Football Today
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Gunners retten Punkt im Stadtduell - Blues verzweifeln an eigener Chancenflut

Ein Londoner Derby bei Flutlicht - das klingt nach Drama, Leidenschaft und mindestens einem Platzverweis. Diesmal blieb es beim Drama, wenn auch in der stilleren, nervenzehrenden Variante: Die London Gunners und die London Blues trennten sich am 34. Spieltag der 1. Liga England mit 1:1. 43.500 Zuschauer im Emirates-Stadion sahen ein Spiel, das so unausgewogen war wie ein englisches Frühstück ohne Speck - die Blues feuerten 16 Torschüsse ab, trafen aber nur einmal. Die Gunners dagegen brauchten fünf Schüsse, um ein Tor und einen Punkt zu retten.

Der Abend begann ruppig: Bereits in der sechsten Minute sah Blues-Verteidiger Marcel Bonald Gelb, nachdem er George Baker an der Seitenlinie mehr abriss als abräumte. Der junge Gunners-Stürmer rappelte sich zwar wieder auf, doch die Szene setzte den Ton. "Ich dachte, er will mir den Schuh ausleihen", grinste Baker später, während er sich die Grasflecken von der Hose bürstete.

Spielerisch erarbeiteten sich die Blues schnell ein Übergewicht. Leo Fairchild und Gabriel Hathaway wirbelten auf den Flügeln, als wollten sie den Rasen umpflügen. Fairchild prüfte Gunners-Keeper Pierre Fortin bereits in der 14. Minute, Hathaway legte wenig später nach. Der Druck zahlte sich in der 32. Minute aus: Nach einem präzisen Steckpass von Sean Prentiss tauchte Hathaway links im Strafraum auf und schlenzte den Ball trocken ins lange Eck - 0:1. Fortin flog, doch die Kugel flog besser.

Trainer Fabio Rapi der Blues ballte die Faust, blieb aber äußerlich gelassen. "Wir hätten da schon 3:0 führen müssen", murmelte er später in der Pressekonferenz mit jenem gequälten Lächeln, das Trainer zeigen, wenn sie wissen, dass der Fußballgott gerade in der falschen Kabine sitzt.

Die Gunners, bis dahin eher im Verwaltungsmodus, wachten spätestens nach dem Rückstand auf. Daniel Aagaard, der erfahrene Rechtsaußen, setzte in der 44. Minute das Zeichen: Joaquin Ortega flankte von links, Aagaard nahm den Ball mit der Brust und wuchtete ihn volley in die Maschen. 1:1 - und das Stadion bebte. "Ich hab’s einfach versucht", sagte Aagaard danach, "und diesmal ist der Ball nicht auf der Tribüne gelandet."

Nach der Pause übernahmen die Blues wieder das Kommando. 51 Prozent Ballbesitz wirken auf dem Papier harmlos, doch in Wahrheit war es eine Belagerung. Hathaway, Fairchild, Hensley - sie alle probierten es. Fortin im Gunners-Tor wurde zum Mann des Abends. In der 57. Minute fischte er einen Fairchild-Schuss aus dem Winkel, dass selbst die Blues-Fans kurz klatschten.

"Pierre war heute wie eine Katze auf Koffein", lobte Gunners-Kapitän Ethan Roades seine Nummer eins. "Ohne ihn hätten wir wohl noch bis Mitternacht im eigenen Strafraum gestanden."

Rapi reagierte in der Schlussphase, brachte in der 90. Minute Mason Staunton für den ausgelaugten Fairchild - ein Wechsel, der eher symbolischen Charakter hatte. Auch Rhys Bosworth, zuvor mit Gelb verwarnt, durfte in der Nachspielzeit runter, um möglichen Platzverweis-Diskussionen zuvorzukommen. Paul Frost ersetzte ihn, und die Blues schalteten auf volles Pressing. Doch der Ball wollte einfach nicht mehr rein.

Die Gunners verteidigten mit allem, was sie hatten - inklusive Zeitspiel, Theatralik und einer ordentlichen Portion Pragmatismus. Trainerkommentare nach dem Abpfiff fielen entsprechend unterschiedlich aus. "Wir haben Charakter gezeigt", sagte ein sichtlich zufriedener Gunners-Coach, der namentlich nicht genannt werden wollte - vielleicht, um sich Rapi gegenüber das nächste Glas Wein zu ersparen. Dieser hingegen schüttelte nur den Kopf: "16 Schüsse, ein Tor, drei Gelbe Karten - das ist keine Statistik, das ist eine Tragödie."

Statistisch gesehen hatten die Blues Recht auf den Sieg: 16:5 Torschüsse, 55,9 Prozent gewonnene Zweikämpfe, ein leichtes Ballbesitzplus. Aber Fußball ist bekanntlich kein Gerechtigkeitsspiel. Die Gunners feierten ihren Punkt wie einen Sieg, die Blues verließen das Feld mit hängenden Köpfen.

Am Ende steht ein 1:1, das beiden Teams wenig hilft, aber allen Londonern wieder einmal bewiesen hat, dass es in dieser Stadt keine Freundschaftsspiele gibt. Nur Derbys - und die schreibt der Fußballgott mit besonders launiger Feder.

Oder, wie Hathaway beim Verlassen des Stadions sagte: "Wir hätten 5:1 gewinnen können. Aber wahrscheinlich war heute einfach Fortins Abend - und unsere Zielscheibe stand ein Stück zu weit links."

Ein Punkt, zwei Tore, 43.500 Meinungen - London bleibt geteilt, auch im Fußball. Und das ist gut so.

07.10.643993 23:00
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