Sport-Blick
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FC Wil fegt Kriens vom Platz - ein 3:0 mit Ansage und Augenzwinkern

Wenn 24.416 Zuschauer an einem frostigen Januarabend den Weg ins Stadion finden, dann erwarten sie Spektakel - und der FC Wil enttäuschte am 12. Spieltag der 2. Liga Schweiz niemanden. Mit einem souveränen 3:0-Heimsieg gegen den FC Kriens zeigte die Mannschaft von Trainer Jens Bauer, dass Offensivfußball und Effizienz auch im Unterhaus bestens zusammenpassen.

Von der ersten Minute an war spürbar, dass die Wiler keine Lust auf Geduldsspielchen hatten. Bereits in den ersten zehn Minuten prüften Martel, Custodio und Betz den Krienser Schlussmann Kunze mehrfach. "Ich dachte, wir spielen Handball im Strafraum", witzelte Kunze später mit einem gequälten Lächeln. "Der Ball kam von überall."

Es dauerte bis zur 34. Minute, ehe der Druck Früchte trug. Alfonso Gonzalo, Wils quirliger Linksaußen, traf nach feinem Zuspiel des Rechtsverteidigers Roberto Gelmirez zum 1:0. Ein Treffer, so präzise und unaufgeregt, dass man fast vergessen konnte, wie viele Chancen zuvor liegen geblieben waren. "Ich hab einfach geschossen, bevor ich wieder nachdenken konnte", grinste Gonzalo später.

Nur drei Minuten danach legte Linus Miller nach, der wuchtige Linksaußenstürmer, der an diesem Abend alles traf - außer die Eckfahne. Nach einem weiten Pass von Pierre Delmas zog er volley ab, der Ball zischte unhaltbar in den Winkel. 2:0 - und Kriens wusste nicht, wie ihm geschah. Trainer Bauer klatschte kurz, drehte sich dann zu seinen Assistenten und meinte trocken: "Wenn sie jetzt noch anfangen, Spaß zu haben, wird’s gefährlich."

Zur Pause war die Partie praktisch entschieden. Die Gäste, taktisch balanciert, aber ohne Mut zum Risiko, hatten kaum Offensivaktionen. Nur fünf Torschüsse standen am Ende auf ihrem Konto - und keiner davon brachte Wils Keeper René Haas ernsthaft ins Schwitzen.

In der zweiten Hälfte schalteten die Gastgeber einen Gang herunter, ohne die Kontrolle zu verlieren. Custodio holte sich in der 49. Minute eine Gelbe Karte ab - "ein Erinnerungsfoto für den Schiedsrichter", wie er nach Abpfiff lachend erklärte. Trotzdem blieb der FC Wil spielbestimmend. 54,7 Prozent Ballbesitz, 24 Torschüsse und eine Zweikampfquote von über 56 Prozent sprechen eine deutliche Sprache.

Kriens versuchte es mit sporadischen Nadelstichen. Dimitar Stoitschkow schoss in der 59. Minute knapp vorbei, Pol Camacho in der 64. - doch mehr war nicht drin. Trainer Bauer blieb gelassen: "Wir wussten, dass sie irgendwann kommen müssen. Dann machen wir eben das dritte."

Gesagt, getan. In der 85. Minute war es ausgerechnet Linksverteidiger Pierre Delmas, der sich in die Torschützenliste eintrug. Nach einem cleveren Zuspiel von Georges Voss zog Delmas aus spitzem Winkel ab - 3:0. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand er später schmunzelnd, "aber wenn der Ball sich entscheidet, ein Tor zu werden, widerspreche ich ihm nicht."

Die letzten Minuten vergingen mit Applaus, Welle auf den Rängen und einem letzten verzweifelten Versuch von Kriens’ Rechtsverteidiger Nagel, der sich in der 89. Minute eine Gelbe Karte abholte. Symbolisch für den Abend: viel Einsatz, wenig Ertrag.

"Das war ein erwachsener Auftritt", fasste Trainer Jens Bauer nach Schlusspfiff zusammen. "Wir haben nicht nur Fußball gespielt, sondern ihn genossen." Und das sah man. Linus Miller, Mann des Spiels, ergänzte augenzwinkernd: "Wenn wir so weitermachen, müssen wir uns bald über den Aufstieg unterhalten - oder wenigstens über eine Gehaltserhöhung."

Der FC Wil verabschiedet sich also mit einem klaren 3:0 (2:0) und drei hochverdienten Punkten in die Januarnacht. Kriens dagegen bleibt im Mittelfeld stecken, mit der Erkenntnis, dass "balanciert" manchmal einfach zu brav ist.

Und während die Flutlichter erlöschen, murmelt ein Fan auf der Tribüne: "Wenn sie so weiterspielen, brauchen sie bald ein größeres Stadion." - Eine Prognose, die an diesem Abend niemand im Wiler Lager bestreiten wollte.

26.05.643987 10:43
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