El Peruano
+++ Sportzeitung für Peru +++

**Feuriges 2:2 zwischen San Martin und Huancayo - Karten, Küsse und Chaos**

Der Abend in Lima begann mit Feuerwerk - und zwar nicht auf den Rängen, sondern schon nach fünf Minuten auf dem Rasen. 25.108 Zuschauer im Estadio San Martín del Sur sahen, wie UD San Martin in Person von Nikita Dobrowolski früh ein Zeichen setzte. Der 32-jährige Flügelstürmer drosch den Ball nach einem langen Pass von Innenverteidiger Giuseppe Soveria Simeri wuchtig ins linke Eck - 1:0, die Heimfans jubelten, die Bierbecher flogen. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste Dobrowolski später, "aber dann hat er irgendwie beschlossen, doch reinzugehen."

Doch die Freude währte nur kurz. Nur drei Minuten später antwortete Atletico Huancayo über ihren quirlig-schnellen Rechtsaußen Alain Doucet. Nach Vorarbeit von Pierre Blanqui - dessen Flankenläufe eher an einen Marathon erinnerten - knallte der Franzose den Ball zum 1:1 in die Maschen. Trainer Dimak Torpedo, ein Mann mit Namen wie aus einem Comic, ballte an der Seitenlinie die Faust: "Ich hab’s ihnen gesagt - keine Angst vor großen Namen!"

Das Spiel blieb turbulent. San Martin hatte knapp mehr Ballbesitz (51,3 Prozent), doch Huancayo schoss häufiger aufs Tor (11 zu 7). Und während die Hausherren versuchten, mit gepflegtem Passspiel Ruhe reinzubringen, zündeten die Gäste regelmäßig kleine Konter-Feuerwerke. Besonders auffällig: Eric Letourneur, der auf dem linken Flügel gefühlt jede Minute seine eigenen Sprintrekorde brach. Schon nach einer Viertelstunde keuchte er: "Ich schwör’, ich hab mehr Kilometer als der Bus zum Stadion gemacht!"

Dann kam die 31. Minute - und die Gelbe Karte für den jungen Leandro Bosingwa. Sein rustikaler Einsatz im Mittelfeld zeigte, dass man in Lima fair, aber nicht zimperlich spielt. Noch auffälliger: Amaury Carvalho, der rechte Verteidiger der Gastgeber, holte sich in der 9. Minute die erste Verwarnung - und in der 54. Minute die zweite. Gelb-Rot! "Er hat einfach vergessen, dass Gelb nicht nur eine Modefarbe ist", spottete ein Zuschauer auf der Tribüne. Trainer von San Martin (der sich nach dem Spiel weigerte, seinen Namen auf die Pressekarte zu schreiben) sah das weniger humorvoll: "Das war dumm. Punkt."

Trotz Unterzahl bewies San Martin Moral. In der 61. Minute brachte Bram Weidman die Hausherren erneut in Führung. Nach feinem Zuspiel von Bernardo Enriquez schob der Mittelstürmer eiskalt ein - 2:1. "Ich hatte kurz das Gefühl, das Tor sei kleiner geworden", lachte Weidman nach dem Spiel, "aber dann hab ich einfach die Augen zugemacht." Das Stadion tobte, und selbst der Stadionsprecher brauchte ein paar Sekunden, um seine Stimme wiederzufinden.

Doch Huancayo wäre nicht Huancayo, wenn sie sich damit zufriedengegeben hätten. Trainer Torpedo reagierte clever, brachte in der 63. Minute den 18-jährigen Ashton Neil und später den erst 17-jährigen Jose Mendes. Eine jugendliche Frischzellenkur, die Wirkung zeigte: In der 72. Minute fasste sich Nael Gomes ein Herz, nahm Mendes’ Pass volley und jagte die Kugel ins Netz - 2:2! Eine sehenswerte Kombination von Erfahrung und jugendlichem Übermut. "Ich hab dem Jungen gesagt: einfach schießen, nicht nachdenken", verriet Gomes später mit einem Augenzwinkern.

Die Schlussphase war dann ein einziger roter Puls. Huancayo drückte, San Martin verteidigte mit allem, was noch Beine hatte. Eric Letourneur hatte in der Nachspielzeit noch die Riesenchance zum Sieg, aber sein Schuss aus 20 Metern landete in den Armen von Keeper Vassilios Ninis, der sich danach theatralisch auf den Ball warf und ihn küsste - unter dem Applaus der Heimfans. "Ich und der Ball, wir sind jetzt verlobt", witzelte der Torwart nach Abpfiff.

Die Statistik sprach leicht für die Gäste, die mehr Torschüsse und eine höhere Zweikampfquote verbuchten (53 zu 47 Prozent), doch am Ende fühlte sich das 2:2 für beide Seiten wie eine Mischung aus Sieg und Niederlage an. Bei San Martin überwog der Ärger über die verpasste Chance, bei Huancayo die Freude über die späte Belohnung.

Trainer Dimak Torpedo fasste die Gefühlslage trocken zusammen: "Ein Punkt ist besser als keiner, aber zwei wären schöner gewesen." Auf der anderen Seite schnaubte San Martins Co-Trainer beim Gang in die Kabine: "Wenn wir schon zu zehnt spielen müssen, sollten wir wenigstens zu zehnt schießen dürfen."

Als die Nacht über Lima hereinbrach und die Stadionlichter erloschen, blieb ein Spiel in Erinnerung, das alles hatte: frühe Tore, späte Emotionen, jugendliche Helden, alte Hasen - und einen rechten Verteidiger, der Gelb-Rot wohl als Sammelobjekt betrachtet.

Ein Reporter-Fazit zum Mitnehmen: Wenn Fußball ein Spiegel des Lebens ist, dann war dieses 2:2 die perfekte Metapher - schön, chaotisch und am Ende trotzdem irgendwie gerecht.

11.09.643990 09:51
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich grüße meine Mama, meinen Papa und ganz besonders meine Eltern.
Mario Basler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager