World Soccer
+++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++

Florenz tanzt, Nizza stolpert - ein Halbfinalabend mit italienischer Eleganz

Es war einer dieser Abende, an denen Fußball plötzlich aussieht wie Kunst - zumindest, wenn man in der Toskana zu Hause ist. Der SC Florenz hat das Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen OGC Nice mit 3:0 gewonnen und dabei ein Lehrstück in Effektivität und Temperament geliefert. 43.500 Zuschauer im Stadio Artemio Franchi erlebten eine Vorstellung, die zwischen Oper und Operette schwankte: dramatisch, laut, aber mit einem klaren Helden - Callum Dewey, Innenverteidiger mit Torjäger-Seele.

Schon die ersten Minuten zeigten, dass Florenz gut vorbereitet war. "Wir wollten ihnen gar nicht erst das Gefühl geben, dass sie hier was holen können", grinste Trainer Giovanni Ferrari nach dem Spiel, während er sich den Espresso nachfüllte. Tatsächlich presste seine Mannschaft früh, ließ Nizza kaum zur Entfaltung kommen - auch wenn die Gäste leicht mehr Ballbesitz hatten (51 zu 49 Prozent). Doch Florenz hatte den deutlich besseren Plan.

In der 22. Minute fiel das erste Tor, und es war fast schon poetisch: Cristian Mancini, der flinke Rechtsaußen, drehte sich nach einem langen Ball von Innenverteidiger Ton Tenbrook elegant um den Gegenspieler und schob flach zum 1:0 ein. "Ich hab einfach auf mein Herz gehört - und auf Ton geschrien, er soll das Ding lang spielen", lachte Mancini später. Es war der erste von insgesamt 14 Torschüssen der Florentiner - und gleich der wichtigste.

Nizza dagegen kämpfte, biss, rannte - aber schoss meist Mattia Ceccarelli, dem florentinischen Keeper, direkt in die Arme. Billy O’Brien prüfte ihn zweimal ernsthaft, doch Ceccarelli parierte mit der Ruhe eines Mannes, der seit Jahren Espresso statt Nervosität trinkt.

Nach dem Seitenwechsel kam kurz Hektik auf: Zwei Gelbe Karten für Florenz (Morano in der 61., Caneira in der 65.) brachten das Publikum zum Kochen. Ferrari wechselte klug - brachte Callum Dewey und Carl Ottosen, um die Defensive zu stabilisieren. Ironie der Geschichte: Ausgerechnet Dewey, der frische Innenverteidiger, entschied das Spiel.

In der 67. Minute stieg er nach einer Ecke von Domingo Antunes hoch, so hoch, dass man meinte, er wolle die Flutlichtmasten einköpfen - 2:0. Nur fünf Minuten später wiederholte sich das Schauspiel: Diesmal kam der Ball von Armandos Fotilas, Dewey lief sich frei und wuchtete den Ball erneut ins Netz. 3:0, und das Stadion bebte. "Zwei Tore in fünf Minuten - das passiert mir sonst höchstens an der Playstation", grinste der 23-Jährige später.

Der Rest war kontrollierte Euphorie. Florenz zog sich zurück, ließ Nizza anlaufen, aber ohne Erfolg. Die Franzosen versuchten es mit Aggressivität (Trainer King Lung hatte seine Elf von Beginn an offensiv eingestellt), doch es blieb beim Versuch. "Wir wollten kontern, aber dazu bräuchte man auch mal den Ball", seufzte Lung auf der Pressekonferenz, sichtlich genervt.

Statistisch blieb das Spiel fast ausgeglichen - 14 zu 7 Torschüsse, knapp 50 Prozent Ballbesitz für beide. Doch die Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte. Florenz spielte mit Leidenschaft und taktischer Disziplin, Nizza mit Verzweiflung. Als Dewey in der Nachspielzeit noch Gelb sah, klatschte das Publikum ironisch Beifall - eine Art toskanischer Liebeserklärung an den neuen Publikumsliebling.

Nach dem Abpfiff tanzten die Spieler in Lila im Mittelkreis, während Ferrari seine Jungs einzeln abklatschte. "Das war erst die halbe Miete", mahnte er, doch man merkte ihm an: Er wusste, dass dies mehr war als nur ein gutes Ergebnis. Es war ein Statement - das Statement, dass Florenz wieder zur ganz großen Bühne gehört.

Und irgendwo in der Ecke des Stadions sang ein Fan mit kratziger Stimme: "Dewey per sempre!" - nicht ganz rein, aber voller Herz. Florenz lachte, Florenz jubelte, Florenz träumte. Und Nizza? Die werden wohl in einer Woche an der Côte d’Azur mehr als nur Sonne brauchen, um diesen Rückstand aufzuholen.

Ein Abend zwischen Espresso, Emotionen und Effektivität - typisch Italien, möchte man sagen.

01.01.643988 02:40
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Spielerfrau.
Mehmet Scholl auf die Frage nach seinem Lieblingsberuf
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager