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Hathaway doppelt, Verdasco fliegt - Blues siegen in hitziger Partie an der Küste

49.636 Fans erlebten an diesem frostigen Januarabend im St. Mary’s Stadium ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Tore, Temperament - und eine Rote Karte, die Southampton-Trainer Raine Maida nach Abpfiff mit hochrotem Kopf kommentieren ließ: "Wenn das Foul rot ist, dann bin ich Opernsänger." Leider konnte sein Team auch mit Gesang den 1:2-Rückstand gegen die London Blues nicht mehr drehen.

Die Partie begann, wie sie endete: mit viel Schwung und ein bisschen Chaos. Southampton legte los wie eine Rockband beim Soundcheck - laut, unkoordiniert, aber irgendwie sympathisch. Schon in der 7. Minute prüfte Marc Muster den Gästetorhüter Bent Ipsen mit einem strammen Schuss, der allerdings mehr Zuschauer in der ersten Reihe erschreckte als den Keeper selbst. "Ich wollte ihn mal wachrütteln", grinste Muster später.

Die Blues antworteten prompt - und wie! Der pfeilschnelle Gabriel Hathaway, an diesem Abend kaum zu bremsen, tauchte in der 8. Minute erstmals gefährlich vor dem Tor auf. Noch ging der Ball vorbei, aber es war ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. Die Londoner, angeführt von Trainer Fabio Rapi, hatten mehr Ballbesitz (57 Prozent) und wirkten in jeder Aktion abgeklärter. Southampton, mit einer Mischung aus langen Bällen und guten Vorsätzen, suchte den schnellen Umschaltmoment - fand aber meistens nur den Gegner.

Kurz vor der Pause fiel dann die verdiente Führung für die Gäste: In der 45. Minute spielte Samuel Forsythe einen butterweichen Pass in den Lauf von Hathaway, der cool blieb und den Ball zum 0:1 einschob. "Ich hab nur gemacht, was wir im Training üben - den Ball ins Netz legen, statt draufzuhauen", sagte der Doppeltorschütze später mit einem Augenzwinkern.

Nach der Pause wurde es hitzig. Southampton kam mit Wut und endlich auch mit Energie aus der Kabine. Bojan Smiljanic, bisher unauffällig, nutzte in der 61. Minute eine schöne Kopfballvorlage von Verteidiger Juan Verdasco (ja, der!) und netzte zum 1:1 ein. Das Stadion explodierte, und kurz schien es, als würde die Partie kippen.

Doch nur sechs Minuten später drehte Hathaway erneut auf. Mit einem Solo, das jedem Videospiel zur Ehre gereicht hätte, ließ er zwei Verteidiger stehen und traf zum 1:2. Verdasco, vielleicht noch im Adrenalinrausch seiner Torvorlage, übertrieb es kurz darauf in der Defensive und sah in der 70. Minute glatt Rot nach einem rustikalen Einsteigen. "Ich habe den Ball gespielt - er war nur zufällig am Bein des Gegners", verteidigte sich der Spanier, während Maida an der Seitenlinie zwischen Lachen und Verzweiflung schwankte.

Mit einem Mann weniger versuchte Southampton alles. Trainer Maida wechselte in der Nachspielzeit dreifach, brachte unter anderem Alfie Marley und Javi Bosingwa - aber die Blues standen sicher. Fabio Rapi, gewohnt lässig, kommentierte nach dem Abpfiff trocken: "Wir hätten es uns leichter machen können, aber manchmal braucht man Drama für drei Punkte."

Statistisch war der Sieg der Blues verdient: 12 Torschüsse gegenüber 7, mehr Ballbesitz, mehr Kontrolle. Doch Southampton kämpfte, rannte und biss - besonders Joshua Ackland, der in der 76. Minute Gelb sah, weil er offenbar vergessen hatte, dass Fußball kein Rugby ist.

Die Londoner feierten nach dem Schlusspfiff ausgelassen - Hathaway mit dem Spielball unterm Arm, Rapi mit einem kaum merklichen Lächeln. Auf der anderen Seite stapfte Maida Richtung Kabine und murmelte etwas von "nächste Woche wird’s anders".

Vielleicht. Aber an diesem Abend gehörte das Rampenlicht dem jungen Gabriel Hathaway - zwei Tore, unermüdlich, und mit einem Lächeln, das selbst die Fans der Saints kurz vergessen ließ, dass ihr Team verloren hatte.

Und während die letzten Zuschauer das Stadion verließen, hörte man einen Jugendlichen im Southampton-Trikot sagen: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens gegen so einen." Man könnte es kaum treffender zusammenfassen.

Endstand: Southampton - London Blues 1:2 (0:1). Tore: Hathaway (45., 67.), Smiljanic (61.). Zuschauer: 49.636. Rote Karte: Verdasco (70.). Gelb: Ackland (76.). Ballbesitz: 43 zu 57 Prozent.

So bleibt für Southampton nur das Fazit, das in England längst Klassikerstatus hat: "Unlucky, lads." Und für die Blues: drei Punkte, ein Held und ein Trainer, der auch im Sieg wirkt, als plane er schon den nächsten.

30.06.643987 04:45
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