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Liverpool zündet den Turbo - 5:0-Gala gegen harmlose Potters

Wenn 44.166 Zuschauer an einem frostigen Januarabend an die Anfield Road pilgern, dann erwarten sie Fußball - und bekamen diesmal ein Feuerwerk. Die Liverpool Reds zerlegten die Stoke Potters am 6. Spieltag der "1. Liga England" mit 5:0. Und das, obwohl der Ballbesitz kurioserweise mit 44 zu 56 Prozent zugunsten der Gäste ausfiel. "Das ist Statistik für Feinschmecker - wir hatten weniger Ball, aber mehr Spaß", grinste Trainer Heiner Schneider nach dem Spiel.

Von Beginn an legten die Reds los, als hätten sie Koffein intravenös bekommen. Schon in der siebten Minute prüfte Joan Brito den Gästetorhüter Georges Wyler, der an diesem Abend noch öfter im Mittelpunkt stehen sollte - leider aus falschen Gründen. Liverpool schoss insgesamt 24-mal aufs Tor, Stoke dreimal. Letzteres dürfte eher als Mitmachangebot gemeint gewesen sein.

Das Spiel nahm Fahrt auf, als Philip Becker in der 39. Minute die Geduld der Fans belohnte. Nach Zuspiel von Cesar Botin zog der 30-Jährige aus der zweiten Reihe ab, und der Ball schlug unhaltbar ein. "Ich dachte ehrlich, der Ball fliegt in die Themse", witzelte Becker später, "aber anscheinend hatte er andere Pläne."

Kurz vor der Pause, als Stoke schon auf den Pausentee hoffte, schlug Brito erneut zu - diesmal nach Vorlage von Becker. 2:0 in der 45. Minute, und man konnte den Potters die Ratlosigkeit ansehen. Ihr Trainer, der sich nach dem Spiel auf die "gute Struktur im Ballbesitz" berief, dürfte wohl eher die Struktur der Liverpooler Angriffe bewundert haben.

Nach dem Seitenwechsel wechselte Schneider clever: Der 18-jährige Gabriel Burton kam für Becker, der unter Applaus den Platz verließ. "Ich hab ihm gesagt: Geh raus, bevor du noch einen Hattrick aus Versehen machst", lachte der Coach. Auch James Mayhew ersetzte den routinierten Stig Hemmingsen - und beide Joker sollten später glänzen.

Liverpool blieb weiter im Vorwärtsgang. Stoke dagegen wirkte, als habe man ihnen die Schuhe mit Blei gefüllt. In der 78. Minute war es wieder Brito, der nach einem Pass von Adam Payne das 3:0 erzielte - ein Treffer so filigran, dass selbst die gegnerischen Fans kurz klatschten. Zwei Minuten später erhöhte Mayhew nach Vorarbeit von Lewis Valentine auf 4:0, und spätestens da war das Stadion ein einziger Chor aus Jubel und Ungläubigkeit.

Doch die Show war noch nicht vorbei: In der 84. Minute krönte sich Nachwuchsspieler Burton mit seinem ersten Ligator zum 5:0-Endstand - nach einem Pass von Botin, der an diesem Abend ohnehin überall auf dem Platz zu finden war. Der 18-Jährige jubelte, als hätte er gerade die Champions League gewonnen, und wurde von der Mannschaft fast erdrückt. "Ich wusste gar nicht, dass man so viele Arme gleichzeitig um sich haben kann", sagte er später mit einem Grinsen, das größer war als seine Rückennummer.

Einziger Wermutstropfen: In der 89. Minute sah Rechtsverteidiger Selim Sargun Gelb - wohl aus Langeweile. "Ich wollte auch mal im Spielbericht auftauchen", scherzte er in der Mixed Zone.

Die Zahlen sprachen am Ende eine deutliche Sprache: 24 Torschüsse, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe, fünf verschiedene Vorlagengeber - und ein Gegner, der zwar 56 Prozent Ballbesitz hatte, aber nicht wusste, was er damit anfangen sollte. Die Potters wirkten wie ein Orchester ohne Dirigent. "Wir wollten ruhig aufbauen", erklärte ihr Kapitän Riley Lancaster, "aber sie kamen einfach immer wieder mit Vollgas."

Liverpool dagegen spielte, als sei jeder Angriff eine Bewerbung für die Highlight-Show des Wochenendes. Die Offensive um Brito, Mayhew und Arrondo wirbelte, während Becker und Botin im Zentrum das Spiel lenkten. Selbst die Abwehr gönnte sich in der Schlussphase ein paar Schüsse aufs Tor - Linksverteidiger Leif Bloch etwa prüfte den Keeper in der 83. Minute, als ob er sagen wollte: "Ich kann auch Tore schießen, wenn’s sein muss."

Trainer Schneider fasste das Geschehen so zusammen: "Wir wollten mutig, aggressiv und mit Freude spielen - genau das haben die Jungs gemacht. Ein bisschen Chaos gehört bei uns eben dazu."

Am Ende blieb die Erkenntnis: Liverpool hat nicht nur gewonnen, sondern ein Statement gesetzt. Stoke dagegen wird wohl eine Weile brauchen, um sich von dieser Lehrstunde zu erholen.

Und während die Fans noch sangen und tanzten, sagte ein älterer Herr auf der Tribüne zu seinem Nachbarn: "Ich hab schon viele Spiele gesehen - aber so was nennt man heute wohl Content."

Ein zufriedenes Lächeln ging durchs Stadion. Fußball kann eben auch Kunst sein - zumindest, wenn er rot trägt.

17.03.643987 23:02
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Rainer Calmund
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