La Razon
+++ Sportzeitung für Argentinien +++

Lanus tanzt, die Boys stolpern: 3:0 und ein Abend voller Genuss

Ein lauer Februarabend, 43.500 Zuschauer im Stadion von Lanus, und ein Heimteam, das entschlossen war, Fußball endlich wieder so aussehen zu lassen, wie er in den Lehrbüchern steht - oder zumindest in den Träumen der Fans. UD Lanus besiegte die Argentinos Boys mit 3:0 (1:0) und machte dabei den Eindruck, als könne man das Spiel auch ohne Gegner gewinnen.

Schon in den ersten Minuten zeichnete sich ab, dass es ein langer Abend für die Gäste werden würde. Während Lanus mit 57 Prozent Ballbesitz und 21 Torschüssen praktisch Dauerkunde im gegnerischen Strafraum war, brachten es die Argentinos Boys auf exakt null (!) Schüsse aufs Tor. "Ich hätte mir wenigstens einen Ball zum Festhalten gewünscht", murmelte ihr Torhüter Tiago Estevez mit einem gequälten Lächeln.

Der erste Treffer fiel in der 34. Minute, als Henrik Paulsson, der ewige Schwede im Dienst der Argentinier, eine butterweiche Vorlage von Jake Baskin verwertete. Baskin, der als zentraler Mittelfeldmann das Spiel diktierte wie ein Dirigent ohne Taktstock, grinste später: "Ich hab Henrik angeschaut, und er hat genickt - das war unser Code für ’Mach schon rein’." Paulsson machte. Und Lanus führte.

Kurz vor der Pause wechselte Coach David Sander gleich dreimal - ungewöhnlich, aber offenbar mit Plan. "Ich wollte frischen Wind reinbringen", erklärte der Trainer trocken, "und außerdem hatte ich Lust, meine Bank mal in Aktion zu sehen." Es zahlte sich aus. Kaum fünf Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Vitor Velez auf 2:0. Der bullige Mittelstürmer schob nach einer Vorlage des Innenverteidigers Sergio Jorge den Ball lässig ein. "Ich bin Verteidiger, kein Dirigent", meinte Jorge später, "aber wenn ich schon mal vorne bin, will ich wenigstens was Nützliches tun."

Das 3:0 in der 70. Minute war dann endgültig der Deckel auf einem Spiel, das nie wirklich offen war. Wieder Vitor Velez, diesmal nach einem Abpraller, den er gedankenschnell verwertete. Während die Fans jubelten, sah man Gästetrainer Michael Weber mit verschränkten Armen an der Seitenlinie stehen - das Gesicht irgendwo zwischen Fassungslosigkeit und Gleichmut. "Wir hatten einen Plan", sagte er nach der Partie. "Leider war Lanus nicht informiert."

Die Statistik spricht Bände: 21 Schüsse aufs Tor für Lanus, kein einziger für die Boys. Dazu gewann das Heimteam 60 Prozent der Zweikämpfe und ließ den Ball laufen, als wäre der Rasen ihr Wohnzimmerteppich. Besonders auffällig war Silvestre Gomes, der rechte Flügelstürmer, der sich in der zweiten Halbzeit in einen wahren Dauerläufer verwandelte. "Ich wollte einfach nur mal sehen, wie weit das Feld ist", witzelte Gomes später.

Die Gäste hingegen wirkten überfordert und jung - was sie größtenteils auch waren. Ganze fünf Spieler unter 18 standen auf dem Platz. "Manchmal muss man Lehrgeld zahlen", gab Weber zu. "Heute war’s halt ein bisschen mehr."

Einziger Wermutstropfen für Lanus: Glenn Degeest sah in der 52. Minute Gelb, weil er offenbar vergessen hatte, dass Trikotziehen nicht zur offiziellen Verteidigungsstrategie gehört. Auf der Gegenseite wurden Marco Ortiz (74.) und Joan Santoy (92.) ebenfalls verwarnt - vermutlich aus Frustration, dass sie den Ball kaum gesehen hatten.

Nach dem Schlusspfiff feierten die Fans ihre Mannschaft, während die Spieler ausgelassen auf dem Rasen tanzten. Trainer Sander wirkte zufrieden, aber geerdet: "Das war gut, aber wir können besser. Vielleicht treffen wir das nächste Mal sogar mit dem Kopf - nur um zu zeigen, dass wir’s können."

Fazit: UD Lanus spielte, als würde man Fußball neu erfinden wollen - präzise, selbstbewusst, mit einem Hauch Übermut. Die Argentinos Boys dagegen wirkten, als hätten sie vergessen, dass man auch Tore schießen darf. Ein 3:0, das ebenso deutlich wie verdient war.

Oder, um es mit den Worten eines Fans zu sagen, der sich nach Abpfiff die Stimme aus dem Hals brüllte: "Das war kein Spiel, das war eine Lektion!" Und irgendwie hatte er recht. Denn an diesem Abend lernte man in Lanus, dass Dominanz manchmal einfach schön aussehen darf - besonders, wenn sie in Zahlen gegossen 3:0 heißt.

27.10.643990 08:50
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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