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Licorne SC dreht 0:2-Rückstand - Oberwallis verliert die Nerven

43398 Zuschauer im Licorne-Stadion bekamen an diesem Europaliga-Abend alles geboten, was das Fußballherz begehrt: frühe Schocks, späte Ekstase, dazwischen reichlich Chaos, ein Platzverweis und Trainer, die abwechselnd verzweifelt und euphorisch an der Seitenlinie herumsprangen. Am Ende stand ein 3:2 (1:2) für den Licorne SC gegen den FC Oberwallis - ein Resultat, das so verrückt war wie der Spielverlauf selbst.

Die Gäste aus dem Wallis starteten wie entfesselt. Schon nach acht Minuten klingelte es im Tor von Duarte Maniche: Günter Weller drückte den Ball nach einem langen Ball von Miguel Sa Pint über die Linie. Zwei Minuten später legte Daniel Etxebarria nach - diesmal nach feiner Vorarbeit von Laurent Castel. 0:2 nach zehn Minuten, das Stadion verstummte, und Licorne-Trainer Nino Perro sah aus, als wolle er sich in sein Notizbuch verkriechen. "Ich dachte kurz, wir spielen hier gegen eine Lawine", witzelte Perro später.

Doch wer den Licorne SC kennt, weiß: Totgesagte leben länger - und Offensivfußball ist bei ihnen keine Option, sondern ein Naturgesetz. In der 31. Minute rappelte es plötzlich auch auf der anderen Seite: Rechtsverteidiger John Craven, sonst eher fürs Aufräumen zuständig, zog aus 20 Metern ab und versenkte den Ball im langen Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Craven hinterher, "aber der Ball hat entschieden, dass er lieber Geschichte schreiben möchte."

Mit einem 1:2 ging es in die Pause. Oberwallis hatte zwar weniger Ballbesitz (nur rund 40 Prozent), aber bis dahin erstaunlich effizient agiert. Licorne dagegen kam zwar auf 16 Torschüsse insgesamt, aber die Punktetafel blieb lange unbeeindruckt. "Wir haben uns in Schönheit fast erstickt", knurrte Perro in der Halbzeitpause laut Zeugen, während sein Gegenüber Snore Laken angeblich gelassen eine Banane schälte.

Doch dann kam die 56. Minute - und mit ihr der Beginn des Untergangs für die Gäste. Zuerst holte sich Adriano Mendes eine Gelbe Karte, dann sein Abwehrkollege Miguel Sa Pint - und nur fünf Minuten später sah Rechtsverteidiger Adriano Xavier glatt Rot nach einem übermotivierten Einsteigen gegen den flinken Antonio Pacos. "Er traf mehr Bein als Ball, aber immerhin mit Überzeugung", kommentierte ein Fan trocken. Mit einem Mann weniger und zunehmend müde wirkenden Beinen zog sich Oberwallis zurück.

In der 75. Minute fiel der Ausgleich: Nicola Carlucci traf nach feiner Vorarbeit von Routinier Nuno Adao. "Nuno hat mir den Ball so serviert, dass ich nur noch Danke sagen musste", meinte Carlucci, während Adao lachend ergänzte: "Ich wollte eigentlich selbst schießen - aber man soll ja teilen lernen."

Die letzten Minuten wurden zu einem Sturmlauf der Licorne. 60 Prozent Ballbesitz wuchs gefühlt auf 90, das Spiel fand nur noch in der Hälfte der Gäste statt. Torwart Grigorios Christopoulos hielt, was zu halten war - bis zur 94. Minute. Dann kam der Moment des Abends: Sebastien Van der Elst, der sich über die rechte Seite durchtankte, bekam den Ball von Carlucci und drosch ihn unhaltbar ins Netz. 3:2! Das Stadion explodierte, und Trainer Perro rannte die Seitenlinie entlang wie ein entfesselter Teenager.

"Wir haben nie aufgegeben, und das ist das Einhorn-Geheimnis", sagte Perro mit einem Augenzwinkern und einem verschütteten Becher Wasser in der Hand. Snore Laken dagegen wirkte resigniert: "Nach dem Platzverweis waren wir nur noch Passagiere. Und der Busfahrer war eingeschlafen."

Statistisch war die Sache eindeutig: 16 Torschüsse für Licorne, 9 für Oberwallis, Ballbesitz 60:40, Zweikampfquote leicht zugunsten der Hausherren. Doch Zahlen erzählen nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte war pure Dramatik.

Kurz vor dem Abpfiff flogen von der Tribüne rosa Papierhörner aufs Feld - Symbol des "Einhorn-Geistes", wie die Fans ihre Mannschaft nennen. Und als der Schlusspfiff ertönte, schien selbst der Himmel über dem Stadion ein wenig Glitzer zu streuen.

Fazit: Der FC Oberwallis hat ein Lehrstück in Sachen Selbstkontrolle verpasst, während Licorne SC bewiesen hat, dass man auch mit Stil und Sturheit ein Spiel drehen kann. "Wir sind keine Maschinen", sagte Van der Elst zum Schluss, "aber manchmal spielen wir so, als ob uns Magie antreibt."

Ein Europaliga-Abend, der in Erinnerung bleibt - nicht nur wegen der Tore, sondern wegen des Gefühls, Zeuge eines kleinen Fußball-Märchens geworden zu sein. Und wer weiß: Vielleicht werden in Licorne bald neue Einhorn-Legenden geboren.

21.04.643987 12:41
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Im Vergleich zu den Artikeln, die sie schreiben, sind die Märchen aus Tausendundeiner Nacht empirische Untersuchungen.
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