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Hull Tigers bezwingen London Blues in hitziger erster Halbzeit

Wenn man 52.275 Zuschauer in ein Stadion lockt, erwartet man Drama - und die Hull Tigers lieferten. Beim 2:1-Heimsieg gegen die London Blues am 20. Spieltag der 1. Liga England war alles dabei: frühe Tore, gelbe Karten, eine Verletzung, ein Platzverweis pro Team und ein Trainer, der nach Schlusspfiff mehr schwitzte als seine Spieler.

Schon nach drei Minuten schien Hulls Torwart Bernd Ledig zu ahnen, dass dies kein ruhiger Abend würde. Christoph Steffen prüfte ihn mit einem Schuss, der so gefährlich war wie ein lauwarmer Tee - doch die Richtung stimmte. Die Blues legten los, als wollten sie den Gastgebern zeigen, wer in London das Sagen hat. Doch die Tigers hatten andere Pläne.

In der 15. Minute setzte Mittelfeldmotor Orkut Erkin zum beherzten Schuss an, nachdem Ricardo Djalo über links den Turbo zündete. Der Ball zappelte im Netz, und das Publikum brüllte die Nordtribüne in Ekstase. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Erkin später. Trainer Bobby Granato kommentierte trocken: "Genau dafür trainieren wir manchmal sogar mit Ball."

Das Spiel nahm Fahrt auf, und im wahrsten Sinne des Wortes auch den Krankenwagen: Nur eine Minute zuvor war Innenverteidiger Anders Berglund nach einem unglücklichen Zweikampf liegen geblieben. Diagnose: Verdacht auf Muskelbündelriss. Kian Cochran kam rein - und brachte mit seiner rustikalen Art gleich die nötige Härte.

Die London Blues antworteten auf ihre Art. Flügelspieler Jay Sterling tanzte sich in der 30. Minute durch die Hull-Abwehr und legte mustergültig für Gabriel Hathaway auf. Der junge Stürmer blieb eiskalt: 1:1. Fabio Rapi, der Coach mit dem italienischen Temperament, rief seiner Bank zu: "So will ich das sehen - mit Stil und ein bisschen Chaos!"

Doch bevor die Blues den Ausgleich richtig feiern konnten, schlug Hull zurück. In Minute 42 donnerte Vincent Sousa den Ball nach Vorarbeit von Erkin ins Eck - 2:1. Sousa, 33 Jahre jung, feierte mit einem Sprint Richtung Eckfahne, der an seine besten Tage erinnerte. "Ich wollte zeigen, dass ich noch laufe, wenn’s drauf ankommt", sagte er später und grinste breit.

Nach der Pause wurde das Spiel zäher. Die Blues hatten mehr Torschüsse (13 zu 9), aber weniger Fortune. Steffen, Hensley und Hathaway verzweifelten reihenweise an Ledig, der plötzlich wie verwandelt hielt. Hull überließ den Gästen den Ball (Ballbesitz 52:48) und lauerte auf Konter. Es roch nach einem typischen "wir bringen das über die Zeit"-Spiel - und genau so kam es.

Ab der 60. Minute begann dann die Karten-Orgie. Erst sah Sean Prentiss Gelb, kurz darauf Joseba Pena auf der Gegenseite. Pena, offenbar inspiriert vom Wrestling-Abend im Fernsehen, legte später noch einen drauf: In der 88. Minute flog er mit Gelb-Rot vom Platz. "Ich hab nur laut geatmet", verteidigte er sich. Trainer Granato meinte süffisant: "Manchmal ist Atmen bei uns schon aggressives Pressing."

Doch auch London zeigte, dass sie auf Gleichberechtigung setzen - Felipe Viana verabschiedete sich in der Nachspielzeit ebenfalls mit Gelb-Rot. Fabio Rapi war danach kaum zu bremsen: "Das war kein Foul, das war ein Gedicht in Bewegung!", schimpfte er in die Mikrofone.

Die letzten Minuten waren ein einziger Verteidigungskampf. Hull stand tief, Sousa versuchte noch zwei Konter, doch der Ball wollte nicht mehr rein. Als Schiedsrichter Allan Brinsley endlich abpfiff, fielen die Tigers erschöpft in die Arme ihres Keepers.

Statistisch sah es fast ausgeglichen aus - 52 Prozent Ballbesitz für Hull, 48 für die Blues. In den Zweikämpfen lagen die Londoner leicht vorn (52 Prozent), doch Tore zählen. Und die schossen eben Sousa und Erkin.

Nach dem Spiel sprach Sousa mit einem Augenzwinkern über den Abend: "Wir sind die Tigers. Wenn man uns reizt, beißen wir. Heute haben wir halt zweimal gebissen." Ein Satz, der wohl bald auf Fan-T-Shirts landet.

Coach Granato gönnte sich derweil eine Cola Light an der Seitenlinie und sagte in die Kameras: "Wir haben gezeigt, dass man auch mit einem halben Bein weniger noch gewinnen kann." Fabio Rapi hingegen stapfte kopfschüttelnd Richtung Kabine: "Wir waren besser - aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb."

Am Ende bleibt: ein Sieg für Hull, ein paar blaue Flecken für beide Seiten und ein Spiel, das keiner so schnell vergisst.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne beim Abpfiff rief: "Das war kein Fußball - das war Krieg mit Regeln!" Und genau deshalb lieben wir diesen Sport.

17.09.643987 13:57
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Mann Willi, Du siehst ja echt aus, als sei 'ne Hungersnot ausgebrochen! (Lemkes Antwort: Und Du siehst so aus, als seist Du schuld daran!)
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