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London Blues tanzen Utrecht schwindelig - 5:2-Gala an der Themse

Es war ein Abend, an dem die London Blues die Flutlichter an der Stamford Bridge (oder zumindest deren europäisches Pendant) zum Glühen brachten. 55.650 Zuschauer bekamen beim 5:2 (4:1) gegen ASOT Utrecht mehr geboten als mancher Netflix-Abend hergibt: sieben Tore, ein Platzverweis, Gelbe Karten im Sammelmodus - und einen Joel Primes, der aussah, als hätte er vergessen, dass er schon über 30 ist.

Schon nach sieben Minuten begannen die Blues ihr Feuerwerk. Primes, der Linksfuß mit der Präzision eines Uhrmachers, traf nach feiner Vorarbeit von Christoph Steffen zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten - und gehofft, dass der Torwart noch beim Aufwärmen ist", grinste Primes später.

Utrecht, von Trainer Silencio Stilloliv mit offensivem Flügelspiel eingestellt, antwortete mit langen Bällen und viel Pathos, aber wenig Zählbarem. Stattdessen legte Primes in Minute 16 nach - diesmal nach einem butterweichen Pass von Rechtsverteidiger Joshua Greenwald. 2:0, und die Blues wirkten, als wollten sie das Spiel schon in der ersten halben Stunde erledigen.

ASOTs junger Stürmer Barend Dorland brachte in der 24. Minute kurz Hoffnung ins Gästeteam. Nach Pass von Noach Schaffer netzte er kaltschnäuzig ein - und rannte jubelnd Richtung Eckfahne, als hätte er das Champions-League-Finale entschieden. Doch die Blues hatten auf diesen Spaß wenig Lust. Nur vier Minuten später war wieder Joel Primes zur Stelle, diesmal nach Vorarbeit von Sean Prentiss. 3:1 - und die Tribüne sang, als gäbe es kein Morgen.

In der 39. Minute dann das 4:1: Jose Maria Farinos schlenzte den Ball nach Vorlage von Gabriel Hathaway ins Tor. "Ich hab’s kurz überlegt - und dann dachte ich: Na gut, ein bisschen Zauber kann man ja mal zeigen", sagte Farinos hinterher mit einem Augenzwinkern.

Zur Pause war die Partie im Grunde entschieden, aber London-Coach Fabio Rapi wollte keine Nachlässigkeit sehen. "Ich kenne meine Jungs - wenn sie zu früh lachen, lachen sie nachher nicht mehr", mahnte er in der Kabine.

In Halbzeit zwei wurde das Spiel ruppiger. Felipe Viana holte sich in der 51. Minute Gelb ab - symbolisch für die wachsende Schärfe. Utrecht gab sich nicht auf, und Joris Raymer verkürzte nach 62 Minuten per Distanzschuss auf 4:2. "Ich dachte, der Ball fliegt in die Themse", witzelte Raymer später, "aber anscheinend hatte er andere Pläne."

Die Blues reagierten prompt. In der 75. Minute zirkelte Greenwald den Ball nach Vorarbeit von Farinos ins Netz - das 5:2 und das endgültige Ende aller Zweifel. Danach durfte der 19-jährige Samuel Lancaster sein Europaliga-Debüt feiern, ebenso Youngster Ivica Leko, während Utrecht langsam die Nerven verlor.

Zuerst sah Jelle Van Schoonhoven Gelb (66.), dann Karel Van Buren (83.), und in der Nachspielzeit verabschiedete sich Van Schoonhoven sogar mit Gelb-Rot. "Er sagte, er wollte nur den Ball", erklärte Stilloliv trocken. "Leider meinte er wohl den Ball in der siebten Reihe."

Bei aller Spielfreude der Blues war es auch ein statistisch ausgeglichenes Spiel - zumindest auf dem Papier: 52 Prozent Ballbesitz für London, 48 für Utrecht. Doch die 15 zu 7 Torschüsse sprachen eine deutlichere Sprache. Die Blues spielten "balanced", aber effektiv, während Utrecht mit langen Pässen und Flügelangriffen eher den Stil "Hoffen und Bangen" pflegte.

Nach dem Schlusspfiff umarmte Fabio Rapi seinen dreifachen Torschützen Primes und sagte: "Wenn er so weitermacht, muss ich ihm demnächst eine Torprämie aus meiner eigenen Tasche zahlen." Primes grinste nur und verschwand in der Kabine - vermutlich, um seinen Ball fürs nächste Spiel zu polieren.

Utrecht dagegen verließ das Feld mit hängenden Köpfen, aber nicht ohne Selbstironie. "Fünf Gegentore sind besser als sechs", meinte Stilloliv mit einem bitteren Lächeln. Und sein Kapitän Raymer fügte hinzu: "Wir wollten mutig spielen - und das haben wir getan. Vielleicht ein bisschen zu mutig."

So endete der Abend mit tosendem Applaus für die Blues, die sich mit diesem Sieg in der Europaliga-Gruppe eindrucksvoll zurückmeldeten. Ein Abend voller Tempo, Tore und typisch britischem Humor - zumindest auf der einen Seite.

Oder wie ein älterer Fan auf der Tribüne es formulierte: "So spielt man Fußball, mein Junge - und so verliert man ihn auch."

26.05.643987 11:43
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