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Grimaldi köpft Yuventus zum Arbeitssieg in Rimini

Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die selbst Drehbuchautoren zu banal fänden - und doch funktionieren sie. So geschehen an diesem kühlen Januarabend im Stadio Romeo Neri, wo der favorisierte Tabellenzweite Yuventus Turin mit Ach und Krach ein 1:0 über den Aufsteiger AS Rimini rettete. 52.295 Zuschauer sahen ein Spiel, das alles hatte: Leidenschaft, Pech, ein Eigentor-verdächtiges Siegtor eines Innenverteidigers - und einen Trainer, der nach Abpfiff ungläubig lächelte, als hätte er gerade ein besonders schwieriges Sudoku gelöst.

Rimini begann mutig, fast frech. Schon nach drei Minuten prüfte Arnau Villar den Turiner Keeper Eugenio Messina - ein Schuss wie ein Neujahrsvorsatz: kraftvoll, aber ohne Ziel. Villar versuchte es in der Folge noch mehrfach (8., 10., 38.), stets begleitet vom kollektiven Raunen der Kurve. Dass er am Ende ohne Torjubel blieb, lag mehr am Pech als an der Präzision: "An so einem Abend kann man zwanzigmal schießen - und trifft trotzdem nur die Tauben auf der Tribüne", knurrte er nach dem Spiel halb lachend.

Das frühe Unglück kam für die Gastgeber in der achten Minute, als Marnix Rutgers nach einem Pressschlag verletzt vom Platz musste. Trainer Fritz Fasching reagierte mit einem Achselzucken und brachte den jungen Marco Rossi: "Wenn du schon früh wechseln musst, dann wenigstens für einen, der noch keine Angst vor Fehlern hat." Rossi dankte es mit beherztem Spiel, scheiterte aber in der 35. und 87. Minute jeweils knapp.

Yuventus tat sich schwer. Das Team von Kevin Mirabella, taktisch gewohnt auf Konter eingestellt, ließ Rimini kommen, lauerte auf Fehler - und wartete. Samuele Cerzeto, 36 Jahre jung und immer noch mit der Eleganz eines Altmeisters, versuchte es mehrfach aus spitzem Winkel (19., 29., 40., 61.), doch Rimini-Keeper Gianfranco Pedivigliano hielt, was zu halten war. "Ich hab schon gegen Stürmer gespielt, die weniger geschossen haben und mehr getroffen haben", grinste Pedivigliano später.

Bis zur 76. Minute schien alles auf ein torloses, aber ehrenhaftes Remis der Hausherren hinauszulaufen. Dann kam eine dieser Szenen, die in Turiner Vereinschroniken noch lange kursieren werden: Cerzeto flankte aus dem rechten Halbfeld, der Ball segelte über Freund und Feind hinweg - und landete auf dem Kopf von Manuel Grimaldi, einem 29-jährigen Innenverteidiger, der sonst eher für rustikale Klärungsversuche bekannt ist. Grimaldi nickte ein, als hätte er nie etwas anderes getan. 1:0. "Ich war selbst überrascht, dass der Ball reinging", gab der Torschütze später zu. "Normalerweise köpfe ich sowas ins Netz - aber von außen."

Danach verfiel das Spiel in den üblichen Abnutzungskampf: Rimini drückte, Yuventus zog sich zurück. Christophe Corraface rackerte im Mittelfeld, schoss in der 85. und 89. Minute, doch Messina hielt souverän. "Wir hatten 55 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüsse und null Tore - das ist fast mathematisch unfair", seufzte Trainer Fasching auf der Pressekonferenz, bevor er einräumte: "Aber wenn du vorne nicht triffst, hilft dir auch kein Taschenrechner."

Auf der anderen Seite wirkte Mirabella erleichtert: "Wir wollten kompakt stehen und auf unsere Chance warten. Das war vielleicht nicht schön, aber effizient. Und am Ende zählt das." Neben ihm nickte der gelbverwarnt vom Platz gegangene Rechtsverteidiger Roberto Taverna - eine Verwarnung, die sinnbildlich für das zähe Ringen stand.

Rimini spielte am Ende sogar Pressing - laut Statistik zum ersten Mal an diesem Abend. Doch es blieb beim Bemühen. Die Zuschauer verabschiedeten ihr Team dennoch mit Applaus. Man hatte gesehen, dass Leidenschaft und Einsatz nicht immer belohnt werden, aber selten wirkungslos bleiben.

Und Yuventus? Die Turiner reisen mit drei Punkten nach Hause und vermutlich der Erkenntnis, dass auch ein 1:0 von einem Innenverteidiger Gold wert sein kann. Oder wie Grimaldi es formulierte: "Manchmal muss man nur zur richtigen Zeit den Kopf hinhalten - im Leben wie im Strafraum."

So endete ein Spiel, das weniger von Eleganz als von Hartnäckigkeit lebte. Rimini wird sich ärgern, Yuventus zufrieden sein - und die Fußballgötter werden, irgendwo da oben, leise gelächelt haben.

07.06.643987 01:35
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