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London Blues siegen abgeklärt - Pompey rennt vergeblich an

Es war einer dieser Abende an der englischen Südküste, an denen der Wind vom Meer pfeift, das Flutlicht flimmert - und die Hoffnung der Heimfans langsam, aber sicher in die Kälte entschwindet. 38.330 Zuschauer im ausverkauften Fratton Park wollten sehen, wie ihr Pompey FC den favorisierten London Blues ärgert. Am Ende stand ein nüchternes 0:2 (0:0) - und die Erkenntnis, dass Effektivität eben manchmal schöner ist als Leidenschaft.

Dabei begann alles so verheißungsvoll: Schon in der zweiten Minute zog Alfie Kilbane für Pompey wuchtig ab, der Ball zischte nur Zentimeter am Pfosten vorbei. "Wenn der reingeht, läuft das Spiel anders", seufzte Trainer McNulty nach Spielschluss (dessen Namen man aus Gründen der Schonung seiner Stimmbänder an diesem Abend lieber nicht zu oft erwähnte). Stattdessen waren es die London Blues, die sich langsam, aber unaufhaltsam in die Partie spielten.

Ihre Spielweise? So britisch wie ein Earl-Grey-Tee um fünf: strukturiert, geduldig, aber mit einem Schuss gnadenloser Konsequenz. Vor allem Owen Ward, der rastlose Linksaußen, machte den Unterschied. Schon in der ersten Halbzeit prüfte er mehrfach den jungen Keeper Jake Hathaway, der mit stoischer Ruhe parierte. "Ich dachte, der Junge ist 18, aber der steht da wie ein alter Terrier", staunte London-Coach Fabio Rapi später anerkennend.

Zur Pause stand es 0:0 - ein Ergebnis, das Pompey als kleinen moralischen Sieg feierte. Der Ballbesitz war nahezu ausgeglichen (49,7 zu 50,3 Prozent), die Torschüsse mit 7 zu 16 klar zugunsten der Gäste verteilt. Aber noch war nichts verloren.

Dann kam die 51. Minute. Ward, der schon zuvor ständig lauerte, bekam am Strafraumrand den Ball, ließ seinen Gegenspieler stehen und drosch das Leder unhaltbar in den rechten Winkel. 0:1 - und plötzlich war im Stadion nur noch das Klatschen der Gästefans zu hören. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Ward später. "Wenn du so viele Chancen hast, muss irgendwann eine rein."

Pompey versuchte zu antworten. Hans Horn schoss in der 60. Minute knapp vorbei, Kilbane prüfte Blues-Keeper Bent Ipsen mit einem Distanzschuss. Aber die Londoner wirkten abgeklärter, routinierter - fast gelangweilt. "Wir wollten sie kommen lassen", verriet Mittelfeldstratege Eric Beauvilliers. "Dann schlagen wir zu." Und genau das taten sie.

In der 87. Minute fand Beauvilliers mit einem butterweichen Pass den eingewechselten Samuel Lancaster, gerade einmal 19 Jahre jung. Der Teenager blieb eiskalt, schob den Ball flach ins lange Eck - 0:2, Deckel drauf. Während Lancaster im Jubelmeer verschwand, schüttelten die Pompey-Spieler ratlos die Köpfe.

Kurz darauf gab’s noch Gelb für Jacob Lessard, der mit einer Grätsche mehr Frust als Ball traf - sinnbildlich für den Abend der Hausherren. Ein paar Minuten später pfiff der Schiedsrichter ab, und der Wind vom Ärmelkanal trug die enttäuschten Gesänge der Fans davon.

"Wir haben alles versucht", meinte Kapitän Marco Schlüter, "aber gegen so eine Maschine ist es schwer." Trainer Rapi sah das naturgemäß anders: "Maschine? Vielleicht. Aber eine gut geölte."

Statistisch gesehen war’s kein Klassenunterschied, aber eben ein Qualitätsunterschied: 16 Schüsse auf das Tor für die Blues, nur 7 für Pompey. Mehr Laufbereitschaft, mehr Präzision, mehr Ruhe am Ball - das Rezept für Auswärtspunkte.

Und so bleibt Pompey am 10. Spieltag der "1. Liga England" erneut ohne Sieg, während die London Blues mit drei Punkten im Gepäck Richtung Hauptstadt zurückfahren - vermutlich mit einem Lächeln so breit wie das Themseufer.

Was bleibt? Ein beherzter Auftritt, ein paar gute Chancen - und das Gefühl, dass Fußball manchmal ein bisschen ungerecht ist. Oder, wie es ein alter Fan auf der Tribüne fluchend formulierte: "Wir hatten Wind und Wille - aber die hatten Ward."

Nächste Woche geht’s weiter. Vielleicht mit weniger Wind. Ganz sicher mit neuem Mut. Und wer weiß: Vielleicht trifft dann endlich einer der tapferen Pompey-Stürmer auch ins Netz, statt nur die Hoffnung zu streifen.

12.05.643987 14:15
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Ich glaube nicht, daß wir das Spiel verloren hätten, wenn es 1:1 ausgegangen wäre.
Uli Hoeneß
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