Football Today
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London Blues siegen knapp - Southampton kämpft vergeblich

Ein kalter Februarabend, Flutlicht an der Südküste, 50.024 Zuschauer im St. Mary’s Stadium - und ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Dramatik und jene typisch englische Mischung aus Kampf und Chaos. Am Ende jubelten die London Blues, die mit einem 2:1-Sieg bei Southampton drei wichtige Punkte aus dem 19. Spieltag der 1. Liga England entführten.

Schon früh war klar, dass die Blues mit ernsthaften Absichten angereist waren. Trainer Fabio Rapi hatte seine Elf gewohnt kontrolliert eingestellt, "balanced", wie es in der Taktiktafel so schön heißt. Und tatsächlich wirkte das Spiel der Gäste in den ersten Minuten wie aus einem Lehrbuch: klare Staffelung, kluge Ballzirkulation - und in der 21. Minute fiel die verdiente Führung. Connor Lansbury, der Mittelfeldmotor der Blues, verwandelte nach feinem Zuspiel von Samuel Forsythe eiskalt. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Lansbury später, "normalerweise fliegt so ein Ding in die Themse." Diesmal aber nicht: 0:1.

Southampton, unter Coach Raine Maida offensiv eingestellt, wirkte in dieser Phase wie ein Boxer, der zu viele Jabs kassiert, aber noch an den Lucky Punch glaubt. Joshua Ackland versuchte es mehrfach aus spitzem Winkel (14., 36., 37. Minute), doch Blues-Keeper Bent Ipsen war stets zur Stelle - mit jener stoischen Ruhe, die Torhüter mit leichtem Bartwuchs und viel Selbstvertrauen auszeichnet.

Mit 0:1 ging’s in die Kabine. "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen endlich das tun, was sie trainieren: nämlich Fußball spielen", knurrte Maida später leicht ironisch. Und siehe da: Nach dem Seitenwechsel kam Southampton wie verwandelt zurück. Mehr Ballbesitz (am Ende 51,7 Prozent), mehr Einsatz, mehr Mut.

In der 68. Minute war es endlich so weit: Marc Muster, der unermüdliche Rechtsaußen, traf nach schöner Vorlage von Bojan Smiljanic zum 1:1. Das Stadion explodierte. "Das war pure Erleichterung", sagte Muster, "ich wollte eigentlich flanken, aber der Ball hat sich entschieden, Tor zu werden."

Doch kaum hatten die Saints das Momentum, kam der nächste Nackenschlag: Zehn Minuten später konterten die Blues eiskalt. Owen Ward, der bis dahin unauffällige linke Flügel, tauchte plötzlich im Strafraum auf und drückte nach Pass von Felipe Viana zum 1:2 ein (78.). Während die Londoner Bank jubelte, starrte Maida mit verschränkten Armen ins Leere. "Wir waren für fünf Minuten nicht da - und das reicht gegen so ein Team", resümierte er.

Die letzten zehn Minuten wurden dann zur reinen Nervenprobe. Southampton warf alles nach vorn - inklusive des sonst eher defensiv orientierten Oliver Couture, der in der 75. Minute selbst zum Abschluss kam. Doch die Blues verteidigten mit jener aggressiven Ruhe, die Taktiker später als "starkes Pressing bei minimalem Risiko" beschreiben würden.

In der Nachspielzeit hatte der eingewechselte Samuel Browning noch die Riesenchance, doch sein Schuss segelte über das Tor. "Ich wollte zu viel", meinte er hinterher zerknirscht. Sein Trainer tröstete ihn halbherzig: "Zumindest hat er getroffen - wenn auch nur die Tribüne."

Die Statistiken spiegelten den knappen Spielverlauf wider: 10 Torschüsse für Southampton, 12 für die Blues. Auch der Ballbesitz war nahezu ausgeglichen, ein leichtes Plus für die Hausherren. Doch am Ende zählen Tore - und davon hatten die Londoner schlicht eines mehr.

Fabio Rapi zeigte sich nach dem Abpfiff zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir hatten einen Plan, und er hat funktioniert. Aber wenn du ehrlich bist, hätten wir das 2:1 auch verlieren können." Seine Spieler sahen das naturgemäß anders. "Das war Teamgeist pur", rief Leo Fairchild, bevor er in der Kabine verschwand - vermutlich, um den Sieg auf Social Media in 17 Filtern zu feiern.

Southampton hingegen bleibt nach dieser Niederlage im Mittelfeld stecken - engagiert, kämpferisch, aber letztlich glücklos. "Wir müssen lernen, dass Spiele nicht nach 70 Minuten aufhören", murmelte Maida, während er in Richtung Presseraum trottete.

So endete ein Abend, der alles bot: Emotionen, Spannung und die leise Erkenntnis, dass Fußball manchmal eben kein Spiel der Gerechtigkeit ist. Die London Blues nahmen die Punkte mit heim, Southampton den Trost des Applauses. Und irgendwo auf den Rängen sagte ein Fan seufzend: "War ja klar - typisch Saints."

Vielleicht das treffendste Fazit eines Abends, an dem die Besseren knapp gewannen - und die Verlierer trotzdem Beifall verdienten.

04.01.643991 21:45
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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