Fanatik
+++ Sportzeitung für Türkei +++

Fenehrbace tanzt Koynaspor aus - Maradona lächelt von der Seitenlinie

Ein lauer Januarabend in Istanbul, 25.973 Zuschauer, Flutlicht, frischer Çay auf der Pressetribüne - und ein Fenehrbace, das Koynaspor 90 Minuten lang zeigte, wie man Fußball spielt, ohne dabei zu schwitzen. 2:0 hieß es am Ende, und das Ergebnis schmeichelte den Gästen noch.

Schon in den ersten Minuten war klar, dass die Hausherren keine Lust auf Geduld hatten. Marc Mascarenhas prüfte Koynaspors Keeper Niyazi Aurelio bereits nach vier Minuten, und während der noch seine Handschuhe sortierte, rollte Angriff auf Angriff. Koynaspor versuchte, offensiv mitzuhalten, immerhin mit drei Schüssen in den ersten 15 Minuten, doch mehr als ein freundliches "Hallo" an Fenehrbaces Torhüter Özkan Özdenak war das nicht.

Dann die 22. Minute: Ein abgefangener Ball von Innenverteidiger Naim Mert, ein weiter Pass auf die rechte Seite - und Marc Mascarenhas schiebt den Turbo rein. Eine Körpertäuschung, ein Haken nach innen, ein Schlenzer ins lange Eck. 1:0. Das Stadion bebte, Mascarenhas breitete die Arme aus, als wolle er die Bosporusbrise einfangen. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste er später. "Ich glaube, der Ball wollte selbst rein."

Nur elf Minuten später folgte die Szene, die auch Trainer Diego Maradona von seinem Sitz riss. Marcos Travassos, der rechte Außenverteidiger, sprintete die Linie entlang, flankte flach in den Rückraum - dort wartete Kamuran Özari, 33 Jahre alt, aber mit der Spritzigkeit eines Studenten auf Koffein. Trocken, präzise, 2:0. "Das war wie im Training", meinte Özari nach Abpfiff und fügte lachend hinzu: "Nur dass Maradona im Training öfter reinruft, ich soll nicht so viel nach vorne gehen."

Koynaspor wirkte danach wie ein Boxer, der den Gong zum zweiten Mal überhört hat. Trainername? Fehlanzeige in den Statistiken - vielleicht wollte er nach dieser ersten Halbzeit lieber anonym bleiben. Sein Team rannte zwar weiter an, aber Fenehrbace kontrollierte das Geschehen. 57,6 Prozent Ballbesitz, 19 Torschüsse - Zahlen, die das Spiel kaum ausreichend beschreiben. Es war ein Muster an Kontrolle, an Spielwitz und an - ja, man darf es sagen - Arroganz im besten Sinne.

Maradona, der an der Seitenlinie in seinem dunklen Mantel wirkte wie ein Komponist, der gerade seine Sinfonie dirigiert, sagte danach: "Wir hätten noch drei machen können. Aber warum? 2:0 ist schön, es klingt rund." Und dann, mit jenem schelmischen Lächeln, das man aus alten Tagen kennt: "Ich mag es, wenn meine Jungs Spaß haben. Heute hatten sie sehr viel Spaß."

In der zweiten Halbzeit ließ Fenehrbace es ruhiger angehen. Paisis Tsionanis, der rechte Flügel, versuchte sich mehrfach an Kunstschüssen (20., 54., 55., 58., 68., 82. Minute - der Mann schießt öfter als andere atmen), aber der Ball wollte einfach nicht mehr rein. "Ich dachte, irgendwann zählt einer doppelt", sagte er augenzwinkernd in der Mixed Zone.

Koynaspor kam zwar noch zu Chancen - Tunca Mansiz und Ozan Bekdik versuchten es tapfer -, doch Özdenak im Tor der Gastgeber blieb unbeeindruckt. Einmal, in der 69. Minute, rauschte ein Schuss von Nesim Bartu knapp am Pfosten vorbei, und Özdenak drehte sich danach zu seinem Verteidiger und rief: "War der so geplant?" - worauf Naim Mert nur trocken antwortete: "Natürlich. Damit du wach bleibst."

Die letzten 20 Minuten waren ein Schaulaufen. Fenehrbace spielte den Ball mit der Gelassenheit einer Mannschaft, die genau wusste, dass hier nichts mehr anbrennen würde. Maradona wechselte spät, winkte seinem Team mehrfach zu, das Tempo zu drosseln - und ließ sich dann auf der Bank zurückfallen. Mission erfüllt.

Statistisch gesehen war Koynaspor gar nicht so schlecht. Acht Torschüsse, 42 Prozent Ballbesitz - das klingt nach Kampf. Aber wer das Spiel gesehen hat, weiß: Es war eher ein höflicher Versuch, mitzuspielen.

Nach Abpfiff jubelte das Stadion, als wäre die Meisterschaft entschieden. Mascarenhas, Özari und Maradona umarmten sich in einer kleinen Choreografie der Zufriedenheit. "Wenn wir so weitermachen", sagte Özari noch, "dann muss sich die Liga warm anziehen."

Und irgendwo oben auf der Pressetribüne notierte ein Kollege: "Maradona lächelt - das gefährlichste Zeichen für die Konkurrenz."

Ein 2:0, das aussieht wie Routine, aber nach Glanz schmeckt. Fenehrbace lebt, lacht und siegt - und Koynaspor fragt sich wohl noch immer, wann das Spiel eigentlich angefangen hat.

23.07.643987 07:32
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Sicherlich haben wir im Moment einen kleinen Lauf, aber Lauf heißt ja bekanntlich Lauf, weil's von laufen kommt.
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