Tuttosport
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Florenz tanzt Rimini schwindlig - Leyn trifft doppelt beim 3:0-Sieg

Ein lauer Januarabend in der Toskana, 43.500 Zuschauer im Artemio-Franchi-Stadion - und der SC Florenz zeigte, dass man sich in dieser Saison offenbar vorgenommen hat, den Gegnern nicht nur Punkte, sondern auch die Lust am Fußball zu rauben. Mit einem überzeugenden 3:0 (2:0) gegen den AS Rimini setzte die Elf von Giovanni Ferrari ein Ausrufezeichen am 3. Spieltag der 1. Liga Italien.

Schon nach wenigen Minuten war klar, wer hier Herr im Haus ist. Florenz spielte mit einer Selbstverständlichkeit nach vorn, als habe man die Kugel persönlich erfunden. Bram Leyn, der bullige Mittelstürmer mit dem Charme eines Steinmetzes, eröffnete in der 13. Minute das Torfestival. Nach feiner Vorarbeit von Oscar Barre schob er unaufgeregt ein - so unaufgeregt, dass man fast vermuten konnte, er habe die Szene im Training schon zwanzigmal geprobt. "Ich dachte, Oscar flankt zu hoch", grinste Leyn später, "aber er kennt meine Stirn inzwischen besser als seine."

Rimini, von Trainer Fritz Fasching auf Konter eingestellt, kam zu Beginn zweimal gefährlich vors Florentiner Tor, doch Aleandro Caputo scheiterte jeweils an Keeper Nelson Gome, der im violetten Trikot mehr Glanz verbreitete als die gesamte Rimini-Offensive. Danach war vom Gast lange nichts mehr zu sehen - außer ratlose Gesichter.

In Minute 26 klingelte es erneut: Edward Whitman, der quirligste Engländer südlich der Alpen, traf nach Vorlage von Adam Lester zum 2:0. Während Whitman jubelnd Richtung Fankurve rannte, schien Fasching an der Seitenlinie innerlich das Wort "Urlaub" zu buchstabieren. "Wir haben eigentlich gut begonnen", murmelte er später in die Mikrofone, "aber Florenz hat uns dann einfach keinen Ball mehr geschenkt. Nicht mal aus Mitleid."

Die Statistik sprach zur Pause eine deutliche Sprache: 56 Prozent Ballbesitz für Florenz, 10:3 Torschüsse - und das Gefühl, dass Rimini auch mit zwei Bällen auf dem Platz keinen Weg durch die violette Mauer gefunden hätte.

Nach dem Seitenwechsel brachte Ferrari frische Beine: Carl Ottosen ersetzte Mario Butragueno, Vitor Caneira kam für Lester. Und kaum war der Ball wieder im Spiel, zeigte Leyn, dass er nicht nur Tore schießt, sondern auch den richtigen Riecher hat. In der 59. Minute vollendete er nach erneutem Zuspiel von Lester zum 3:0 - der endgültige Knockout für Rimini.

"Wir wollten das Spiel kontrollieren, nicht verwalten", erklärte Trainer Ferrari hinterher mit einem Lächeln, das zwischen Stolz und Genugtuung pendelte. "Meine Jungs haben das heute wunderbar umgesetzt. Nur schade, dass Bram jetzt denkt, er sei Stürmer des Jahres." Leyn lachte im Hintergrund und rief: "Das bin ich doch schon!"

Rimini versuchte in der Folge, wenigstens etwas Würde zu retten, doch es blieb beim Versuch. Jose Chalana sah in der 65. Minute Gelb und in der 82. Gelb-Rot - eine Szene, die sinnbildlich für den zerfallenden Widerstand der Gäste stand. "Ich wollte eigentlich nur den Ball treffen", rechtfertigte sich Chalana später, "aber der Ball hatte andere Pläne."

Florenz nutzte die Überzahl, um den Ball wie eine wertvolle Antiquität durch die eigenen Reihen kreisen zu lassen. 17 Torschüsse standen am Ende zu Buche - gegen gerade mal fünf von Rimini. Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit stehenden Ovationen; einige Fans sollen angeblich sogar das Wort "Meisterschaft" geflüstert haben.

Und Rimini? Die Spieler trotteten nach Abpfiff in die Kabine, als hätten sie gerade erfahren, dass das Abendessen ausfällt. Trainer Fasching versuchte, die Stimmung zu retten: "Wir sind noch im Aufbau. Heute war Florenz halt schon fertig aufgebaut."

Während die Stadionsprecherin die offizielle Zuschauerzahl verlas, standen Giovanni Ferrari und Fritz Fasching noch kurz auf dem Rasen. Ferrari legte seinem Kollegen die Hand auf die Schulter und sagte, halb tröstend, halb schelmisch: "Beim Rückspiel wird’s sicher spannender." Fasching grinste dünn: "Nur, wenn ihr dann nicht mitspielt."

Ein Spiel, das mehr über Stimmung, Selbstbewusstsein und Spielfreude erzählte als über Taktiktafeln. Florenz spielte aggressiv, aber elegant; Rimini kämpfte tapfer, aber vergeblich. Das 3:0 war nicht bloß ein Ergebnis, sondern eine Demonstration.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn die so weitermachen, können sie den Pokal gleich hierlassen." Und man hatte das Gefühl, er meinte es gar nicht sarkastisch.

21.02.643987 22:26
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Ich hab früher schon in der Westkurve gestanden und Lothar Matthäus beschmissen.
Mario Basler
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