L’Equipe
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Garcez trifft früh, Arnaud kontert spät - 1:1 zwischen Nizza und Straßburg

Ein milder Januarabend an der Côte d’Azur, 67.810 Zuschauer im prall gefüllten Allianz Riviera, und ein Spiel, das mehr versprach, als es letztlich hielt. OGC Nizza und der AS Straßburg trennten sich am 14. Spieltag der französischen Ligue 1 mit einem 1:1 - ein Ergebnis, das beiden Teams das Gefühl gab, sie hätten eigentlich mehr verdient.

Von Beginn an war klar: Nizza wollte das Heft in der Hand behalten. 56 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache, und schon in der ersten Minute prüfte Thijmen Brinkerhoff den Straßburger Torhüter Daniel Fryer mit einem satten Schuss - ein kleiner Vorgeschmack auf das, was da noch kommen sollte. "Wir wollten von Anfang an Druck machen, vor allem über die Flügel", erklärte Trainer King Lung später mit der Ruhe eines Mannes, der sein Taktikbrett besser kennt als seine eigene Kaffeemaschine.

Und tatsächlich: Nizzas Flügelzange funktionierte. Jorge Garcez auf rechts war ein ständiger Unruheherd, flankte, dribbelte, schoss - und traf. In der 34. Minute nahm er einen Pass von Innenverteidiger Francesco Cariati direkt, halb Volley, halb Wuchtgeschoss, und versenkte den Ball unhaltbar im langen Eck. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Garcez nach dem Spiel. "Cariati meinte später, das war so geplant - ich glaube, er hat einfach gehofft, dass ich diesmal nicht in die Wolken ziele."

Straßburg, bis dahin defensiv eingestellt und mit der Haltung eines Gastes, der lieber nicht zu laut atmet, wachte nach dem Rückstand endlich auf. Trainer Da To, der an der Seitenlinie mit verschränkten Armen wirkte wie ein Mathematiklehrer kurz vor der Klassenarbeit, stellte zur Pause um - von Defensive auf Offensive, von geduldig auf pressend. Und siehe da: Es fruchtete.

"Ich hab ihnen gesagt: Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens mit erhobenem Kopf - und vielleicht einem Tor", verriet Da To später mit einem Augenzwinkern. Seine Spieler folgten dem Befehl. Besonders Jacques Arnaud vorne wirbelte, flankiert von einem unermüdlichen Luke Harrington im Mittelfeld, der in der 77. Minute den entscheidenden Pass spielte. Arnaud nahm den Ball elegant an, drehte sich um den verdutzten Cariati und schob eiskalt zum 1:1 ein.

"Das war typisch Jacques", lobte Harrington, "er redet nicht viel, aber wenn’s zählt, spricht der Ball." Und Arnaud selbst? "Ich hab einfach gespürt, dass das unser Moment war", sagte er und grinste, während er sich die Schweißperlen aus dem Bart wischte.

Nach dem Ausgleich entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Yves Caron prüfte in der 73. Minute mit einem strammen Distanzschuss die Reflexe von Fryer, der sich spektakulär in die Ecke warf. Im Gegenzug war es wieder Arnaud, der in der 77. Minute beinahe doppelt getroffen hätte - diesmal aber scheiterte.

Nicht alles lief rund: In der 51. Minute musste Nizzas Stürmer Brinkerhoff verletzt raus, nachdem er unglücklich aufgekommen war. Trainer Lung reagierte sofort und brachte Billy O’Brien, der zwar kämpfte, aber kaum Akzente setzen konnte. "Thijmen ist ein Kämpfer, er wollte weitermachen, aber ich hab ihn lieber rausgenommen, bevor er uns auf Krücken noch Tore schießt", witzelte Lung.

Straßburgs Francesco Taverna sah kurz nach der Pause Gelb - eine logische Folge seiner rustikalen Interpretation des Begriffs "Zweikampf". Doch im Großen und Ganzen blieb die Partie fair, was in Anbetracht von Nizzas 13 zu 12 Torschüssen und der nahezu ausgeglichenen Zweikampfstatistik (50,7 % zu 49,3 %) auch kein Wunder war: Beide Teams neutralisierten sich weitgehend.

Zum Schluss drückte Nizza noch einmal, getrieben vom Publikum, das mit jedem Ballgewinn lauter wurde. In der 81. Minute versuchte es Linksverteidiger Josef Paulsson sogar selbst - sein Schuss zischte haarscharf vorbei. "Ich dachte, der geht rein", murmelte er, "aber irgendwie wollte das Tor heute nicht mehr mit uns reden."

Das Publikum verabschiedete die Spieler mit Applaus - und ein bisschen Ratlosigkeit. Ein Spiel, das alles hatte außer einem Sieger. Trainer Da To fasste es süffisant zusammen: "Wir haben heute gelernt, dass man in Nizza nicht nur Sonne, sondern auch einen Punkt holen kann."

Vielleicht das treffendste Fazit eines Abends, an dem beide Mannschaften zwar kämpften, rannten und schwitzten - aber am Ende doch nur das Gefühl blieb, dass das 1:1 irgendwie gerecht war. Oder, wie es King Lung mit trockenem Humor formulierte: "Ein Punkt ist besser als gar keiner, aber schlechter als zwei."

Und so gingen die 67.810 Zuschauer nach Hause - einige zufrieden, andere mürrisch, alle aber mit dem Wissen: Fußball kann manchmal wunderschön langweilig sein.

30.06.643987 04:14
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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