World Soccer
+++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++

London Blues jubeln nach heißem Tanz gegen Santa Cruz - Steffen trifft doppelt

Ein kühler Abend in London, 79.500 Zuschauer, Europaliga-Viertelfinale - und ein Spiel, das mehr Wendungen hatte als ein britischer Krimi. Die London Blues besiegten CD Santa Cruz mit 2:1 (1:0) und verschafften sich damit eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel. Doch leicht gemacht haben es die Gäste aus Portugal den Engländern keineswegs.

Von Beginn an legten die Blues los, als hätten sie vergessen, dass ein Fußballspiel 90 Minuten dauert. Schon in der ersten Minute prüfte Christoph Steffen den Santa-Cruz-Keeper Albert Suarez mit einem satten Schuss - ein erster Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte. Trainer Fabio Rapi hatte seine Mannschaft auf "kontrollierte Offensive" eingestellt, was in der Praxis bedeutete: Angriff ist die beste Verteidigung, aber bitte mit Stil.

Nach einer Viertelstunde war es dann soweit: Steffen, der Rechtsaußen mit der Dynamik eines Londoner Doppeldeckers bergab, wurde von Jose Maria Farinos punktgenau bedient. Ein kurzer Blick, ein Schlenker - und der Ball zappelte im Netz (16.). Suarez flog vergeblich, und Steffen grinste hinterher: "Ich wollte eigentlich flanken, ehrlich. Aber wenn der Ball so gehorcht, beschwer ich mich nicht."

Santa Cruz reagierte mit Wut im Bauch und Offensivgeist. Besonders Andreas Norgaard, der dänische Mittelstürmer, war eine Dauergefahr. Seine Abschlüsse in der 17. und 26. Minute zwangen Blues-Keeper Bent Ipsen zu Glanzparaden, die das Publikum mit einem anerkennenden Raunen quittierte. "Ipsen hat heute Hände wie Magneten gehabt", staunte selbst Gästetrainer Markus Trölsch später.

Kurz vor der Pause wurde es hitzig: Jay Sterling, der rechte Mittelfeldmann der Londoner, kassierte Gelb für ein rustikales Einsteigen (18.). "Ich hab nur den Ball gewollt - der Ball wollte halt nicht", kommentierte Sterling trocken. Trotz der zunehmend körperlichen Duelle blieb es bis zur Pause beim 1:0, was den Blues-Fans reichte, um sich in der Halbzeit mit optimistischen Gesängen zu wärmen.

Nach dem Wiederanpfiff kam Santa Cruz mit viel Wucht aus der Kabine. Trölsch hatte offenbar in der Pause das Wort "Konter" etwas zu häufig benutzt. In der 55. Minute zahlte sich die offensive Marschroute aus: Verteidiger Antonio Costinha schlug einen langen Ball in den Strafraum, Norgaard setzte sich im Kopfballduell durch und köpfte zum Ausgleich ein. 1:1 - und plötzlich roch es nach einer Überraschung.

Doch kaum hatten sich die Gäste sortiert, schlug wieder Steffen zu. Nur fünf Minuten später (60.) nutzte er einen feinen Pass von Sterling, zog von rechts in die Mitte und versenkte den Ball trocken in die linke Ecke. Suarez streckte sich vergeblich, die Blues-Bank explodierte. "Christoph war heute einfach on fire", lobte Trainer Rapi später. "Zweimal am richtigen Ort, zweimal eiskalt - das ist Champions-Mentalität."

In der Schlussphase wurde es noch einmal wild. Rapi wechselte vorsichtig: Hensley kam in der 71. Minute für Primes, verletzte sich aber prompt - ein bitterer Einstand. "Ich war keine zwei Minuten drauf und merkte: Mist, das zwickt", sagte Hensley später mit Galgenhumor. Kurz darauf folgte die Youngster-Offensive: Leo Fairchild ersetzte Steffen (86.), und Lewis Bridges kam für Bosworth (87.), um die Defensive zu stabilisieren.

Santa Cruz warf nochmal alles nach vorne. In der 84. und 89. Minute prüften Jose Ochoa und Juan Olazabal Ipsen, doch der Keeper blieb unbezwingbar. "Wenn Bent so weitermacht, machen wir ihm eine Statue", witzelte ein Fan nach dem Schlusspfiff. Die Statistik sprach letztlich für die Engländer: 9:7 Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz, und vor allem zwei Tore auf der richtigen Seite.

Fabio Rapi zeigte sich zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Das war ordentlich, aber im Rückspiel wird’s heiß. Santa Cruz hat Qualität - und wir müssen die Sonne auf den Kanaren aushalten." Gästecoach Trölsch nahm es mit Humor: "Wir haben ein Auswärtstor, das ist unser Souvenir. Jetzt laden wir London in die Hölle von Santa Cruz ein."

Ein sarkastisches Schlusswort lieferte schließlich Steffen selbst, der Mann des Abends: "Ich hab gehört, doppelt hält besser - also dachte ich, ich mach’s gleich richtig." Und während er das sagte, strahlte er so breit wie die Anzeigetafel hinter ihm, auf der das Ergebnis stand: London Blues 2, CD Santa Cruz 1.

Ein Hinspiel, das Lust auf mehr macht - und beweist, dass Fußball manchmal einfach die schönste Art ist, 90 Minuten lang den Puls zu verlieren.

25.11.643987 18:45
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das ist das größte Kompliment, was sich eine Mannschaft zuteil werden kann.
Günter Netzer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager