Fanatik
+++ Sportzeitung für Türkei +++

Genclerbirligi trotzt Gatalasaraj in hitzigem 2:2 die Punkte ab

Ein lauer Januarabend in Ankara, 32.348 Zuschauer, Flutlicht und ein Spiel, das alles hatte, was man an einem 3. Spieltag noch nicht erwartet: Tempo, Tore, Karten - und eine gehörige Portion Drama. Genclerbirligi und Gatalasaraj trennten sich 2:2 (1:2), und am Ende wussten wohl beide nicht so recht, ob sie sich freuen oder ärgern sollten.

Gatalasaraj startete wie die Feuerwehr - und das ist keine dieser Sportreporter-Floskeln. Schon in der 11. Minute klingelte es im Kasten von Robbe Van Dam. Yildirim Oktay, der flinke Linksaußen, traf nach feinem Steckpass von Stilian Kolew zum 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten - und gehofft, dass der Torwart blinzelt", grinste Oktay nach dem Spiel. Der Keeper blinzelte tatsächlich.

Doch Genclerbirligi ließ sich nicht lange bitten. In der 23. Minute war es Sezer Kocaman, der nach präziser Vorarbeit von Julian Martins den Ball ins lange Eck schlenzte - 1:1, und das Stadion bebte. Trainer Abdullah Avci ballte an der Seitenlinie die Faust, als würde er gerade einen Lottogewinn feiern.

Allerdings hielt die Freude nur kurz. Vier Minuten später schlich sich Petri Suhonen auf der linken Seite in den Strafraum, bekam den Ball von - wem sonst - Oktay und versenkte eiskalt. 1:2, und Gatalasaraj hatte wieder Oberwasser. "Wir wollten offensiv bleiben, aber das war dann fast zu viel Offensivgeist", knurrte Avci später.

Mit 59 Prozent Ballbesitz und 15 Torschüssen hatte Genclerbirligi die Kontrolle, aber keine Ruhe. Gatalasaraj dagegen spielte schnörkellos, lauerte auf Konter und setzte auf Pressingphasen, die so kurz waren wie ein Espresso - aber manchmal genauso belebend.

Nach der Pause drängten die Gastgeber, während Gatalasarajs Defensive zunehmend ins Schwimmen geriet. Besonders Ezequiel Pacos auf der linken Abwehrseite erlebte einen Abend zwischen Genie und Wahnsinn: erst Gelb in der 4. Minute, dann in der 68. Minute Gelb-Rot. Trainer Carlo Colucci schüttelte nur den Kopf: "Ich hab ihm vor dem Spiel gesagt: bleib ruhig. Aber Ezequiel hört lieber auf innere Stimmen."

In Unterzahl war Gatalasaraj plötzlich nur noch mit Mühe Herr der Lage. Genclerbirligi schnürte die Gäste ein, und in der 62. Minute fiel, was sich längst abzeichnete: Cesar Ibanez, der 34-jährige Dauerläufer auf rechts, traf nach Flanke von Freddie Graysmark zum 2:2. Ein Schuss, so trocken wie der Humor seines Trainers. "Cesar läuft, bis die Sonne aufgeht", sagte Avci später, "und heute hat sie kurz geleuchtet."

Danach wurde es wild. Chancen hüben wie drüben, ein paar wütende Flanken, ein verzweifelter Fallrückzieher von Isidoro Viana in der 89. Minute - knapp vorbei. Gatalasaraj hatte in der Schlussphase kaum noch Luft, verteidigte mit Herz, Händen und vermutlich auch Gebeten. Torwart Arnau Santoy hielt, was zu halten war, und bekam nach dem Abpfiff eine kräftige Umarmung von Colucci. "Er ist unser Sanitäter im Sturm", lachte der Coach, "immer da, wenn’s brennt."

Statistisch gesehen war Genclerbirligi das bessere Team: mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, bessere Zweikampfquote. Aber Fußball ist bekanntlich kein Statistikseminar. "Wir haben das Spiel nicht verloren - aber auch nicht richtig gewonnen", fasste Kocaman zusammen. Treffender kann man es kaum sagen.

Nach dem Abpfiff applaudierten die Fans beider Lager - die einen, weil ihre Mannschaft Moral gezeigt hatte, die anderen, weil sie trotz Unterzahl einen Punkt mitnahm. Und irgendwo zwischen den Scheinwerfern und dem aufgewühlten Rasen stand Abdullah Avci, der sich mit Carlo Colucci kurz umarmte. "Ein gerechtes Ergebnis", murmelte Colucci, "aber beim nächsten Mal bring ich einen Psychologen für Pacos mit."

Ein Spiel, das in Erinnerung bleibt - nicht wegen der Perfektion, sondern wegen seines Chaos’, seiner kleinen Fehler und großen Momente. Wie sagte Genclerbirligis Verteidiger Vassilios Vryzas mit einem Augenzwinkern? "Das war kein Fußballspiel. Das war ein Abenteuerurlaub mit Ball."

Und damit hatte er recht.

22.02.643987 20:11
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