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**Futre-Show im Nordosten: Geordies zerlegen die Cats mit 4:1**

Wenn man in Sunderland dieser Tage das Wort "Derby" ausspricht, zucken viele Fans zusammen - und das aus gutem Grund. Am Freitagabend bekamen die 27.000 Zuschauer im "Stadium of Light" eine bittere Lektion erteilt: Die Newcastle Geordies fegten die Sunderland Cats mit 4:1 vom Platz. Hauptdarsteller des Abends: der gerade einmal 22-jährige Vicente Futre, der einen lupenreinen Hattrick erzielte und dabei aussah, als würde er auf dem Trainingsplatz gegen Hütchen spielen.

Schon nach drei Minuten war das Spiel im Grunde entschieden. Futre, eiskalt wie ein Nordsee-Wind im Januar, verwandelte die erste Chance des Spiels - Vorlage vom quirligen Varnavas Damanakis, der die rechte Seite entlangspurtete, als hätte ihn jemand mit einem Espresso intravenös versorgt. "Ich hab nur meinen Kopf gehoben und Vicente gesehen - der Rest war einfach", grinste Damanakis später. Sunderland-Trainer (dessen Name die Vereinsführung offenbar lieber nicht in die Öffentlichkeit trägt) wirkte da schon leicht bleich an der Seitenlinie.

Während die Cats noch versuchten, ihre Formation zu sortieren, legten die Geordies nach. In der 29. Minute tanzte Joan Cruz durchs Mittelfeld, steckte auf Futre durch - und der Portugiese vollendete mit der Gelassenheit eines Mannes, der wüsste, dass der Ball ohnehin reinmuss. 0:2, und das bei einem Ballbesitzvorteil für Sunderland (53,8 Prozent). Zahlen, die zeigen: Die Cats hielten den Ball, aber Newcastle das Messer.

"Wir wollten kompakt stehen und kontern - das hat wunderbar funktioniert", erklärte Geordies-Coach Konstantin Ratai mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Zufriedenheit und süffisanter Genugtuung lag. Seine Mannschaft spielte tatsächlich einen Fußball, der trotz aggressiver Note erstaunlich kontrolliert wirkte: offensiv, passsicher, schnörkellos. 14 Torschüsse gegenüber 7 der Gastgeber sprechen eine deutliche Sprache.

Die Cats hingegen wirkten wie ein Chor, der die Noten verloren hatte. Ihre beste Chance in der ersten Halbzeit vergab Logan Grantham, der den Ball in der 27. Minute aus spitzem Winkel auf die Tribüne drosch. "Ich dachte, da sitzt meine Mutter", scherzte er hinterher, "da wollte ich ihr wenigstens den Ball schenken." Humor als Selbstschutz - nachvollziehbar nach so einer Halbzeit.

Nach der Pause kam Sunderland mit etwas mehr Mut, aber Newcastle blieb lässig gefährlich. In der 62. Minute war es wieder Futre, diesmal nach einem weiten Pass von Rechtsverteidiger Isaac Craven - 0:3 und das Stadion verstummte. Selbst die Gästefans brauchten einen Moment, um zu realisieren, dass ihr junger Mittelstürmer gerade Geschichte schrieb. Drei Tore in 60 Minuten im Tyne-Wear-Derby - das schafft man sonst nur auf der Playstation.

Wenig später, in der 65. Minute, durften die Cats wenigstens einmal jubeln: Joshua Primes zog aus 18 Metern ab und traf sehenswert ins rechte obere Eck. "Ich wollte einfach mal was probieren - schlimmer konnte’s ja nicht werden", kommentierte er trocken. Der Ehrentreffer war verdient, wenn auch kosmetischer Natur.

Doch die Geordies hatten noch nicht genug. In der 74. Minute setzte Rhys Simpson den Schlusspunkt, nach erneuter Vorarbeit von Damanakis - 1:4. Während die Geordies jubelten, diskutierten einige Sunderland-Fans bereits über die Rückfahrt - und ob man den Rest der Saison vielleicht als "Neuanfang" verkaufen sollte.

Drei Gelbe Karten kassierte Newcastle (Sousa, McLeod, Damanakis), alle aus jener Mischung aus Leidenschaft und "kontrolliertem Chaos", die diese Partie so unterhaltsam machte. Sunderland blieb brav - vielleicht zu brav. "Wir müssen lernen, schmutzig zu spielen, wenn’s sein muss", meinte Mittelfeldmann Samuel Warriner nach dem Abpfiff. Sein Trainer nickte nur stumm.

Statistisch gesehen hatte Sunderland zwar mehr Ballbesitz, aber Newcastle gewann mehr Zweikämpfe (53 Prozent) und war in jeder Hinsicht effizienter. Taktisch setzte Ratai auf eine offensive Ausrichtung mit kurzem Passspiel - kaum Pressing, aber maximaler Ertrag. Die Cats hingegen balancierten vergeblich zwischen Kontrolle und Ideenlosigkeit.

In der Kabine der Geordies soll es nach dem Spiel laut geworden sein - allerdings vor Lachen. "Vicente hat den Ball für seine Mutter mitgenommen", verriet Ratai. "Er meinte, sie habe ihm gesagt, er solle endlich mal was Ordentliches nach Hause bringen." Mission erfüllt.

Und so bleibt am Ende ein klarer Sieg, ein überragender Futre und ein Sunderland, das sich fragt, ob man wirklich gegen Newcastle gespielt hat - oder gegen eine Naturgewalt in schwarz-weiß.

Wenn das der Maßstab ist, dann sollten die Cats beim nächsten Derby vielleicht gleich mit Regenschirm antreten - gegen den Sturm aus dem Norden hilft sonst nichts.

11.09.643990 09:07
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