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London, 10. Februar 2026 - Es war ein frostiger Dienstagabend an der Stamford Bridge, aber auf dem Rasen brannte gleich zu Beginn die Luft. Nach kaum fünf Minuten stand es 2:0 für die London Blues gegen die Norwich Canaries - und das Publikum (44.073 Zuschauer) rieb sich ungläubig die Augen. Zwei Tore innerhalb von 60 Sekunden, beide von einem 18-jährigen, der offenbar vergessen hatte, dass man als Teenager eigentlich nervös zu sein hat: Klaas-Jan Huntelaar. "Ich dachte ehrlich, ich sei noch im Aufwärmen", lachte der niederländische Youngster nach dem Spiel. "Dann war der Ball plötzlich im Netz - zweimal. Da wusste ich, der Abend wird gut." Trainer Fabio Rapi grinste daneben wie ein Mann, der gerade seinen Lottoschein kontrolliert hat. "Wir wussten, dass der Junge Talent hat. Aber dass er gleich doppelt trifft, ehe ich meinen Mantel zugeknöpft habe - das war neu." Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Gleich in der 4. Minute verwertete Huntelaar eine Hereingabe aus dem linken Halbfeld eiskalt. Nur eine Minute später legte Marcio Deco quer, und erneut schlug der Ball im Netz der Canaries ein. Norwichs Torhüter Jamie Latham war chancenlos - und musste sich anschließend von seinen Verteidigern erklären lassen, warum eigentlich niemand in der Nähe des Teenagers stand. Danach beruhigte sich das Geschehen etwas - zumindest auf der Anzeigetafel. Die Blues blieben offensiv ausgerichtet, aber mit zunehmend kontrolliertem Risiko. Insgesamt feuerten sie zwölf Schüsse aufs Tor ab, während Norwich mit fünf Versuchen eher das Prinzip Hoffnung praktizierte. Bemerkenswert: Trotz 47 Prozent Ballbesitz wirkte London jederzeit gefährlicher. Der alte Fußballgrundsatz "Ballbesitz schießt keine Tore" bekam hier wieder einmal seine Bestätigung. Norwich-Coach - der Name blieb auf dem Spielberichtsbogen aus Datenschutzgründen unleserlich, aber seine Körpersprache sprach Bände - schüttelte schon nach dem zweiten Gegentreffer resigniert den Kopf. "Wir haben die ersten fünf Minuten verschlafen", sagte er später mit stoischer Gelassenheit. "Danach waren wir wach, aber da war das Spiel praktisch vorbei." In der Folge zeigten die Canaries durchaus Ansätze. Besonders Lewis Leachman und Luke Corraface tauchten gefährlich im Strafraum der Blues auf, doch Torhüter Bent Ipsen war stets auf dem Posten. "Ich hatte heute nicht viel zu tun, aber die paar Dinger wollte ich dann auch halten", meinte Ipsen gewohnt trocken. Die zweite Halbzeit verlief unspektakulärer, aber nicht ohne Unterhaltungswert. Mason Staunton prüfte Latham mehrfach, Owen Ward traf das Außennetz, und der junge Samuel Lancaster, in der 69. Minute für Ward eingewechselt, versuchte in der 79. und 91. Minute sein Glück - erfolglos, aber mit jugendlichem Elan. Auch Marcus Rashford durfte ran, frisch aus der Jugendakademie, doch seine Einsatzzeit reichte nur für ein paar schnelle Sprints an der Linie. Interessant war die taktische Entwicklung: Während die Blues ihre offensive Ausrichtung beibehielten, aber gegen Ende sichtbar an Intensität verloren (Effort-Wert "WEAK" - man gönnt sich ja sonst nichts), blieb Norwich stoisch "balanced" und ohne Pressing. Vielleicht hätte ein bisschen Druck Wunder gewirkt - so aber wirkten die Gäste wie eine gut geölte Maschine, die vergessen hatte, wohin sie eigentlich fahren wollte. Im Pressebereich herrschte nach dem Schlusspfiff gute Laune. Fabio Rapi fasste das Spiel in einem Satz zusammen: "Zwei Tore, drei Punkte, keine Verletzten - das ist Dienst nach Vorschrift." Huntelaar, inzwischen mit einem Schal um den Hals und einem breiten Grinsen, ergänzte: "Ich hoffe, ich darf jetzt öfter ran. Ich hab gehört, Doppelpacks sind ein gutes Argument." Bei Norwich dagegen war die Stimmung gedämpft. Verteidiger Joel Lockhart murmelte nur: "Wir hatten mehr Ball, aber sie hatten mehr Ziel." Ein Satz, der in Fußballphilosophie eingehen könnte - oder zumindest als Untertitel für dieses Spiel taugt. So endete der Abend mit einem klaren 2:0, das längst in den ersten Minuten entschieden wurde. Die London Blues klettern damit in der Tabelle nach oben, während Norwich sich fragt, ob man Spiele auch ab Minute sechs beginnen darf. Zum Abschied sagte ein Fan auf der Tribüne trocken: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald keinen Kaffee mehr zum Aufwachen - nur Klaas-Jan." Ein Satz, der in London wohl noch öfter fallen wird. 15.07.643990 09:37 |
Sprücheklopfer
Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport und nichts für Tunten.
Axel Kruse nach einer roten Karte