Sport-Blick
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FC Nyon zerlegt SC Geneve - ein 0:5, das weh tut

Es war ein Abend, an dem der SC Geneve wahrscheinlich lieber das Flutlicht ausgemacht hätte. 32.000 Zuschauer im Stade de la Praille sahen am 11. Spieltag der 1. Liga Schweiz eine Demontage in fünf Akten: Der FC Nyon spielte sich beim 0:5-Auswärtssieg in einen Rausch, während die Hausherren kollektiv in Schockstarre verfielen.

Dabei begann alles noch ganz manierlich. Geneve hatte zu Beginn mehr Ballbesitz (am Ende 51,7 Prozent), ließ den Ball zirkulieren, als wolle man den Gegner einlullen. Doch Nyon ließ sich nicht täuschen. Schon in der zweiten Minute prüfte Sotirios Fotilas den gegnerischen Torwart mit einem satten Schuss - der erste von insgesamt 22 Torschüssen der Gäste. SC Geneve brachte es in 90 Minuten auf ganze vier.

Das Unheil nahm in der 22. Minute seinen Lauf. Edward Bernheim, der linke Flügelmotor Nyons, traf nach feiner Vorarbeit von Louis Herzog zum 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Bernheim später, "und gehofft, dass keiner mehr dazwischenkommt. Hat funktioniert." Tatsächlich kam niemand dazwischen - auch nicht im weiteren Verlauf des Abends.

Noch vor der Pause versuchte Geneve, sich zu fangen. Trainer und Mannschaftsführer gestikulierten wild, als wolle man das Spiel mit Handbewegungen umdrehen. Es blieb beim Versuch. Kurz vor der Halbzeit gab’s immerhin eine Gelbe Karte für den jungen Ralf Pilat, der in der 30. Minute etwas zu beherzt in einen Zweikampf ging. Sechs Minuten später war sein Abend ohnehin vorbei: Verletzung, Auswechslung, Frust.

"Das war der Moment, in dem wir innerlich wussten: Heute wird’s hart", murmelte Verteidiger Bernard Breuer später, der selbst in der 78. Minute Gelb sah - sinnbildlich für einen gebrauchten Abend.

Nach der Pause zeigte Nyon, wie man Effizienz buchstabiert. 49. Minute: Fotilas trifft nach Vorlage von Bernheim zum 0:2. Eine Minute später legt Sergi Silva, wieder nach Zuspiel Bernheim, das 0:3 nach. Die Gastgeber wirkten konsterniert, das Publikum murmelte ungläubig. "Wir wollten eigentlich auf Konter spielen", erklärte Geneves Co-Trainer nach dem Spiel, "aber dazu muss man den Ball ja auch mal haben."

Spätestens nach dem 0:4 in der 67. Minute - Noah Latham traf nach Vorlage von Innenverteidiger Jose Segura - war der Abend endgültig entschieden. Latham lief jubilierend in Richtung Gästebank und rief: "Manni, das war für dich!" Trainer Manni Burgsmüller lachte nur: "Ich hab ihm gesagt, er soll treffen, nicht philosophieren."

Und als wäre das alles nicht genug, setzte Ramon Ferron in der 90. Minute den Schlusspunkt. Wieder war es der flinke Louis Herzog, der die Vorlage gab - und Ferron, der den Ball humorlos ins Netz drosch. 0:5. Die Gästefans sangen, die Heimfans gingen.

Statistisch gesehen war es gar kein einseitiges Spiel, zumindest wenn man die Zahlen ohne Kontext liest: Geneve hatte etwas mehr Ballbesitz, Nyon dagegen die klaren Chancen, das bessere Zweikampfverhalten (56 zu 44 Prozent) und schlicht mehr Zielstrebigkeit. Während Geneve noch den schönsten Pass suchte, hatten die Gäste längst das Netz gefunden.

Nach Abpfiff stand Burgsmüller lässig am Spielfeldrand, Hände in den Taschen, und erklärte mit einem Grinsen: "Wir wollten einfach Spaß am Fußball haben. Dass der Spaß so aussieht, nehme ich gerne mit." Sein Gegenüber wirkte weniger gelöst. "Manchmal hast du Tage, da triffst du nicht mal ein Scheunentor", sagte Geneves Kapitän Markus Silvestre, "und Nyon trifft aus dem Bus heraus."

Das Publikum verabschiedete die Verlierer trotzdem mit Applaus - vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Hoffnung, dass es nie wieder so schlimm wird.

Fazit: FC Nyon zeigte eine Lehrstunde in Effizienz und Spielfreude, während SC Geneve eine Lektion in Demut erhielt. Wenn das ein Boxkampf gewesen wäre, hätte der Ringrichter wohl in der 70. Minute abgebrochen. Für Nyon war es ein Abend zum Feiern, für Geneve ein Abend zum Vergessen - oder, wie ein sarkastischer Fan auf der Tribüne rief: "Kopf hoch, Jungs, das nächste Mal treffen wir vielleicht die Eckfahne!"

Ein Spiel, das in Genf noch lange nachhallen dürfte - zumindest bis zum nächsten Anpfiff.

07.03.643994 09:18
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