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London Blues drehen das Spiel - Fairchild und Lansbury schocken die Royals

Wenn 27.000 Zuschauer an einem kalten Januarabend ins Berkshire-Stadion pilgern, erwarten sie sicher kein höfliches Unentschieden. Und tatsächlich servierten die Berkshire Royals und die London Blues am 8. Spieltag der 1. Liga England ein Duell, das zwischen britischer Steifheit und südländischem Temperament pendelte - mit dem besseren Ende für die Gäste aus der Hauptstadt, die am Ende mit 2:1 triumphierten.

Dabei hatte es für die Royals so verheißungsvoll begonnen: Schon in der 9. Minute ließ Samuel Dewey die Tribünen beben. Nach einem feinen Steckpass von Ellis Willoughby zog der flinke Rechtsaußen trocken ab - 1:0. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber er kam perfekt zurück in den Fuß", grinste Dewey später, als hätte er gerade einen Sonntagsausflug beschrieben.

Doch die Freude der Heimfans hielt kaum länger als ein Becher heißer Kakao. Nur elf Minuten später schlug der 20-jährige Leo Fairchild zurück - und wie! Nach Vorarbeit von Marcio Deco drosch er den Ball humorlos unter die Latte. 1:1, und plötzlich wirkten die Royals so konsterniert, als hätte man ihnen den Sonntagsbraten gestohlen. Trainer Fabio Rapi der Blues feierte an der Seitenlinie mit einer geballten Faust, während Berkshire-Coach - dessen Name der Vereinsleitung zufolge "nicht so wichtig für die Statistik" sei - stoisch in seinen Notizblock kritzelte.

Die erste Halbzeit endete ausgeglichen, auch wenn "ausgeglichen" ein Euphemismus war. London dominierte nach Belieben, kam auf 18 Torschüsse, während Berkshire gerade vier zustande brachte. "Wir wollten ihnen den Ball lassen", erklärte Verteidiger Sean Thackeray später trocken. "Leider wollten sie ihn nicht wieder hergeben."

Das zweite Durchgang begann, wie der erste geendet hatte - mit den Blues am Drücker. Keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff schickte der umtriebige Jose Maria Farinos einen butterweichen Pass in den Lauf von Connor Lansbury. Der junge Mittelfeldmann nahm die Kugel elegant mit und schob sie vorbei an Keeper Henry Washington - 2:1 für London. "Ich hatte kurz überlegt, ihn nochmal querzulegen", verriet Lansbury danach, "aber dann fiel mir ein, dass Tore in meiner Statistik besser aussehen."

Von da an spielten die Blues den Takt, die Royals rannten dem Rhythmus hinterher. Fairchild, der offenbar beschlossen hatte, die gesamte Defensive allein zu beschäftigen, prüfte Washington gleich mehrfach. Zwischen der 64. und 87. Minute feuerte der Jungspund fast im Minutentakt aufs Tor - allerdings ohne weiteren Ertrag. Der Keeper der Royals war einer der wenigen Gründe, warum es am Ende nicht 1:5 stand.

Ein kurzer Schreckmoment dann in der 36. Minute: Londons Youngster Samuel Lancaster verletzte sich nach einem Zusammenprall und musste unter Applaus ausgewechselt werden. Gabriel Hathaway kam für ihn - und brachte frischen Wind, wenn auch ohne Fortune. Kurz vor Schluss sah Abwehrmann Aad Courtlandt noch Gelb, nachdem er Vitorino Martins etwas unsanft daran erinnerte, dass Flügelspieler nicht fliegen können.

"Die Jungs haben Charakter gezeigt", lobte Blues-Trainer Fabio Rapi nach dem Abpfiff, während er sich den Schal enger um den Hals zog. "Wir haben früh den Ausgleich gesucht, dann die Kontrolle übernommen. Fairchild? Der spielt, als hätte er Red Bull im Blut."

Auf der anderen Seite wirkte Berkshire-Kapitän Willoughby erstaunlich gefasst: "Wir haben gut angefangen, aber nach dem 1:1 war bei uns der Stecker raus. Vielleicht brauchen wir mal wieder ein Spiel ohne Gegentor - oder ein Wunder."

Die Statistiken unterstreichen die Geschichte: 51,5 Prozent Ballbesitz für London, 18 Torschüsse zu 4, und eine Zweikampfquote von 56 Prozent. Kurzum: Die Blues hatten das Spiel in der Hand - und im Fuß.

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten selbst einige Heimfans höflich den Gästen. Fairchild winkte lässig in die Kurve, während ein frustrierter Royals-Anhänger auf der Tribüne maulte: "Die nennen sich Royals, aber regieren tut hier keiner."

So bleibt für Berkshire nur der Trost, dass man trotz der Niederlage gekämpft hat - zumindest phasenweise. Für London dagegen war es der dritte Sieg in Folge, und plötzlich flüstern die ersten schon das Wort "Titelkandidat".

Oder, wie Rapi es mit einem Augenzwinkern formulierte: "Wenn wir weiter so spielen, müssen wir bald Eintritt fürs Training verlangen."

Und die Royals? Die suchen bis zum nächsten Spieltag wohl nicht nur nach Punkten, sondern auch nach ihrer verlorenen Krone.

10.04.643987 06:58
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Ich glaube nicht, daß wir das Spiel verloren hätten, wenn es 1:1 ausgegangen wäre.
Uli Hoeneß
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