - das muss schon ein Orkan gewesen sein.

Nach der Pause hofften die Fans auf ein Wunder, doch London blieb unbarmherzig. In der 49. Minute erhöhte Routinier Mason Staunton nach Vorlage von Hensley auf 0:3. Das Stadion wurde still - so still, dass man das Klicken der Londoner Kameras hörte, als der Jubelzug Richtung Gästeblock zog. "Wir wollten zeigen, dass wir auch auswärts eiskalt sein können", erklärte Staunton. "Mission accomplished", grinste er.

Eric Beauvilliers setzte in der 60. Minute den Schlusspunkt. Wieder leitete Hensley ein, der an diesem Abend an drei Treffern beteiligt war. Der Franzose schob überlegt ein - 0:4, und die London Blues spielten fortan so, als würde das Training beginnen.

Für Newcastle kam es noch dicker: Innenverteidiger Esteban Bermudo verletzte sich in der 63. Minute und musste ausgewechselt werden. Frederic McLeod übernahm, allerdings ohne sichtbaren Einfluss auf das Spiel. Im Gegenteil, kurz darauf wechselte auch London durch - Keeper Bent Ipsen durfte vorzeitig duschen, Nachwuchsmann Luke Prentiss bekam seine Chance, ebenso der 19-jährige Ivica Leko, der prompt in der 71. Minute einen Fernschuss wagte. Kein Tor, aber immerhin Applaus von Trainer Rapi: "Ich mag Spieler, die Mut haben - und keine Angst vor dem Ball."

In der 75. Minute sah Hensley noch Gelb - wohl aus purer Langeweile, nachdem er zuvor als Vorlagengeber und Torschütze glänzte. Er grinste, als der Schiedsrichter die Karte hob, und klopfte dem Referee auf die Schulter. "Ich wollte nur, dass er weiß, dass ich auch defensiv arbeiten kann", witzelte Hensley später.

Newcastle-Coach Ratai wirkte nach Schlusspfiff ratlos. "Wir hatten einen Plan, aber der Plan hat uns verlassen", sagte er mit ernster Miene. "London war in jeder Hinsicht besser - schneller, präziser, frustrierend professionell."

Rapi hingegen hatte Mühe, seine Freude zu verbergen. "Das war kein Spaziergang, das war eine Demonstration", meinte der Italiener mit einem Augenzwinkern. "Aber ich habe meinen Spielern gesagt: Wenn ihr schon vier schießt, dann bitte keine fünf - wir wollen ja Freunde behalten."

Am Ende blieb den Geordies nur der Applaus der eigenen Fans, die trotz des Debakels ihre Mannschaft mit Gesängen verabschiedeten. Ein kleiner Trost an einem bitterkalten Januarabend, an dem alles schiefging, was schiefgehen konnte. "Vielleicht haben wir heute gelernt, wie man richtig verliert", sagte Kapitän Vitor Pinto. "Aber ehrlich gesagt: Das reicht mir für diese Saison."

Die London Blues dagegen reisen mit breiter Brust zurück in die Hauptstadt - und mit einem Torverhältnis, das noch schöner klingt als ihr Vereinslied.

Ein Abend, der in Newcastle schnell vergessen werden soll - und in London wohl noch lange erzählt wird.

16.06.643987 19:02
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