La Razon
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Fortin Liniers wird überrannt - FC Tucuman tanzt den Heimfavoriten aus

Ein lauer Januarabend in Buenos Aires, 25.175 Zuschauer, ein Heimteam mit Anspruch - und am Ende ein 2:4 aus Sicht von Fortin Liniers, das sich gewaschen hat. Die Gäste vom FC Tucuman spielten am sechsten Spieltag der 1. Liga Argentinien frech, zielstrebig und vor allem: effizient. Während Liniers den Ball pflegte (52,5 % Ballbesitz, immerhin), kümmerte sich Tucuman lieber um das Wesentliche - nämlich um Tore.

Schon in der 9. Minute setzte Michel Arrondo das erste Ausrufezeichen. Nach einer butterweichen Flanke von Bradley Gayheart drosch der Linksaußen den Ball so trocken ins Eck, dass selbst die Eckfahne kurz Respekt zeigte. "Ich hatte einfach das Gefühl, dass heute alles reingeht", grinste Arrondo nach dem Spiel - und behielt recht. Elf Minuten später war es wieder der 28‑Jährige, der nach einem schnellen Doppelpass mit - natürlich - Gayheart auf 0:2 erhöhte. Fortins Abwehr wirkte in diesem Moment wie ein schlecht synchronisiertes Tanzensemble.

Dabei hatte Trainer Moller seine Tucuman-Truppe gar nicht auf Hurra-Fußball eingestellt. "Wir wollten kontrolliert angreifen", erklärte der Coach, "aber manchmal kontrolliert man eben, indem man trifft." Eine Philosophie, die man sich merken sollte.

Fortin Liniers fand nach dem Schock immerhin zurück in die Partie. In der 35. Minute steckte Sergio Jordao clever durch, und Iker Mingo vollendete mit einem satten Linksschuss ins lange Eck zum 1:2. Das Stadion erwachte, die Fans rochen Morgenluft - und selbst der Stadionsprecher klang plötzlich wieder enthusiastisch. Nur: Tucuman ließ sich nicht beirren.

Nach der Pause kam die nächste kalte Dusche. Keine zwei Minuten waren gespielt, da legte Matteo Martino den Ball von rechts perfekt in den Lauf von Lucas Fraser. Der Mittelstürmer bedankte sich artig mit dem 1:3. "Ich musste nur den Fuß hinhalten", sagte Fraser bescheiden - was allerdings bedeutete, dass Fortins Verteidiger offenbar beide Füße woanders hatten.

Und als wäre das nicht genug, flog in der 78. Minute auch noch Antonio Frechaut vom Platz. Der linke Mittelfeldspieler von Liniers sah nach einem rustikalen Tritt in die Werbebande (und in den Gegner) glatt Rot. "Ich wollte den Ball treffen", murmelte er später, "aber der Ball wollte nicht." Man kann es ihm kaum verübeln - an diesem Abend wollte wenig so, wie Fortin es sich vorgestellt hatte.

Tucuman nutzte die Überzahl prompt. Patrik Krueger zog im Mittelfeld die Fäden, bediente Esteban Gallego, und der schnürte in der 83. Minute den Deckel drauf: 1:4. Die Gäste jubelten, Liniers-Spieler schauten betreten zu Boden. "Da war der Ofen aus", kommentierte ein Fan auf der Tribüne trocken.

Das 2:4 in der Nachspielzeit durch Felipe Cuadrado - nach Vorarbeit von Domingo Alves - war nur noch Ergebniskosmetik. Der Treffer fiel in der 95. Minute, da hatte Tucuman längst das Spiel in der Tasche und Coach Moller gönnte sich schon den ersten Schluck aus der Wasserflasche, als wäre es Champagner.

Statistisch gesehen sah es für Liniers gar nicht so düster aus: mehr Ballbesitz, 45 % gewonnene Zweikämpfe (wenn auch die entscheidenden nicht), aber nur sieben Torschüsse gegenüber Tucumans 19. Und die Gäste schossen eben nicht nur oft, sondern auch klug - mit Präzision statt Zufall.

Nach Abpfiff zeigte sich Fortin-Trainer (der seinen Namen lieber nicht nennen wollte) selbstironisch: "Wenn man vier Tore kassiert, ist das manchmal auch ein Zeichen von Gastfreundschaft." Da lachte sogar Moller, der spontan einlud: "Dann sehen wir uns gern beim Rückspiel, aber diesmal bring ich den Wein mit."

Ein Spiel, das zeigte, dass Ballbesitz nur schön ist, solange man etwas damit anfängt. Tucuman spielte zielstrebig, aggressionslos, aber mit einem klaren Plan - und der hieß: Tore statt Tiki-Taka. Fortin hingegen wird nach dieser Heimniederlage einiges zu verdauen haben - und vielleicht das nächste Mal weniger auf Ästhetik, dafür mehr auf Effektivität setzen.

Am Ende verließen die Zuschauer das Stadion mit gemischten Gefühlen: Die einen klatschten für Tucumans mutigen Auftritt, die anderen schüttelten die Köpfe über die Defensive ihres Teams. Nur ein älterer Herr auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "Wir hatten den Ball. Sie hatten die Tore. Das ist der Unterschied zwischen Kunst und Handwerk."

Und so marschiert der FC Tucuman mit breiter Brust weiter durch die Liga - während Fortin Liniers sich fragt, wie aus einem Heimspiel ein Lehrstück in Effizienz werden konnte. Fußball kann manchmal grausam ehrlich sein.

18.03.643987 05:07
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Rainer Calmund
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