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Ein kalter Januarabend in London, Flutlicht über der Stamford Bridge - pardon, im "Blues-Dome", wie die Fans ihr Stadion liebevoll nennen - und 55.650 Zuschauer, die sich warmklatschten. Am Ende war es ein klarer 2:0-Erfolg der London Blues gegen Astra Tripolis, ein Spiel, das weniger an Drama als an britische Effizienz erinnerte. Von der ersten Minute an war klar, wer hier den Ton angibt. Die Blues, unter der Leitung von Fabio Rapi, ließen den Ball laufen, als wollten sie den Rasen polieren. 57 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse - und gefühlt doppelt so viele Seufzer von Astra-Trainer Kostas Karagounis, der an der Seitenlinie mit den Händen fuchtelte, als könnte er damit den Ballbesitz zurückerobern. "Wir wollten über Konter kommen", erklärte Karagounis später mit einem gequälten Lächeln. "Aber dafür braucht man den Ball." Schon in den ersten Minuten prüfte Mason Staunton den griechischen Keeper Hartmut Breuer mehrfach, doch dessen Reflexe hielten die Gäste im Spiel. Zumindest bis zur 28. Minute: Gabriel Hathaway, 24 Jahre jung und mit dem Selbstvertrauen eines Mannes, der genau weiß, dass heute sein Abend ist, schlenzte nach schöner Vorlage von Bradley Hensley den Ball ins lange Eck - 1:0. Die Londoner Fans im Chor: "Easy, easy!" Hensley selbst schien sich nach dem Treffer kurz in der eigenen Heldengeschichte zu wähnen, bevor ihn später der Schiedsrichter mit einer roten Karte in Minute 86 unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückholte. "Ich wollte nur den Ball spielen", beteuerte er nach Abpfiff. Sein Trainer Fabio Rapi grinste trocken: "Ja, und er hat ihn auch gespielt - nur leider mit beiden Beinen gleichzeitig." Astra Tripolis versuchte nach der Pause, mehr Druck aufzubauen, doch die Realität sah anders aus. Gerade 2 Schüsse aufs Tor standen am Ende auf ihrem Konto - einer davon in der 87. Minute, fast schon aus Mitleid. Ihre Offensive wirkte wie eine griechische Tragödie: viel Pathos, wenig Wirkung. Und während Tripolis noch überlegte, wie man den Ball aus der eigenen Hälfte bekommt, schlug Hathaway erneut zu. In der 48. Minute krönte er eine sehenswerte Kombination über Jose Maria Farinos mit seinem zweiten Treffer. Breuer streckte sich vergeblich - 2:0. Das Publikum tobte, Hathaway rannte zur Eckfahne, ballte die Faust, und selbst der sonst so stoische Rapi konnte sich ein Schulterklopfen nicht verkneifen. "Gabriel hat einfach dieses Näschen", sagte der Coach später. "Und manchmal auch den richtigen Schuh." Nach dem zweiten Treffer schalteten die Blues in den Verwaltungsmodus. Das passte: Ihre taktische Ausrichtung blieb "balanced", der Einsatz "standard" - britische Sachlichkeit in Reinkultur. Mit dem sicheren Vorsprung im Rücken brachte Rapi in der 68. Minute den jungen Samuel Lancaster, 19, für Hathaway. Der Teenager durfte ein paar Akzente setzen und hätte beinahe das 3:0 gemacht, hätte der Ball nicht lieber das Außennetz geküsst. Astra dagegen wechselte fleißig: drei neue Verteidiger in 15 Minuten, als wollte man das Ergebnis mit Beton sichern. Doch Beton zieht bekanntlich nur dann an, wenn man ihn nicht ständig bewegt. Die Gelb-Rote Karte für Vincent Corona in der Nachspielzeit setzte dem ohnehin gebrauchten Abend der Griechen die Krone auf. "Ich habe den Schiedsrichter gefragt, ob er sicher ist", erzählte Corona nach dem Spiel. "Er nickte. Also ging ich." Die Statistik sprach am Ende eine deutliche Sprache: 57 Prozent Ballbesitz, 14:2 Torschüsse, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Die Blues dominierten, ohne zu glänzen - aber manchmal reicht genau das. "Wir müssen nicht schön sein", lächelte Rapi auf der Pressekonferenz, "wir müssen nur gewinnen." Astra-Trainer Karagounis fand immerhin Humor in der Niederlage: "Wir haben zwei Tore kassiert, aber kein drittes. Das ist Fortschritt." Und so verließen die London Blues den Platz mit drei Punkten, zwei Toren von Hathaway, einem Platzverweis und der Gewissheit, dass an diesem Abend alles nach Plan lief - fast alles zumindest. Denn als Hensley nach seiner roten Karte in die Kabine stapfte, rief ein Fan von der Tribüne: "Bradley, next time just wave!" Der Mittelfeldmann drehte sich um, grinste und hob tatsächlich die Hand. Ein versöhnlicher Moment - und vielleicht das schönste Bild eines Spiels, das keiner so schnell vergessen wird. 11.07.643987 17:59 |
Sprücheklopfer
Das, was ich schon die letzten 20 Jahre gemacht habe, mich wichtig machen und deppert reden!
Toni Polster auf die Frage, was er im Gladbach-Management tun werde