Sport-Blick
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Lausanne-Sport siegt knapp - Solothurn kämpft, stolpert und begeistert

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 27.000 Zuschauer im Solothurner Stadion - und ein Spiel, das an Dramatik kaum zu überbieten war. Lausanne-Sport entführt mit einem 3:2-Sieg beim SC Solothurn drei Punkte, aber wer die Köpfe der Spieler nach dem Schlusspfiff sah, wusste: Hier war niemand wirklich unzufrieden.

Schon in der 18. Minute nahm das Spektakel Fahrt auf. Lausanne spielte von Beginn an mutig nach vorn, und als Tove Kofod nach feiner Vorarbeit von Phillip Wilhelm den Ball ins lange Eck zirkelte, war der Jubel im Gästeblock so laut, dass selbst die Solothurner Ersatzbank kurz irritiert aufs Spielfeld starrte. "Ich hab den Ball kaum gesehen, da war er schon drin", gestand später Solothurns Torwart Martin Hübner, der seine Handschuhe wohl am liebsten gegen ein Fernglas getauscht hätte.

Nur neun Minuten später schlug es erneut ein - und diesmal ausgerechnet durch Lausannes Innenverteidiger Gabriel Mortensen, der nach einer Ecke am höchsten stieg und das 0:2 markierte. "Ich wollte eigentlich nur stören", grinste Mortensen nach dem Spiel. "Aber wenn man schon mal da oben ist, kann man ja auch treffen."

Doch wer glaubte, Solothurn würde in Schockstarre verfallen, irrte gewaltig. Angetrieben von Walther Hofer, der über das ganze Feld dirigierte wie ein junger Maestro, starteten die Gastgeber eine kleine Offensive. In der 33. Minute war es dann Vincent Anders, der nach einer mustergültigen Vorlage von Hofer den Ball unter die Latte jagte - 1:2, das Stadion bebte. Der Stadionsprecher musste seine Stimme gegen die Jubelchöre ankämpfen.

Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause, aber das Spiel war längst nicht entschieden. Kaum war der zweite Durchgang angepfiffen, da brach der 19-jährige Dennis Seifert durch die Lausanner Abwehr wie ein heißes Messer durch Butter. Wieder kam der Pass von Hofer, und Seifert blieb eiskalt: 2:2 in der 48. Minute. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte der Youngster später und grinste, als hätte er gerade einen Lottoschein unterschrieben.

Doch Lausanne hatte noch eine Antwort parat - und was für eine. Nur vier Minuten später setzte Phillip Wilhelm selbst zum Abschluss an, diesmal nach Vorarbeit von Michel Seymour. Sein Schuss aus 20 Metern schlug präzise unten rechts ein. 3:2, und Solothurns kurzzeitige Euphorie verpuffte wie warmer Atem im Winternebel.

In der Folge wogte das Spiel hin und her. Solothurn kämpfte, Lausanne konterte. Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 15 Torschüsse für die Gäste, 8 für die Gastgeber, dazu ein hauchdünnes Ballbesitzplus für Lausanne (52 zu 48 Prozent). Doch die nackten Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte. Es war ein Spiel der Emotionen, der verpassten Chancen und der kleinen Helden in Rot und Weiß.

In der 69. Minute hatte Mason Thackeray die Entscheidung auf dem Fuß, verzog aber knapp. In der 82. scheiterte Pattrick Abbadie an Hübner, der nun endlich zeigen durfte, warum er im Tor stand. Und dann, kurz vor Schluss, die gelbe Karte für Solothurns Rechtsverteidiger Riley Henderson - sinnbildlich für die Frustration, die sich in den letzten Minuten breitgemacht hatte.

Nach Abpfiff war die Stimmung fast schon versöhnlich. Trainer Ronny Schmidt von Lausanne-Sport lobte seine Mannschaft: "Wir haben das durchgezogen, auch wenn es am Ende wacklig war. Aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb." Sein Kollege aus Solothurn - der Name blieb ungenannt, aber seine Miene sprach Bände - soll in der Kabine gesagt haben: "Wenn wir so weiterspielen, holen wir bald mehr als nur Applaus."

Die Fans jedenfalls gingen erhobenen Hauptes nach Hause. Einige sangen noch auf dem Parkplatz, andere diskutierten hitzig über das Abwehrverhalten beim dritten Gegentor. Ein älterer Herr im roten Schal fasste es wohl am besten zusammen: "Schade um das Ergebnis, aber das war Fußball, wie man ihn sehen will."

Und so bleibt ein Abend, an dem Lausanne-Sport cleverer war, Solothurn kämpferischer, und beide Teams den Zuschauern ein echtes Spektakel boten. Das 2:3 mag in der Tabelle nur drei Punkte bedeuten - aber in den Herzen der Fans war es ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst.

Oder, wie es Torwart Hübner mit einem müden Lächeln ausdrückte: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens mit Stil und kalten Füßen."

12.10.643987 08:07
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