Football Today
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Geordies trotzen Gunners - Vier Tore, viele Chancen, kein Sieger

Ein nasskalter Montagabend in Newcastle, doch 33.408 Unentwegte ließen sich den Spaß nicht nehmen. Und sie wurden belohnt - mit einem wilden 2:2-Spektakel zwischen den Newcastle Geordies und den London Gunners, das mehr Wendungen hatte als eine Seifenoper auf Speed.

Schon nach neun Minuten bebte der St. James’ Park: Rhys Simpson, der flinke Rechtsaußen mit der Frisur eines Popstars, verwertete einen feinen Pass von Bruno Meira. "Ich hab’ einfach gedacht, ich hau’ drauf", grinste Simpson später, während ihm noch der Dampf aus dem Atem stand. "Und diesmal ging er eben rein."

Doch wer glaubte, die Gunners würden jetzt die Köpfe hängen lassen, kennt Boris Bach nicht. Der Londoner Trainer, bekannt für seine stoische Miene und seinen Hang zu 4-3-3-Philosophie, ließ seine Mannen sofort nach vorne marschieren. Nach einem kurzen Powerplay zappelte der Ball in der 23. Minute schon wieder im Netz - allerdings im Geordies-Tor. Erik Mathiesen, 32 Jahre und immer noch mit der Eleganz eines Wikingers, schob nach Vorlage von Innenverteidiger Ethan Roades locker ein. "Ich dachte, er haut ihn in die Wolken", raunte ein Zuschauer hinter mir. Tat er nicht.

Das Spiel war nun offen wie ein Scheunentor. 16:8 Torschüsse für die Gunners sollten am Ende stehen - aber wer hier dachte, London würde die Sache einfach runterspielen, täuschte sich. Denn in Minute 37 schlug Newcastle zurück: Franck Baier, 21, Rechtsmittelfeld, traf mit einem satten Schuss nach Vorarbeit von - natürlich - Rhys Simpson. Der junge Baier wirkte danach, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Ich wusste gar nicht, dass ich so gut zielen kann", witzelte er später.

Doch die Freude hielt gerade mal drei Minuten. In der 40. Minute zauberten die Gunners über rechts: Julio Molina tänzelte an zwei Verteidigern vorbei, legte quer, und Roberto Beilin drückte den Ball über die Linie. 2:2 - und das alles noch vor der Pause. "Wir haben in der Halbzeit überlegt, ob wir einfach alle nach Hause gehen, weil’s eh nicht besser werden kann", flachste Geordies-Trainer Konstantin Ratai später.

Die zweite Hälfte begann mit denselben Zutaten: Tempo, Risiko, und gelegentlich einem Schuss Wahnsinn. Newcastle blieb offensiv eingestellt - laut Taktikdaten über 90 Minuten "offensiv, kurzpassorientiert, aber mit wachsender Aggressivität". Oder wie Ratai es zusammenfasste: "Wir haben irgendwann einfach auf Pressing gedrückt und gehofft, dass keiner nach Luft schnappt."

In der 57. Minute musste Torwart Stephane Beyince runter, offenbar angeschlagen. Der 19-jährige Jake Williamson kam - und hielt, was zu halten war. Gleich drei Mal rettete er spektakulär gegen Callahan und Mathiesen. "Ich dachte, die schießen mich mit dem Ball ins Netz", sagte der Teenager lachend.

Newcastle hatte seine Momente: Sousa (55.) prüfte den London-Keeper Makukula, Futre (58.) setzte den Ball ans Außennetz. Doch die Gunners blieben gefährlicher. Henri Callahan, 35, schoss in der Schlussphase gefühlt alle zwei Minuten - in der 85., 87., 93. Minute, immer knapp vorbei. Trainer Bach seufzte danach: "Henri sagt, er habe den Ball nicht richtig getroffen. Ich sage: Wenn er ihn richtig trifft, fliegt er bis Leeds."

Gelbe Karten gab’s auch: Otto Schulte (14.) holte sich eine frühe Verwarnung ab, weil er offenbar vergessen hatte, dass Grätschen auf Brusthöhe nicht erlaubt ist. Später erwischte es Asterios Sifakis (82.) für ein rustikales "Stopp-Schild" gegen Molina.

Am Ende blieb es beim 2:2 - leistungsgerecht, wie man so schön sagt, wenn keiner mehr weiß, wer eigentlich besser war. Ballbesitz leicht bei London (51,5 zu 48,5 Prozent), aber Newcastle mit dem größeren Herz.

"Es war ein richtiges englisches Spiel - nass, schnell, laut und keiner konnte verteidigen", resümierte ein schmunzelnder Boris Bach. Und Ratai? "Ich hätte gern gewonnen, aber ehrlich: Wenn ich heute noch mal 22 Beine zählen kann, bin ich zufrieden."

Fazit: Vier Tore, zwei großartige Offensivreihen, ein paar müde Abwehrbeine und ein Publikum, das sich schon auf das Rückspiel freut. Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn das so weitergeht, bauen sie hier bald Stehplätze fürs Herzklopfen."

Und das war’s dann aus Newcastle - ein Unentschieden, das sich anfühlt wie ein Sieg für alle, die Fußball nicht für eine Rechenaufgabe halten.

06.03.643987 09:19
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