La Hora
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Guacamayo Azogues tanzt Olmedo im Pokal aus - 3:0 und kaum Mühe dabei

32.000 Zuschauer im Estadio Olímpico Ríobamba hatten sich am Donnerstagabend auf ein spannendes Achtelfinale im Pokal gefreut. Am Ende blieb ihnen vor allem eines: das Staunen darüber, wie leichtfüßig Guacamayo Azogues den Gastgeber Olmedo mit 3:0 (2:0) aus dem Wettbewerb beförderte.

Schon in den ersten Minuten zeichnete sich ab, dass Trainer Karsten Rieger seine Mannschaft mit einem klaren Plan aufs Feld geschickt hatte: offensiv, direkt, unbarmherzig. "Wir wollten Olmedo nicht ins Spiel kommen lassen", erklärte Rieger nach der Partie trocken. "Und, ehrlich gesagt, das ist uns ganz gut gelungen." Ganz gut ist dabei eine charmante Untertreibung.

Denn die ersten zwanzig Minuten gehörten ausschließlich den Gästen. Duarte Fernandes prüfte Olmedos Torhüter Dimas Adao bereits nach sechs Minuten, wenig später folgten Schüsse von Jose Travassos und Bernardo Villar. Es war nur eine Frage der Zeit, bis das Netz zappelte. In der 17. Minute war es dann soweit: Travassos, von Linksverteidiger Eric Haddington perfekt in Szene gesetzt, jagte den Ball wuchtig unter die Latte - 1:0 für Guacamayo Azogues. Der Jubel der mitgereisten Fans klang wie tropischer Donner über den Anden.

Olmedo versuchte, sich zu schütteln. Joseph Cabell und Mika Rautiainen suchten den Weg nach vorn, doch die Angriffe verpufften gegen die sattelfeste Defensive um Alberto Vidigal und Xabi Izquierdo. Stattdessen schlug Azogues erneut zu: In der 26. Minute vollendete Pal Titkos nach feinem Zuspiel von Silvestre Lope zum 2:0. Der ungarische Mittelstürmer reckte den Zeigefinger gen Himmel, während der heimische Trainer an der Seitenlinie nur hilflos die Arme ausbreitete.

"Wir hatten eigentlich 50 Prozent Ballbesitz", bemerkte ein sichtlich frustrierter Olmedo-Kapitän nach dem Spiel. "Aber was nützt dir der Ball, wenn du nicht weißt, wohin damit?" Treffender hätte man die erste Halbzeit kaum zusammenfassen können: viel Ball, wenig Idee.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Guacamayo Azogues ließ es nun etwas ruhiger angehen, verwaltete das Spiel mit jener Selbstverständlichkeit, die nur siegreiche Mannschaften ausstrahlen. Der Ball lief sicher durch die Reihen, während Olmedo mit zunehmender Verzweiflung kämpfte.

In der 70. Minute dann ein kleiner Schreckmoment: Rechtsverteidiger Leandro Aguas blieb nach einem Zweikampf liegen und musste verletzt vom Feld. Für ihn kam Cesc Teixeira, der seine Sache ordentlich machte. "Ich habe Karsten zugerufen: Chef, ich bin warm!", grinste Teixeira später. "Er sagte nur: Dann beweis es."

Beweisen durfte sich kurz darauf erneut Pal Titkos - und zwar als eiskalter Vollstrecker. In der 75. Minute stand er wieder goldrichtig und markierte mit seinem zweiten Treffer des Abends das 3:0. Danach war die Luft raus, zumindest bei Olmedo. Die Gäste spielten sich noch einige Chancen heraus, unter anderem durch Fernandes und Travassos, aber der Torhunger war gestillt.

Die Statistik sprach am Ende eine deutliche Sprache: 20 Torschüsse für Azogues, ganze 4 für Olmedo. Der Ballbesitz war nahezu ausgeglichen, doch die Zahlen täuschen über den Klassenunterschied hinweg. "Wir haben versucht, kompakt zu bleiben", erklärte Olmedos Torwart Dimas Adao. "Aber irgendwann kam der Ball halt trotzdem wieder zurück."

Trainer Rieger zeigte sich nach dem Schlusspfiff zufrieden - und ein wenig schelmisch. "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben. Vielleicht war das heute ein bisschen zu viel Spaß für Olmedo."

Mit diesem souveränen Auftritt zieht Guacamayo Azogues ins Viertelfinale des Pokals ein. Olmedo dagegen verabschiedet sich mit hängenden Köpfen, aber immerhin in sportlicher Fairness. Einige Fans applaudierten den Gästen sogar - seltenes Schauspiel in dieser Höhenlage.

Und so hallte nach dem Abpfiff ein Satz über die Tribünen, den ein älterer Zuschauer lachend rief: "Wer so spielt, braucht keinen Sauerstoffzelt!" Recht hat er. Guacamayo Azogues atmete an diesem Abend ausschließlich den süßen Duft des Erfolgs.

19.09.643987 00:18
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Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer
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