Sport-Blick
+++ Sportzeitung für Schweiz +++

FC Oberwallis fegt Rot-Weiss Zürich mit 5:2 vom Platz

Ein kalter Januarabend, 25.109 Zuschauer im Oberwalliser Stadion, und doch wurde es früh heiß - vor allem im Strafraum von Rot-Weiss Zürich. Der FC Oberwallis gewann am 11. Spieltag der 1. Liga Schweiz mit 5:2 (4:1) und präsentierte sich dabei so torhungrig wie ein Rudel Wölfe nach Winterschlaf.

Schon nach drei Minuten war klar, wohin die Reise geht: Michael Winston, der 33-jährige Linksaußen mit der Ausstrahlung eines englischen Gentleman und dem Torriecher eines Trüffelschweins, traf nach feinem Zuspiel von Lars Wegner zum 1:0. "Ich dachte eigentlich, ich sei noch im Aufwärmen", grinste Winston später. Offenbar war er es nicht.

Rot-Weiss Zürich wirkte überrascht, fast schockiert. Trainer Snore Laken von Oberwallis stand derweil an der Seitenlinie, rieb sich die Hände und brummte seinem Co-Trainer zu: "Heute läuft’s." Und wie es lief. In der 18. Minute war es wieder Winston, diesmal bedient von Günter Weller, der stark über rechts kam. Das 2:0 fiel, als hätte jemand den Zürchern die Stollen abgeklebt.

Kaum hatten sich die Gäste sortiert, kam der nächste Schlag. Linksverteidiger Christian Soveria Mannelli, normalerweise eher für rustikale Grätschen bekannt, stieg in der 28. Minute auf wie ein Adler und versenkte den Ball nach Vorarbeit von Isaac Dennehy im Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er später schmunzelnd zu. Wenn alle Flanken so landen würden, würde er wohl bald Mittelstürmer spielen.

Nur drei Minuten später durfte dann auch Weller selbst ran. Nach einem schnellen Doppelpass mit Dimitar Berbatow (ja, nicht *der* Berbatow, aber fast so elegant) zog er trocken zum 4:0 ab. Da war erst eine halbe Stunde gespielt. Das Publikum jubelte, die Zürcher schauten betreten zu Boden - und ihr Trainer wirkte, als überlege er, ob er lieber den Bus oder den Zug nach Hause nehmen sollte.

Immerhin gelang Pierre Vetter kurz vor der Pause noch der Ehrentreffer für Zürich, nach schöner Vorarbeit von Laurens Devenpeck. Ein Hoffnungsschimmer - oder besser: ein Streichholz in einem Sturm.

Nach dem Seitenwechsel wollte Zürich aufbäumen, und tatsächlich gelang Marwin Caron in der 51. Minute nach Kollers Flanke das 4:2. Doch dann wurde es ungemütlich für die Gäste: Koller, eben noch Vorlagengeber, sah erst Gelb (46.) und dann Gelb-Rot (65.). "Er dachte, das sei wie beim Skat - zwei Gelbe ergeben ein gutes Blatt", kommentierte ein Oberwalliser Fan trocken von der Tribüne.

Mit einem Mann mehr ließ Oberwallis den Ball zirkulieren, als hätten sie ihn mit einem Magneten kontrolliert. 56,5 Prozent Ballbesitz, 19 Torschüsse - die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Zürich kam auf gerade mal sechs Versuche und kämpfte zunehmend mit sich selbst.

In der 82. Minute setzte Winston dann den Schlusspunkt, seinen dritten Treffer des Abends. Wieder war es Dennehy, der den Ball perfekt durchsteckte. "Ich wollte eigentlich noch einen vierten machen", witzelte Winston danach. Trainer Laken bremste ihn: "Ruhig, Michael, wir wollen ja noch was fürs nächste Spiel übrig lassen."

Nach dem Abpfiff herrschte ausgelassene Stimmung. Oberwallis feierte den höchsten Heimsieg der Saison, während Zürich etwas verloren wirkte. Kapitän Vetter sprach in die Mikrofone: "Wir haben uns nach 30 Minuten selbst zerlegt. Danach war’s Schadensbegrenzung."

Oberwallis-Coach Laken hingegen zeigte sich zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Wir haben offensiv gut gearbeitet, aber defensiv war ich manchmal näher am Herzinfarkt als am Jubel."

Was bleibt? Ein furioser Auftritt der Oberwalliser, ein Hattrick von Winston, ein Publikum, das sich warmgeklatscht hat, und ein Gegner, der wohl noch eine Weile an diesem Abend zu knabbern haben wird.

Oder, um es mit den Worten eines Fans zu sagen, der beim Verlassen des Stadions in die kalte Nacht rief: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald ein zweites Tor - eins vorne, eins hinten, damit die Gäste sich auch mal freuen dürfen!"

Ein bisschen Schadenfreude darf nach einem 5:2 eben sein.

14.05.643987 20:55
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wenn ich natürlich bei meinen Sechs-Minuten-Einsätzen bis zur Winterpause 30 Tore schieße, werde ich vielleicht nicht gehen dürfen.
Jan-Aage Fjörtoft
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager