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London Blues überrollen Bristol - ein Pokalabend zum Vergessen für die Robins

Es war einer jener Abende, an denen man sich als Heimfan fragt, ob man vielleicht doch lieber Netflix hätte anmachen sollen. 16.000 Zuschauer im sonnendurchfluteten Bristol-Stadion wollten ihre Robins im Pokal-Achtelfinale fliegen sehen - am Ende flatterten nur die Nerven, während die London Blues mit eiskalter Präzision einen 4:0-Auswärtssieg in den Rasen brannten.

Schon die ersten Minuten deuteten an, wohin die Reise gehen würde: Die Blues, jung, schnell und unverschämt selbstbewusst, spielten, als gäbe es keinen Morgen. Benjamin Ross prüfte in der 4. Minute den Torwart, David Neres tat es ihm gleich - ein 18-Jähriger mit der Körpersprache eines alten Routiniers. "Ich wollte einfach Spaß haben", grinste Neres später, "und Spaß hatten wir, glaube ich, alle - außer vielleicht die da hinten in Rot."

Die Robins bemühten sich redlich. Jacques Blanchett versuchte in der 6. Minute, das Spiel in die richtige Richtung zu lenken, aber sein Schuss war mehr freundliche Erinnerung als echte Gefahr. Bristol hatte am Ende 42 Prozent Ballbesitz, aber das fühlte sich an wie 20, so selten sahen sie den Ball im zweiten Drittel.

Kurz vor der Pause dann der Doppelschlag, der das Spiel im Grunde entschied: In der 45. Minute flankte Marcus Rashford butterweich von rechts, Neres stieg hoch und köpfte zum 0:1 ein. Während die Fans noch nach Luft schnappten, klingelte es wieder - diesmal durch Luke Badham, der nach feiner Ablage von Ross den Ball trocken flach ins Eck schlenzte. Zwei Tore in zwei Minuten, und Bristol schaute sich verdutzt an, als hätte man ihnen gerade erklärt, das Abseits sei abgeschafft worden.

"Wir wollten in der Pause einfach nur durchatmen", sagte Trainer Fabio Rapi später mit einem Augenzwinkern. "Aber dann dachten wir, ach komm, machen wir’s richtig." Und richtig machten sie’s: Nach der Pause blieb London gnadenlos. 19 Schüsse aufs Tor, 57 Prozent Ballbesitz, und ein Pressing, das eher nach Dauerfeuer aussah als nach "BEHIND"-Taktik, wie es im Matchplan stand.

Bristol versuchte es mit Kampfgeist - Benjamin Edgecomb kassierte in der 58. Minute Gelb, als er Neres etwas zu stürmisch begrüßte. Sein Kommentar dazu: "Ich wollte nur zeigen, dass wir auch noch da sind." Man glaubte es ihm, aber der Ball glaubte es nicht.

In der 79. Minute kam Samuel Lancaster, 20 Jahre jung und schon mit einer Abgeklärtheit, die an einen jungen Henry erinnerte, und traf nach Rashford-Zuspiel zum 0:3. Das Stadion verstummte. Nur die Fans der Blues sangen, und selbst das wirkte höflich.

Doch es sollte noch bitterer kommen: In der 85. Minute legte Marcio Deco quer, Neres lauerte und versenkte eiskalt zum 0:4-Endstand. Vier Tore, vier unterschiedliche Vorlagengeber, und ein Spiel, das die Londoner beinahe lehrbuchhaft kontrollierten.

"Wir waren heute einfach zu brav", murmelte Bristol-Kapitän Riley Carmody später. "Manchmal sieht man aus wie Statisten im eigenen Film." Trainer Rapi hielt sich nicht zurück: "Wenn meine Jungs so spielen, frage ich mich nur, warum wir das nicht jedes Wochenende hinkriegen."

Die Statistiken untermauern das Debakel: 19 zu 5 Torschüsse, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Blues, kein einziger Treffer für Bristol. Selbst die Eckbälle sahen überfordert aus.

Nach dem Abpfiff applaudierten die Robins-Fans dennoch - vielleicht aus Trotz, vielleicht aus Bewunderung für den Gegner. Auf der Tribüne hörte man einen älteren Herrn murmeln: "Wenn man schon verliert, dann wenigstens gegen Kunst."

Die London Blues ziehen damit souverän ins Viertelfinale des Pokals ein, während Bristol den Abend wohl schnell vergessen möchte. Oder, wie ein enttäuschter Fan beim Hinausgehen sagte: "Das war nicht Fußball, das war ein Workshop in Demut."

Bleibt nur zu hoffen, dass die Robins ihre Flügel wiederfinden - und dass der nächste Gegner der Blues besser vorbereitet ist. Denn wer gegen diese Londoner spielt, sollte besser den Wecker früh stellen: Sie beginnen pünktlich, treffen zuverlässig und hören erst auf, wenn der letzte Ball im Netz liegt.

27.01.643991 21:37
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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