Sport-Blick
+++ Sportzeitung für Schweiz +++

Lausanne-Sport wirbelt Vaduz schwindlig - 4:1-Gala am Genfersee

Ein kalter Februarabend, 29.758 Zuschauer im Stade de la Tuilière - und Lausanne-Sport servierte seinem Publikum ein Vier-Gänge-Menü, bei dem der SC Vaduz nur als Beilage diente. Am Ende stand ein sattes 4:1 (2:1), das so deutlich war, wie es klingt, und doch gespickt mit kleinen Dramen, großen Momenten und einem Hauch von Slapstick.

Bereits nach 18 Minuten sprang der Funke über. Nach einem feinen Zuspiel von Tove Kofod, der das Spiel liest, als hätte er eine Vorabversion des Drehbuchs in der Tasche, vollendete Callum Dennehy eiskalt zum 1:0. "Ich wollte den Ball eigentlich flach in die Ecke schieben", grinste der Mittelstürmer später, "aber dann dachte ich: Warum nicht einfach genau dort, wo der Torwart steht?" - mutig, aber erfolgreich.

Nur sechs Minuten später legte Lausanne nach. Lucas Maurice, der Dirigent im Mittelfeld, schickte Pattrick Abbadie steil, und der traf zum 2:0. Vaduz wirkte in dieser Phase wie ein Tourist, der plötzlich merkt, dass er die falsche Gondel bestiegen hat. "Wir haben den Anschluss verpasst", seufzte Trainer Karim Benzema nach dem Spiel. "Und das war leider keine Metapher."

Doch kurz vor der Pause blitzte Vaduz’ Lebenszeichen auf: Der junge Didier Marx, gerade einmal 17, verwandelte nach Pass von Nils Weis zum 2:1. Ein Treffer, der Mut machte - und den Heimfans kurz das Fondue im Hals stecken ließ. Für einen Moment roch es nach Comeback, nach Überraschung.

Lausanne hatte andere Pläne. Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, stellte Lucas Maurice den alten Abstand wieder her: In Minute 47 traf der Mittelfeldstratege nach Vorlage von Julius Maier zum 3:1. Wer da noch an eine Vaduzer Aufholjagd glaubte, hatte wohl die rosa Vereinsbrille auf.

Der Rest war Schaulaufen. Lausanne kombinierte, Vaduz rannte hinterher. Pattrick Abbadie setzte in der 64. Minute mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt - nach feinem Zuspiel von Ignacio Vazques. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", behauptete Abbadie bescheiden, während Trainer Ronny Schmidt neben ihm lachte: "Ja, aber genau im richtigen Moment. Das ist der Unterschied zwischen einem Stürmer und einem Zuschauer."

Statistisch passte das Ergebnis wie angegossen: 20 Torschüsse für Lausanne, nur 7 für Vaduz. Der Ballbesitz war mit 50,5 zu 49,5 Prozent fast ausgeglichen - aber wer die Partie sah, weiß, dass Zahlen manchmal lügen. Lausanne spielte, Vaduz zählte mit.

Einziger Lichtblick für die Gäste: ihr Jungspund Didier Marx, der trotz Niederlage auffiel. "Der Junge hat keine Angst", lobte Benzema, "vielleicht zu wenig." Denn kurz nach seinem Tor versuchte er es aus 30 Metern - der Ball landete irgendwo in der Nähe des Mannschaftsbusses.

Emotionen gab es auch abseits der Tore. In der 77. Minute sah Vaduz-Verteidiger Phillip Abbadie Gelb, nachdem er Lausanne-Flügelflitzer Vazques an der Seitenlinie stoppte - oder besser gesagt: umarmte. Der Schiedsrichter sah’s weniger herzlich.

Trainer Schmidt nutzte die komfortable Führung für Experimente: Caroll und Karaer blieben zur Pause draußen, Scalea und Marcel kamen. Später durfte auch der junge Michel Morin ran, während Doppeltorschütze Abbadie unter Applaus das Feld verließ. "Ich wollte ihm noch ein drittes gönnen", so Schmidt, "aber ich bin ja kein Sadist."

Vaduz versuchte in der Schlussphase, das Ergebnis zu mildern, doch Lausannes Keeper Dylan Monroe war aufmerksam - und vermutlich auch etwas unterfordert. "Ich hatte Zeit, über mein Abendessen nachzudenken", witzelte der Torhüter, "es wird Pasta geben. Heute verdiene ich sie mir."

Nach Abpfiff feierten die Lausanner Fans ihre Mannschaft minutenlang. 4:1, Tabellenführung übernommen, Selbstbewusstsein getankt - und das alles mit einem Lächeln. Vaduz hingegen wird sich fragen müssen, ob man mit "offensiver Ausrichtung" wirklich immer glücklich wird, wenn der Gegner einfach besser Fußball spielt.

"Wir wollten mutig sein", erklärte Benzema. "Lausanne war einfach mutiger - und präziser." Ronny Schmidt nickte später trocken: "Wenn du vier Tore machst, darfst du alles andere vergessen. Außer vielleicht, wer heute das Bier bezahlt."

So endete ein Abend voller Spielfreude, kleiner Witze und großer Effizienz. Lausanne-Sport hat gezeigt, dass Offensivgeist und Organisation keine Gegensätze sein müssen. Vaduz dagegen hat gelernt, dass man auch mit 49 Prozent Ballbesitz ziemlich alt aussehen kann.

Und während die Flutlichtmasten langsam erloschen, hörte man einen Zuschauer sagen: "Wenn Lausanne so weitermacht, brauchen sie bald ein größeres Stadion." Möglich - aber für den Moment reicht der Platz gerade noch, um die Siegerlaune unterzubringen.

10.06.643990 13:25
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Berti Vogts ist die arme Sau, die von den Medien durchs Dorf getrieben wird.
Rainer Calmund
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager