Tuttosport
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Intar Mailand schlägt Neapel spät - Geduldsspiel mit Happy End

Es war einer dieser Abende im Giuseppe-Meazza-Stadion, an denen man sich fragt, ob das Runde überhaupt noch ins Eckige will. 40.963 Zuschauer harrten am 7. Spieltag der Serie A bei mildem Märzwind aus, während Intar Mailand und der SCC Neapel zunächst ein Lehrbuchbeispiel in Sachen "Geduldsspiel" aufführten. Am Ende hieß es 2:0 für die Hausherren - ein Ergebnis, das deutlicher klingt, als es sich anfühlte.

Die erste Halbzeit? Ein einziger Anlauf mit angezogener Handbremse. Intar, unter Trainer Pascal Neuhaus gewohnt offensiv eingestellt, suchte zwar immer wieder den Weg nach vorn, doch die Abschlüsse von Alberto Calcagno und Lucas Ackland prallten regelmäßig an der neapolitanischen Betonwand oder am glänzend reagierenden Torhüter Pierre Dedobbelaer ab. Neapel, von Coach Heimo Wasserschneider mit einem "balancierten" Matchplan ausgestattet, verteidigte klug - und hatte mit dem 17-jährigen Riccardo Buonvicino sogar einen mutigen Youngster, der in Minute 15 für den ersten Hauch von Gefahr auf der anderen Seite sorgte.

"Ich habe in der Pause gesagt: Wenn wir so weitermachen, wird’s ein 0:0 mit 20 Ecken und 0 Emotionen", erzählte Neuhaus später mit einem Grinsen. Offenbar hörten seine Spieler genau hin.

Nach dem Seitenwechsel nahm das Spiel Fahrt auf - und wie. Die Mailänder erhöhten nicht nur das Pressing, sondern auch die Risikobereitschaft. Oskar Janssen prüfte Dedobbelaer gleich zweimal (55. und 62.), bevor endlich der Knoten platzte: In der 63. Minute legte Eric Beauvilliers fein in den Strafraum, wo Lucas Ackland lauerte und den Ball mit der Ruhe eines 32-Jährigen in die lange Ecke schob. 1:0, Stadionexplosion inklusive. Ackland lief jubelnd zur Eckfahne, als hätte er gerade die Champions League entschieden. "Ich wollte einfach mal wieder treffen, bevor mich mein Sohn für alt erklärt", witzelte er nach dem Spiel.

Neapel versuchte, zu reagieren, doch die Offensivbemühungen blieben so harmlos wie ein italienischer Espresso ohne Koffein. Alexandre Lefebvre hatte in der 72. Minute die beste Chance, scheiterte aber an Gregor Westerveldt, der seine wenigen Momente mit sicherer Hand meisterte. Stattdessen sammelte die Defensive der Gäste Gelbe Karten - Damian Munoz in der 68. und Aurel Bindea in der Nachspielzeit, beide sinnbildlich für das zunehmend frustrierte Spiel der Süditaliener.

Neuhaus brachte frischen Wind: Nicolae Balaci kam für Domingo Nuno - eine Umstellung, die für Stirnrunzeln sorgte, schließlich verließ damit ein Verteidiger das Feld. Doch der Plan ging auf. In der Nachspielzeit, als Neapel alles nach vorne warf, segelte ein Befreiungsschlag von Timon Sisinis in den Lauf von Balaci. Der Rumäne blieb eiskalt und schob in der 95. Minute zum 2:0 ein. "Ich hab’ einfach gehofft, dass der Ball nicht verspringt - und dass der Schiri danach abpfeift", sagte Balaci lachend.

Die Statistik erzählte eine kleine Paradoxie: Intar hatte nur 44,5 Prozent Ballbesitz, aber satte 17 Torschüsse. Neapel dagegen durfte den Ball lange streicheln (55,5 Prozent), ohne ihm ernsthaft Schaden zuzufügen - gerade einmal vier Schüsse aufs Tor standen am Ende zu Buche. "Wir hatten viel Ball, aber zu wenig Mut", bilanzierte Wasserschneider. "Vielleicht sollte ich den Jungs das nächste Mal sagen, dass ein Tor auch zählt, wenn man auswärts trifft."

Taktisch blieb Neuhaus seiner offensiven Linie treu, während Neapel sich im "balancierten" Niemandsland zwischen Wollen und Können verlor. Und so ging der Sieg letztlich an das Team, das den längeren Atem, den lauteren Willen - und die besseren Nerven hatte.

Als die Fans nach Schlusspfiff "Forza Intar" skandierten, klatschte Neuhaus auf der Bank in aller Ruhe Beifall. "Schöne Sache", murmelte er zu Co-Trainer Fabbri, "endlich mal ein Abend, an dem wir nicht nur schön, sondern auch erfolgreich spielen."

Und vielleicht war das die wichtigste Erkenntnis dieses Spiels: Schönheit im Fußball ist nichts ohne Zielstrebigkeit - und manchmal braucht es eben 63 Minuten Geduld und einen späten Balaci-Blitz, um den Funken überspringen zu lassen.

Kurz gesagt: Mailand siegt, Neapel hadert, und der Reporter freut sich - denn endlich gab es wieder etwas zu erzählen, das nicht mit "torloses Remis" beginnt.

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