Fanatik
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Gatalasaraj siegt mit jugendlicher Leichtigkeit - Eskiceihrspor geht die Luft aus

Ein kalter Januarabend, Flutlicht im Eskisehir-Stadion, rund 20.000 Fans mit Tee in der Hand - und ein Spiel, das alles hatte: Tore, Tempo und ein bisschen Chaos. Am Ende gewann Gatalasaraj mit 4:2 bei Eskiceihrspor, und das Ergebnis war ebenso verdient wie unterhaltsam.

Schon die ersten Minuten ließen ahnen, dass es kein gemächlicher Sonntagskick werden würde. Nach zehn Minuten zappelte der Ball erstmals im Netz der Gastgeber: Orkut Kabze, der elegante Mittelfeldmann mit der Präzision eines Uhrmachers, traf nach feinem Zuspiel von Alper Korkmaz. "Ich hab’ einfach draufgehalten, und ehrlich gesagt - ich wollte eigentlich flanken", grinste Kabze später in die Mikrofone.

Doch Eskiceihrspor antwortete prompt. Sechs Minuten später war Nuh Toraman da, der flinke Rechtsaußen, der offenbar nie genug Kaffee hat. Nach Vorarbeit von Efstathios Goumas schlenzte er den Ball ins lange Eck - 1:1 und ein Jubel, der das Stadion erzittern ließ. Trainer Carlo Colucci von Gatalasaraj schüttelte da nur leicht den Kopf: "Wir wussten, dass sie laufen können. Aber wir können auch schießen."

Gesagt, getan: In der 29. Minute schlich sich der 18-jährige Karoly Nyers in die Strafraummitte und traf eiskalt - sein erstes Profitor. Der Junge sah danach so überrascht aus, als hätte man ihm gerade den Führerschein geschenkt.

Aber Eskiceihrspor ließ sich nicht abschütteln. Kurz vor der Pause, in der 35. Minute, bewies Evan Hartshorn, dass britische Stürmer auch in Anatolien treffen können. Wieder war Goumas der Vorbereiter - 2:2, Halbzeit! Und das Publikum feierte, als hätte man gerade die Champions League gewonnen.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. Kaum war der Tee im Becher abgekühlt, schlug Ferruh Saglam zu - 47. Minute, die Gäste wieder vorne. Alper Korkmaz hatte den Ball mustergültig aufgelegt, und Saglam bedankte sich mit einem trockenen Abschluss. "Ich hab’ Ferruh gesagt: Schieß einfach, ich mach den Rest schön", witzelte Vorlagengeber Korkmaz danach.

Eskiceihrspor wehrte sich, hatte über Hartshorn und Santos mehrere gute Gelegenheiten, doch der Ball wollte nicht mehr rein. Und als alle dachten, das Spiel würde sich nun in den üblichen Mittelfeldscharmützeln verlaufen, schlug Gatalasaraj erneut zu: In der 80. Minute traf der eingewechselte Gabriel Gayheart nach klugem Querpass von Sean Kennedy zum 4:2-Endstand.

Damit war die Messe gelesen, auch wenn Eskiceihrspor in den letzten Minuten noch mehr Gelbe Karten (drei insgesamt) als Torchancen sammelte. Duarte Carvalho, Miroslav Lastovka und Zülfü Sentürk durften sich die Verwarnungen wie kleine Souvenirs einstecken - sinnbildlich für die schwindende Geduld der Gastgeber.

Die Statistik unterstreicht das Bild: 19 Torschüsse für Gatalasaraj, nur 9 für Eskiceihrspor, Ballbesitz fast ausgeglichen (49,7 zu 50,3 Prozent), aber die Gäste schlicht effizienter. Oder wie Trainer Colucci trocken bemerkte: "Wir hatten heute vier gute Chancen - und vier Tore. Klingt nach einem Plan."

Eskiceihrspor-Coach - der sich nach Abpfiff wortkarg gab - murmelte nur: "Wir haben gut angefangen, dann aber aufgehört." Eine treffende Zusammenfassung eines Spiels, das zur Pause offen war und dann alle Illusionen der Gastgeber in den anatolischen Winternebel schickte.

Ein kleines Highlight am Rande: Als Gayheart in der 80. Minute traf, rutschte er beim Jubel auf dem vereisten Rasen aus und segelte fast in die Fotografenreihe. "Ich wollte nur den Schnee testen", lachte er später. Die Kameraleute dürften ihm das glauben - ihr Equipment hat überlebt.

Gatalasaraj zeigte insgesamt, warum sie in dieser Saison zu den spielstärksten Teams der Liga gehören. Offensiv druckvoll, taktisch reif, und mit einer Jugend, die keine Angst vor großen Bühnen kennt. Nyers, Korkmaz und Kennedy - sie alle wirkten, als hätten sie ihre Playstation-Kombinationen einfach ins echte Leben übertragen.

Eskiceihrspor dagegen bleibt ein Team, das Herz zeigt, aber manchmal die Ordnung verliert. Zwei schöne Tore, engagiertes Pressing, aber hinten zu offen wie ein Basar bei Sommerschlussverkauf.

Und so endete ein kurzweiliges Spiel mit einem klaren Sieger. Die Fans gingen trotz Niederlage zufrieden nach Hause - immerhin hatten sie sechs Tore gesehen. Oder wie ein älterer Herr auf der Tribüne sagte, während er seinen Schal enger zog: "Wenn wir schon verlieren, dann bitte so. Ich hasse 0:0."

Einverstanden. Wenn alle Spiele so laufen, darf der Winter ruhig noch ein bisschen bleiben.

15.05.643987 00:57
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