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Eupen schlägt Aarau 3:2 - ein Abend voller Drama, Gelb und jugendlicher Frechheit

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, warum man Fußball eigentlich liebt - und dann weiß man es wieder. 43.500 Zuschauer im Eupener Stadion sahen am Freitagabend ein Champions-League-Gruppenspiel, das alles bot, was Herz und Pulsfrequenz brauchen: fünf Tore, zwei Gelbe Karten, jugendlichen Leichtsinn und Trainer, die zwischen Euphorie und Verzweiflung hin und her schwankten wie ein Schiff im Nordseesturm. Am Ende jubelte der SC Eupen - 3:2 gegen den SC Aarau, ein Sieg, der härter erarbeitet war, als es das Ergebnis vermuten lässt.

Dabei begann der Abend gar nicht nach dem Geschmack der Heimfans. Aarau, von Trainer Hans Meyer auf "Offensive, Aggressivität: stark" eingestellt (die Taktiktafel bestätigte es schwarz auf weiß), legte los wie die Feuerwehr. Nach 18 Minuten klingelte es zum ersten Mal: Marc Pelletier, der flinke Rechtsaußen, vollendete nach Vorarbeit von Malkolm Holmqvist eiskalt ins kurze Eck. "Ich dachte, der Keeper spekuliert auf die Flanke", grinste Pelletier später, "aber dann war da halt das Tor offen - danke dafür!"

Eupen wankte, aber fiel nicht. Trainer Karl Werner, ein Mann mit der Ruhe eines Schachspielers und dem Temperament eines Vulkanes, hatte offenbar die richtigen Worte gefunden. Kurz vor der Pause schlug sein Team zurück - und wie! Rechtsverteidiger Stefan Drulic, gerade noch mit Gelb verwarnt, stürmte in Minute 43 nach vorne und drosch das Leder nach feinem Zuspiel von Raul Eximeno in den Winkel. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Drulic hinterher zu, "aber manchmal hat der liebe Fußballgott einfach Humor."

1:1 zur Pause - und das Publikum hatte Blut geleckt. Werner schickte seine Eupener mit breiter Brust zurück aufs Feld, und kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, lag der Ball schon wieder im Netz: Patrick Forsythe, der bullige Mittelstürmer, drückte eine butterweiche Flanke von Vissarion Mitropoulos über die Linie (46.). Ein Tor, wie man es aus dem Lehrbuch kennt - oder aus alten VHS-Kassetten der 90er Jahre.

Wer nun dachte, Aarau sei geschlagen, kennt Hans Meyer schlecht. Der routinierte Taktiker warf alles nach vorne, ließ seine Mannschaft weiter im "Offensive"-Modus laufen - und wurde in Minute 62 belohnt: Jean-Pierre Ames, der elegante Linksfuß, traf nach Vorlage von Holmqvist zum 2:2. "Wir wollten zeigen, dass Schweizer nicht nur Schokolade können", grinste Meyer nach dem Spiel, halb stolz, halb frustriert.

Doch Eupen hatte noch einen Trumpf in der Hinterhand - und der war gerade einmal 20 Jahre alt. Glenn Lekens, frisch aus der eigenen Jugend, stand nur drei Minuten nach dem Ausgleich goldrichtig und verwandelte eine Vorlage von Maxim Dewilde zum 3:2 (65.). Das Stadion explodierte. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", gab Lekens danach zu, die Stimme noch belegt vom Jubel. "Und dann… na ja, ging er halt rein."

Danach wurde es ruppiger. Brent Rotthier holte sich in der 73. Minute noch Gelb ab, als er Aarau-Stürmer Herzog etwas zu deutlich zeigte, dass dies sein Strafraum sei. Werner nahm’s gelassen. "Wenn er den Ball auch so konsequent verteidigt wie seine Gelbe Karte, bin ich zufrieden", meinte der Trainer mit einem Augenzwinkern.

Aarau warf in den letzten Minuten alles nach vorne, brachte Andreas Pfeiffer für den müden Münch (84.), doch es half nichts mehr. Eupen verteidigte mit Leidenschaft, Keeper Paisis Eleftherakis pflückte Flanken wie Äpfel im Herbst, und als Schiedsrichter Koller nach 93 Minuten endlich abpfiff, war der Jubel grenzenlos.

Die Statistik spricht eine spannende Sprache: 15 Torschüsse für Aarau, nur 9 für Eupen - aber eben drei Tore für die Hausherren. 52,7 Prozent Ballbesitz für Eupen, 47,3 für die Gäste - ein knappes, aber entscheidendes Übergewicht. "Zahlen sind mir egal", sagte Werner in der Pressekonferenz, "Hauptsache, die große Zahl steht bei uns."

Und so geht Eupen nach zwei Spieltagen mit breiter Brust in die weitere Gruppenphase, während Aarau sich fragen muss, wie man trotz mehr Chancen mit leeren Händen dasteht.

Zum Schluss noch eine Szene, die sinnbildlich für diesen Abend stand: In der 90. Minute, als Aarau noch einmal alles riskierte, rief Drulic seinem jungen Mitspieler Lekens zu: "Wenn du den Ball verlierst, lauf!" - Lekens grinste und antwortete: "Ich lauf sowieso!"

Fußball, manchmal ist er einfach schön.

21.04.643987 17:30
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