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Hathaway trifft spät - Blues bezwingen Devils im Geduldsspiel

Ein Geduldsspiel, ein Gedränge und ein spätes Erlösen: Die London Blues haben am 16. Spieltag der 1. Liga England die Manchester Devils mit 1:0 (0:0) bezwungen. 45.843 Zuschauer im ausverkauften Stamford Park sahen eine Partie, die über weite Strecken einer Dauerbelagerung glich - allerdings mit nur einem Treffer, erzielt von Gabriel Hathaway in der 88. Minute.

Schon in den ersten Minuten deutete sich an, in welche Richtung dieses Spiel laufen würde: Die Blues griffen an, die Devils verteidigten, und zwar mit der Leidenschaft einer Betonwand. Bereits in der 6. Minute prüfte der junge Samuel Lancaster Devils-Keeper Charlie Caroll - ein Vorgeschmack auf 90 Minuten, in denen der 19-Jährige schoss, flankte, stolperte, wieder schoss und irgendwann kaum noch wusste, wo oben und unten ist. "Ich dachte, ich hab heute den Ball öfter gesehen als meine Freundin in den letzten drei Tagen", scherzte er später mit einem müden Grinsen.

Während London eine Angriffswelle nach der anderen ritt, beschränkten sich die Gäste auf das, was man höflich als defensive Grundordnung bezeichnet. Kein einziger Schuss auf das Tor der Blues - null, nada, nichts. "Wir wollten kompakt stehen", erklärte Devils-Coach Angelo Lips mit einem Gesichtsausdruck, der zwischen Trotz und Müdigkeit schwankte. "Hat ja fast geklappt."

Fast. Denn 88 Minuten lang hielt die Manchester-Mauer. Dann kam Luke Badham über rechts, schlug eine flache Hereingabe, und Gabriel Hathaway wuchtete den Ball aus elf Metern unter die Latte. Tor, Stadionexplosion, Fabio Rapi - der Trainer der Blues - sprang an der Seitenlinie so hoch, dass man kurz dachte, er würde gleich einen Flugplatz eröffnen. "Ich hab Gabriel schon beim Warmmachen gesagt: Heute machst du das Ding", grinste Rapi nach dem Abpfiff. "Aber ehrlich gesagt sag ich das jedem Spieler. Irgendwann muss es ja stimmen."

Statistisch war die Partie einseitig wie ein Brexit-Referendum: 23 Torschüsse für London, kein einziger für Manchester. 54,8 Prozent Ballbesitz für die Blues, 45,2 für die Devils - wobei Letztere den Ball meist nur hatten, um ihn gleich wieder herzuschenken. Die Tackling-Quote sprach Bände: 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe für London, 41 für Manchester. Wenn man so will, war das 1:0 noch gnädig.

Die erste Halbzeit? Ein Gedicht in Blau, allerdings ohne Pointe. Lancaster, Deco, Badham - sie alle probierten sich aus, doch Caroll im Devils-Tor wuchs über sich hinaus. In der 44. Minute hätte man ihm fast applaudiert, als er erneut einen Lancaster-Schuss aus dem Winkel fischte. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", meinte Caroll später. "Ich glaub, mein rechter Arm hat jetzt ein eigenes Bewusstsein."

Nach der Pause änderte sich am Drehbuch wenig. London drückte, kombinierte, suchte Lücken - und fand nur den Torwart. Rapi reagierte, brachte in der 77. Minute den frischen Hathaway für den ausgelaugten Lancaster. Und siehe da: Der Joker stach. "Ich wollte einfach zeigen, dass ich’s besser kann", grinste Hathaway in der Mixed Zone, "aber ehrlich - Luke hat mir den Ball so serviert, ich musste nur noch Danke sagen."

Auf der anderen Seite wurde es hitzig - zumindest verbal. Devils-Spieler Manos Donis sah in der 83. Minute Gelb, nachdem er den Ball wegschlug und dabei etwas rief, das laut Lippenleser "unprintable" war. Schon zuvor hatte Brandon Haddington in der dritten Minute Gelb kassiert, offenbar aus nostalgischen Gründen: "Ich wollte früh dabei sein", flachste der Linksverteidiger später.

Am Ende jubelten die Blues, als hätten sie gerade die Meisterschaft eingefahren. Fabio Rapi klatschte jeden Balljungen ab, während Angelo Lips in der Coaching-Zone stumm auf seine Notizen starrte - vielleicht suchte er da den verschwundenen Offensivplan.

"Wir haben ein Zeichen gesetzt", sagte Rapi mit ernstem Blick. "Wenn man 23 Mal aufs Tor schießt, darf man ruhig mal treffen." Dass es erst in der 88. Minute klappte, passte irgendwie zu diesem Abend: London wollte, Manchester mauerte, und das Glück kam spät, aber verdient.

Zum Schluss blieb nur eine Frage, die ein älterer Herr im Block E laut stellte: "Wie kann man 90 Minuten lang so überlegen sein und trotzdem fast 0:0 spielen?" Antwort eines Nebenmanns: "Weil’s Fußball ist, mein Freund. Weil’s Fußball ist."

Und genau das war’s: ein Abend, an dem Geduld belohnt, Beton bestraft und der Fußball - zumindest für 88 Minuten - ein bisschen gemein war.

11.07.643987 17:58
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