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Liverpool Reds tanzen Southampton schwindlig - 4:1 im Anfield-Rausch

Anfield hatte schon viele magische Nächte, aber dieser Montagabend passte perfekt in die Sammlung: 51.649 Zuschauer sahen, wie die Liverpool Reds unter Trainer Heiner Schneider die Gäste aus Southampton mit 4:1 auseinandernahmen. Und das, obwohl die Saints mit mehr Ballbesitz (52 Prozent) den Anschein erweckten, sie hätten das Spiel im Griff - ein klassischer Fall von Statistik ohne Substanz.

Schon nach neun Minuten bebte die Tribüne, als Innenverteidiger Corey Robert, ja richtig gelesen, ein Innenverteidiger, nach einer Ecke von Joseph Allington den Ball humorlos unter die Latte hämmerte. "Ich wusste gar nicht, dass er schießen kann", grinste Allington später in der Mixed Zone. Robert, 23, sah das anders: "Ich wollte eigentlich flanken, aber der Ball hat sich anders entschieden."

Southampton-Trainer Raine Maida seufzte da bereits zum ersten Mal tief durch - und er sollte noch öfter Gelegenheit dazu bekommen. Seine Mannschaft agierte in der Anfangsphase wie ein Auto ohne Rückwärtsgang: viel Bewegung, aber kaum Richtung. Liverpool dagegen presste giftig, ging jeden Zweikampf an, als ginge es um den letzten Fish & Chips vor Geschäftsschluss.

Kurz vor der Pause, in der 39. Minute, schlug dann der Schwede Josef Lundqvist zu. Nach Vorarbeit von - wer sonst - Allington, der offenbar einen zweiten Frühling als Spielmacher erlebt, zirkelte Lundqvist den Ball mit links ins lange Eck. 2:0, Halbzeit, und Anfield sang sich in Ekstase.

Trainer Schneider blieb gewohnt trocken: "Wir hätten zur Pause auch 3:0 führen können, aber meine Jungs wollten wohl Spannung für die zweite Hälfte."

Southampton kam tatsächlich etwas mutiger aus der Kabine. In der 63. Minute belohnte sich der auffällige Marc Muster, der schon im ersten Durchgang die wenigen Lichtblicke gesetzt hatte. Nach feinem Zuspiel von Jan Haswell traf er zum 2:1 - und plötzlich war wieder Leben in der Bude. "Wir dachten kurz, jetzt kippt’s vielleicht", gab Reds-Kapitän Allington zu. "Dann fiel uns ein, dass wir ja zuhause spielen."

Sieben Minuten später stellte ausgerechnet Allington selbst den alten Abstand wieder her. Nach einem Freistoß von Selim Sargun stieg der Innenverteidiger am höchsten und köpfte zum 3:1 ein. Schneider kommentierte: "Ich habe ihm gesagt, er soll hinten aufräumen - dass er vorne auch noch trifft, nehme ich gerne mit."

Ab da war der Widerstand der Saints gebrochen. Zwar versuchte Maida mit einem Doppelwechsel in der 64. Minute (Travassos für den verwarnten Verdasco, Ackland für Bosingwa) noch einmal frischen Wind zu bringen, doch der Plan verpuffte schneller als der Dampf des Pausentees.

Den Schlusspunkt setzte Sergio Arrondo in der 82. Minute, nach schöner Vorarbeit von John Millington. Arrondo, der zuvor mehrfach an Keeper Ernesto Aznar gescheitert war, schob diesmal überlegt ein. "Ich hab’ John später gefragt, ob das wirklich ein Pass war oder einfach ein missglückter Schuss", witzelte der Torschütze nach Spielende. Millington konterte trocken: "Natürlich war’s Absicht - ich treffe ja nie das Tor."

Die Statistik sprach am Ende eine deutliche Sprache: 15 Torschüsse für Liverpool, nur acht für Southampton. Zwar hatten die Gäste mehr Ballbesitz, aber was nützt das, wenn die Reds in jeder gefährlichen Szene zupacken? "Wir haben das Spiel kontrolliert, nur leider den Gegner schießen lassen", fasste Maida sarkastisch zusammen.

Heiner Schneider hingegen zeigte sich zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Wir spielen offensiv, aggressiv, manchmal zu wild - aber lieber so als einschläfernd. Und wenn selbst meine Innenverteidiger Tore schießen, bin ich wohl auf dem richtigen Weg."

Im Stadion blieb man nach Abpfiff noch lange auf den Rängen, sang, jubelte, schwelgte. Vielleicht, weil die Fans spürten: Diese Mannschaft macht Spaß - und wenn selbst der Abwehrchef trifft, dann darf man ruhig mal wieder vom Titel träumen.

Zum Schluss fragte ein Reporter den Doppeltorschützen Allington, ob er sich nun als Stürmer fühle. "Nur, wenn’s sein muss", grinste er, "aber ich bleib lieber hinten - da hab ich mehr Zeit zum Nachdenken."

Und so endete ein Abend, an dem Liverpool nicht nur gewann, sondern unter Beweis stellte, dass Offensivgeist und Humor manchmal die beste Taktik sind. Southampton dagegen trat die Heimreise mit der Erkenntnis an, dass Ballbesitz allein keine Punkte bringt - und dass man in Anfield nie zu früh hoffen sollte.

Endstand: Liverpool Reds - Southampton 4:1 (2:0). Tore: Robert (9.), Lundqvist (39.), Allington (70.), Arrondo (82.) - Muster (63.). Zuschauer: 51.649. Trainer: Heiner Schneider (Liverpool), Raine Maida (Southampton).

Oder, wie es ein Fan auf der Tribüne treffend zusammenfasste: "Vier Tore, kaltes Bier, was will man mehr?"

16.11.643987 00:25
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Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport und nichts für Tunten.
Axel Kruse nach einer roten Karte
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