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Heerenveen siegt mit einem Tor und einem Augenzwinkern

Ein kalter Januarabend, Flutlicht in Heerenveen, 30.092 Zuschauer mit heißem Kakao in der Hand - und ein Spiel, das in seiner Essenz der Inbegriff des niederländischen Pragmatismus war: 1:0. Mehr brauchte der FC Heerenveen gegen den SC Tilburg am 8. Spieltag der Eredivisie nicht, um drei Punkte einzufahren. Weniger hätte allerdings auch kaum gereicht.

Die Geschichte dieses Spiels lässt sich in einer Szene erzählen - der 20. Minute. Rutger Scranton, der Taktgeber im Heerenveener Mittelfeld, sieht links Seha Recber starten. Ein Pass, so präzise wie ein chirurgischer Schnitt, und Recber, 32 Jahre alt und erfahrener als so mancher Linienrichter, trifft trocken ins lange Eck. Jubel, Faust in die Luft, ein kurzes Nicken in Richtung Assistgeber. Danach: Arbeit. Viel Arbeit.

Denn Tilburg war, rein statistisch, das aktivere Team. 14 Torschüsse, 51 Prozent Ballbesitz - aber null Tore. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft der Ball am Tor vorbeiging", lachte Heerenveens Torwart Jouke Conklin nach dem Spiel und fügte hinzu: "Solange sie daneben schießen, ist das ja mein Lieblingsgegner."

Tilburg begann furios. Schon in der 6. Minute prüfte Noach Voorhees den Keeper, kurz darauf folgten Weidman und Brinkerhoff mit weiteren Abschlüssen. Doch der Ball wollte einfach nicht rein. Trainer Callum Macgrogg, der an der Seitenlinie abwechselnd fluchte und applaudierte, fasste es später trocken zusammen: "Wir hatten Chancen für zwei Spiele. Leider haben wir sie auch auf zwei Spiele verteilt verschossen."

Heerenveen spielte, wie es seine Taktik-Schnappschüsse verraten: ausgewogen, unaufgeregt, fast stoisch. Kein Pressing, kein wildes Anrennen. Man hatte das Gefühl, der Plan war: den Ball so lange wie möglich vom eigenen Tor fernhalten - notfalls, indem man ihn einfach dem Gegner überlässt. Es funktionierte.

Nach dem frühen Tor verlegte sich Heerenveen auf das, was man im Volksmund "kontrolliertes Chaos" nennt. Scranton ordnete, Vandermark lief, Bushnell lauerte. Und Recber? Der tat, was Stürmer tun, wenn sie bereits getroffen haben: Er suchte das zweite Tor - und fand es nicht. Seine Versuche in der 72. und 89. Minute blieben wirkungslos, aber immerhin sorgten sie für kollektives Herzklopfen auf den Tribünen.

"Wir wollten nicht ins offene Messer laufen", erklärte ein sichtlich zufriedener Heerenveen-Coach nach der Partie (dessen Name, wie so oft, im Hintergrund blieb - vielleicht, weil seine Mannschaft ohnehin für ihn spricht). "Tilburg ist jung, schnell und unberechenbar. Da hilft manchmal nur Erfahrung - und ein gutes Timing."

Macgrogg hingegen wirkte nachdenklich. "Das war Fußball in seiner grausamsten Form", sagte er, während er die Hände tief in die Manteltaschen vergrub. "Wir machen das Spiel, sie das Tor. Aber vielleicht ist das ja der Unterschied zwischen uns."

Und tatsächlich - wer nur auf die Zahlen schaut, könnte meinen, Tilburg hätte das Spiel verdient gewonnen. Doch Fußball wird nicht nach Torschüssen entschieden, sondern nach Treffern. Und davon hatte Heerenveen exakt einen.

Ein Highlight der zweiten Halbzeit war sicherlich die 76. Minute, als Larry Brinkerhoff, der junge Linksaußen der Gäste, nach toller Vorarbeit von Coster aus kurzer Distanz scheiterte. Der Ball strich haarscharf am Pfosten vorbei, und Conklin atmete hörbar auf. "Ich hab ihn kommen sehen - und dann einfach gehofft, dass der Pfosten heute auf unserer Seite ist", grinste der Keeper später.

In den Schlussminuten warf Tilburg alles nach vorne, doch Heerenveen verteidigte mit der stoischen Ruhe eines Teams, das wusste: Hier passiert nichts mehr. Das Publikum feierte jede Grätsche, als wäre sie ein Tor. Und als der Schlusspfiff ertönte, war es weniger ein Aufschrei des Jubels als ein erleichtertes Aufatmen.

Ein 1:0, das in keiner Statistik glänzt, aber in der Tabelle zählt. Seha Recber wurde zum Mann des Abends, Scranton zum stillen Helden. Und Heerenveen? Die bleiben auf Kurs - unauffällig, effizient, fast schon niederländisch nüchtern.

Tilburg dagegen fährt heim mit der Gewissheit, dass man Spiele manchmal nicht verliert, weil man schlecht war, sondern weil der Fußball eben kein Fach für Gerechtigkeit ist.

Oder, wie Macgrogg es auf dem Weg in den Mannschaftsbus murmelte: "Wir hätten auch noch drei Stunden spielen können - Heerenveen hätte es trotzdem irgendwie 1:0 gewonnen."

Ein Fazit, so prägnant wie das Spiel selbst.

10.04.643987 04:20
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Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.
Berti Vogts
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