Fanatik
+++ Sportzeitung für Türkei +++

Genclerbirligi tanzt Koynaspor aus - 3:1-Auswärtssieg mit Stil und Präzision

Es war ein kalter Januarabend in Konya, aber die 12.500 Zuschauer im Stadion bekamen ein Spiel zu sehen, das eher an ein heißblütiges Sommerduell erinnerte. Am 11. Spieltag der 1. Liga Türkei zerlegte Genclerbirligi die Gastgeber von Koynaspor mit 3:1 - ein Ergebnis, das in seiner Klarheit nur andeutet, wie überlegen die Gäste waren.

Schon in den ersten Minuten war klar, dass Abdullah Avcis Mannschaft nichts anbrennen lassen wollte. 23 Torschüsse feuerten die Gäste im Laufe der Partie ab, während Koynaspor mit mageren vier Versuchen agierte - mehr harmlose Versuche als ernsthafte Gefahr. "Wir wollten zeigen, dass wir Fußball spielen können", sagte Avci nach dem Spiel mit einem kaum verhohlenen Grinsen. "Und das haben wir wohl getan."

Der erste Treffer fiel in der 32. Minute, und er hätte kaum schöner sein können. Antonio Jemez sprintete auf der rechten Seite die Linie entlang, flankte halbhoch in den Strafraum, wo Sezer Kocaman lauerte. Der 32-Jährige nahm den Ball volley und donnerte ihn unhaltbar in den Winkel - ein Tor, das selbst den neutralen Zuschauer zum Staunen brachte. Nicht so Koynaspor-Trainer, der nach dem Spiel nur trocken meinte: "Wir hatten eigentlich alles im Griff - außer den Ball und den Gegner."

Bis zur Pause blieb es beim 0:1, was weniger der Defensive Koynaspor lag als vielmehr der Ungenauigkeit der Gäste. Genclerbirligi spielte offensiv, aber ohne Pressing, fast schon lässig. Isidoro Viana, der linke Flügelstürmer, prüfte Keeper Niyazi Aurelio gleich mehrfach, doch der Koynaspor-Torwart hielt, was zu halten war - und manchmal auch, was eigentlich nicht zu halten ist.

In der zweiten Halbzeit kam kurz Hoffnung auf: In der 53. Minute zündete Ragip Özkan auf der linken Seite den Turbo, legte quer auf Nesim Bartu, der sich nicht zweimal bitten ließ - 1:1! Jubel, Trommeln, Feuerwerk auf den Rängen. "Da dachte ich kurz, das kippt jetzt", gestand später Genclerbiligi-Kapitän Anil Kas. "Aber dann fiel uns wieder ein, dass wir ja eigentlich die bessere Mannschaft sind."

Nur drei Minuten später bewies Axel Theunis, dass Erfahrung durch nichts zu ersetzen ist - außer durch noch mehr Erfahrung. Nach einem perfekten Pass von Kas stand der 33-jährige Belgier goldrichtig und schob überlegt ins lange Eck ein. 2:1 für die Gäste, und diesmal blieb die Antwort aus. Koynaspor wirkte getroffen, fast konsterniert.

Als dann in der 79. Minute Julian Martins nach Vorarbeit von Kocaman das 3:1 erzielte, war die Sache endgültig entschieden. Martins’ Jubel - ein kurzer Tanz mit ausgestreckten Armen - passte zum Spiel: elegant, leicht ironisch, und mit einem Hauch Überheblichkeit. "Ich wollte einfach zeigen, dass wir Spaß haben", grinste er nach dem Abpfiff. "Und ein bisschen tanzen schadet nie."

Koynaspor versuchte noch einmal, sich aufzubäumen. Bedrettin Sükür prüfte den Gästetorwart Gilles Theunis in der 66. Minute, doch ohne Erfolg. Spätestens nach der Gelben Karte für Gökay Tanman (77.) schien auch der letzte Widerstand gebrochen. Tanman stapfte vom Feld und brummte: "Für das Foul hätte man mir eher einen Orden verleihen sollen - ich war der Einzige, der überhaupt noch gelaufen ist."

Statistisch war es eine klare Angelegenheit: Genclerbirligi hatte 52 Prozent Ballbesitz, gewann 57 Prozent der Zweikämpfe und ließ keinen Zweifel daran, wer hier die Spielkontrolle hatte. Koynaspor wirkte zwar bemüht, aber planlos - wie eine Band, die ihre Instrumente vergessen hat.

Trainer Avci zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir haben vieles richtig gemacht. Vielleicht zu viel - jetzt erwarten die Fans das jedes Wochenende." Sein Gegenüber, Koynaspors Coach, der lieber anonym bleiben wollte, fasste es sarkastisch zusammen: "Wenn man nur viermal aufs Tor schießt, darf man sich über drei Gegentore nicht wundern. Zumindest waren wir effizient - im Verfehlen des Tores."

Nach Abpfiff blieb ein Gefühl von sportlicher Lehrstunde. Genclerbirligi spielte reif, clever und mit der Ruhe eines Teams, das weiß, wie man Spiele gewinnt. Koynaspor dagegen muss sich fragen, ob "ausgewogen" wirklich die richtige taktische Ausrichtung ist, wenn der Gegner im Dauermodus "offensiv" spielt.

Und so ging ein Abend zu Ende, an dem Koynaspor wieder einmal zeigte, dass man mit gutem Willen allein keine Punkte holt. Genclerbirligi hingegen verabschiedete sich mit einem Lächeln - und einer klaren Botschaft an die Konkurrenz: Wer tanzen will, sollte vorher üben.

15.05.643987 00:58
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager