// Startseite
| El Peruano |
| +++ Sportzeitung für Peru +++ |
|
|
|
Am 30. Spieltag der 1. Liga Peru boten Atletico Huancayo und Deportes Pena ein 2:2 der lebendigen, leicht verrückten Sorte. 24.776 Zuschauer in Huancayo sahen ein Spiel, das mehr Wendungen hatte als eine Telenovela - und mindestens genauso viel Drama, inklusive Gelben Karten, Verletzungspausen und einem Torwartwechsel, der selbst erfahrene Beobachter verblüffte. Schon nach drei Minuten lag der Ball im Netz von Huancayo. Andre Knickerbacker, der bullige Mittelstürmer von Deportes Pena, traf nach Vorarbeit von Vitor Morte eiskalt. "Ich hab einfach geschossen, bevor jemand Nein sagen konnte", grinste Knickerbacker später. Huancayo-Trainer Dimak Torpedo dagegen sah da weniger Grund zur Heiterkeit. "Wir waren noch in der Kabine - zumindest geistig", knurrte er auf der Pressekonferenz. Doch nur sechs Minuten später war wieder alles offen. Ramon Deco, der rechte Flügelwirbel des Heimteams, nahm einen Pass von Nael Gomes auf und zimmerte den Ball ins linke Eck - 1:1. Das Stadion tobte, und Deco rief beim Jubel in Richtung Trainerbank: "Jetzt sind wir wach!" Torpedo nickte und schien erleichtert, dass sein Team den Schlafmodus beendet hatte. Die erste Halbzeit verlief danach wie ein offener Schlagabtausch: Pena hatte mehr Ballbesitz (53 Prozent) und mehr Torschüsse (16 insgesamt), aber Huancayo hielt mit langen Bällen, unbändiger Physis und gelegentlichem Chaos dagegen. Besonders der 17-jährige Ashton Neil zeigte Mut, indem er gleich zwei Mal aufs Tor drosch, als hätte er vergessen, dass er eigentlich noch Schulpflicht hat. Nach dem Seitenwechsel ging’s sofort wieder rund - und wieder war es Knickerbacker, der in Minute 50 zuschlug. Diesmal servierte der junge Diego Carracedo einen perfekten Pass, und Knickerbacker schob lässig ein. "Ich hätte sogar noch Zeit gehabt, mir die Schuhe zu binden", witzelte er später, während Trainer Dimak Torpedo seine Notizen zerknüllte. 2:1 für Pena, und die Gäste schienen alles im Griff zu haben. Doch Huancayo wäre nicht Huancayo, wenn es nicht irgendwann wild würde. In der 55. Minute wechselte Torpedo gleich doppelt - und das verwirrte nicht nur die Gegner, sondern auch den Stadionsprecher. Als Adriano Tonel für Raul de Freitas kam, fragten sich einige Fans, ob es sich um eine Positionsverlosung handelte. Spätestens in Minute 63, als der Torhüter Mario Nani das Feld verließ und Stürmer Ramon Deco (!) dafür den Platz räumte, war klar: Torpedo hatte beschlossen, das Regelbuch neu zu interpretieren. Aber siehe da - seine Mannschaft kam zurück. In der 74. Minute flankte Alfonso Costa butterweich von links, und Nelson Jorge verwandelte per Kopf zum 2:2. "Ich hab einfach gehofft, dass der Ball mich findet", sagte Jorge bescheiden, während Torpedo an der Seitenlinie jubelnd eine Wasserflasche in die Luft schleuderte. Die Schlussphase war dann eher Theater als Taktik. Ludvig Villadsen und Nelio Flores von Pena sahen Gelb (87. und 88. Minute), Vitor Morte musste verletzt raus, und der eingewechselte James Bancroft kam herein, als die Partie längst in die Kategorie "wildes Durcheinander" abgerutscht war. "Das war kein Spiel, das war ein Abenteuer", seufzte Pena-Coach nach dem Abpfiff, während Andre Knickerbacker selbstbewusst hinzufügte: "Wenn’s nach mir geht, hätten wir gewonnen - zweimal." Am Ende blieb es beim 2:2 - und das ging angesichts der Statistiken auch in Ordnung. Pena hatte mehr vom Spiel, Huancayo mehr vom Herzen. Die Tackling-Quote sprach leicht für die Gäste (52,7 Prozent), aber die Gastgeber rannten, kämpften, warfen sich in jeden Ball. Trainer Torpedo brachte es auf den Punkt: "Wir spielen nicht schön, aber wir spielen für die Leute." Und die 24.776 auf den Rängen dankten es ihm mit tosendem Applaus, als der Schlusspfiff ertönte. Fazit: Ein gerechtes Unentschieden, ein paar Blessuren, viele Geschichten. Und irgendwo in Huancayo sitzt Dimak Torpedo wahrscheinlich jetzt mit einem Notizblock, auf dem steht: "Beim nächsten Mal weniger Chaos - vielleicht." 01.01.643988 07:35 |
Sprücheklopfer
Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic