Football Today
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London Blues siegen knapp - jung, wild und ein bisschen chaotisch

Ein Abend an der Stamford Road, wie ihn die 48.234 Zuschauer so schnell nicht vergessen werden: Die London Blues besiegen die Stoke Potters mit 2:1 und festigen damit ihren Platz in der oberen Tabellenhälfte der 1. Liga England. Es war ein Spiel mit klaren Statistiken, aber wackliger Nerven - ein Sieg, der mehr nach Arbeit als nach Glanz roch, doch am Ende zählte das Ergebnis.

Schon nach fünf Minuten bebte das Stadion. Der 19-jährige David Neres, kaum alt genug, um den Team-Bus alleine zu steuern, schoss die Blues nach Vorarbeit von Linksverteidiger Daniel Hannigan in Führung. Ein eiskalter Abschluss, wie ihn sonst nur Spieler mit zehn Jahren mehr Erfahrung hinbekommen. "Ich hab einfach draufgehalten - Trainer Rapi meinte vorher, ich soll mutig sein. Also war ich’s", grinste der junge Brasilianer nach Abpfiff, während Coach Fabio Rapi daneben trocken ergänzte: "Das war kein Mut, das war jugendlicher Leichtsinn - aber diesmal hat’s funktioniert."

Die frühen Minuten gehörten komplett den Gastgebern. Schon in der dritten Minute prüfte Luke Badham den Keeper der Potters, Georges Wyler, mit einem strammen Versuch. Danach rollte Angriff um Angriff auf das Tor der Gäste - insgesamt 15 Schüsse verzeichneten die Blues, während Stoke ganze zwei zustande brachte. Und trotzdem: Wer die Blues kennt, weiß, dass ein 1:0 bei ihnen nie sicher ist.

Nach der Pause kam, was kommen musste. In der 50. Minute kombinierten sich die Morriss-Brüder - Jake flankte, Max traf - zum 1:1-Ausgleich für die Stoke Potters. Ein seltener Moment gemeinsamer Familienfreude auf dem Platz, den selbst der Stadionsprecher mit einem kurzen "Bruder! Bruder!" kommentierte. Die Londoner Defensive sah in dieser Szene allerdings aus, als wäre sie kurz in der Teepause gewesen. "Wir haben kurz vergessen, dass das Spiel weitergeht", gab Innenverteidiger Lewis Bridges später selbstkritisch zu.

Zum Glück für die Blues dauerte der Schock nicht lange. In der 66. Minute war es wieder Luke Badham, der nach Zuspiel von Marcio Deco aus 18 Metern Maß nahm und den Ball flach ins linke Eck setzte - 2:1. Ein Treffer, den man in der Wiederholung am liebsten in Dauerschleife sehen möchte. Deco rannte jubelnd zu Badham, Rapi ballte an der Seitenlinie die Faust, und irgendwo in der Kurve verteilte ein Ordner vermutlich gerade letzte Sitzplätze.

Danach wurde’s hitzig: Bradley Hensley sah Gelb (61.), Daniel Hannigan ebenfalls (77.), und selbst der sonst so gelassene Rapi schien kurz davor, seine Krawatte zu essen. "Ich mag Emotionen, solange sie nicht von meinem Blutdruck kommen", witzelte er später. Stoke hingegen blieb erstaunlich ruhig - vielleicht zu ruhig. Kein Pressing, kein Risiko, keine zweite Luft. Ihre Taktik war von Anfang bis Ende "balanced", was an diesem Abend eher "blass" bedeutete.

In der Schlussphase wechselte Rapi dann gleich dreimal: Neres ging runter, Samuel Lancaster kam (76.); Owen Ward machte Platz für Joshua Rausch, und sogar Torwart Bent Ipsen durfte in der 82. Minute Feierabend machen - für ihn kam der 18-jährige Andriy Lunin zu seinem Ligadebüt. "Ich hatte kurz Herzklopfen", gab der Teenie-Keeper zu, "aber dann hat mir Jay Sterling zugerufen, ich solle einfach stehen bleiben - das hat geholfen."

Sterling selbst war einer der auffälligsten Akteure. Unermüdlich rannte er die rechte Seite rauf und runter, feuerte drei gefährliche Schüsse ab und grinste nach dem Schlusspfiff: "Wir hätten das 3:1 machen müssen - aber warum einfach, wenn’s auch spannend geht?"

Die Statistik sprach am Ende eine deutliche Sprache: 53,6 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüsse, fast 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe - die Blues dominierten das Spiel, wenn auch mit gelegentlichem Hang zur Selbstsabotage. Stoke dagegen kam offensiv kaum zum Zug. Trainer der Potters, dessen Namen man im offiziellen Spielbericht lieber nicht erwähnt, weil er während der Pressekonferenz zu sehr mit seiner Wasserflasche beschäftigt war, fasste es knapp zusammen: "Wir waren da, aber irgendwie auch nicht."

So endet ein Abend, der alles hatte: jugendlichen Übermut, brüderliche Tore, nervöse Trainer und ein Publikum, das zwischen Jubel und Verzweiflung pendelte. Die London Blues gewinnen verdient, wenn auch nicht souverän - und Fabio Rapi darf sich über drei Punkte freuen, die ihm ein paar Stunden Schlaf mehr gönnen dürften.

Oder wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn die so weiterspielen, krieg ich noch ’n Herzinfarkt - aber wenigstens mit einem Lächeln."

23.02.643994 19:45
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He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
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