La Hora
+++ Sportzeitung für Ecuador +++

Estudiantes Quito tanzt Enelec aus - 4:1?Gala in der Höhenluft von Quito

Wenn 54.574 Zuschauer im Estadio Metropolitano von Quito rhythmisch stampfen, dann weiß man: Entweder ist ein Vulkan ausgebrochen - oder Estudiantes Quito spielt Fußball. An diesem 18. Spieltag der 1. Liga Ecuador war es Letzteres, und wie! Die Mannschaft von Oliver Bielefeld zerlegte Atletico Enelec mit 4:1 (3:1) in seine Einzelteile.

Schon die ersten Minuten gaben die Richtung vor: In der 9. Minute dribbelte Thomas Beier, der ewig junge Linksaußen mit der Ausstrahlung eines Matadors, durch die Abwehr von Enelec, als würde er durch Vorhänge tanzen. Nach einem präzisen Pass von Joseph Logan vollendete er eiskalt zum 1:0. "Ich dachte, der Ball sei weg - aber Thomas dachte wohl, das Tor schuldet ihm noch was", grinste Trainer Bielefeld später.

Doch die Gäste ließen sich kurz nicht einschüchtern. Nur eine Minute später antwortete Bernard Bonnaire, der flinkfüßige Franzose auf der linken Seite, nach Vorarbeit von Dimitrios Karagounis mit einem trockenen Abschluss ins Eck - 1:1. Das Stadion verstummte für exakt fünf Sekunden, dann meldete sich der Heimblock zurück - lautstärker als zuvor.

Und Estudiantes legte nach. In der 17. Minute kombinierte sich das Offensivtrio Beier-Valentin-Logan durch die Mitte, als hätten sie den Ball magnetisch an den Füßen. Vicente Valentin traf zum 2:1, diesmal mit Wucht ins rechte Eck. "Wir wollten einfach Spaß haben", sagte Valentin später mit einem Grinsen, "und wenn dabei Tore rauskommen, beschwert sich keiner."

Den nächsten Treffer legte der bullige Stürmer gleich selbst nach: In Minute 40, wieder nach einem Querpass von Logan, schob Valentin zum 3:1 ein - und Enelec wirkte da schon wie ein Boxer, der nach der dritten Runde den Ringrichter sucht.

Trainer Peter Green auf der Gästebank blieb ruhig, fast stoisch. "Wir hatten mehr Ballbesitz, aber Estudiantes hatte mehr Biss - und, nun ja, mehr Tore", kommentierte er trocken. Tatsächlich lag das Verhältnis bei 51 zu 49 Prozent für Enelec. Doch was nützt Ballkontrolle, wenn der Gegner mit jeder Attacke gefährlicher wird? Estudiantes feuerte 18 Torschüsse ab, Enelec kam auf elf - das sagt alles.

In der Halbzeit wechselte Bielefeld gleich zweimal: Der junge Callum Bradshaw kam für Billy Lancaster, Sergi Adao ersetzte Torschütze Beier. Frisches Blut, frischer Schwung. Bradshaw fiel vor allem durch jugendlichen Übermut auf - und eine Gelbe Karte in der 65. Minute, nachdem er einen Zweikampf etwas zu temperamentvoll führte. "Ich wollte nur den Ball treffen", verteidigte er sich lachend, "aber der Gegner hat sich dazwischen verirrt."

Enelec versuchte in der zweiten Hälfte, mit unermüdlichen Vorstößen von Dimas Manu und Pedro Ramiro das Blatt zu wenden, doch Estudiantes verteidigte clever. Innenverteidiger Pierpaolo Francavilla hielt die Abwehr zusammen wie eine italienische Designerjacke - elegant, aber robust.

Der Schlusspunkt kam in der 80. Minute, und er war so schön, dass selbst einige Gästefans klatschten: Joseph Logan, bereits dreifacher Vorlagengeber an diesem Abend, flankte butterweich auf Albert Oliveira, der den Ball volley ins Netz drosch - 4:1. Danach war die Partie entschieden, die Stimmung euphorisch.

"Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur rennen, sondern auch tanzen können", sagte Bielefeld nach dem Spiel, während er mit einem Pappbecher Wasser anstieß. "Und wenn Joseph Logan weiter so auflegt, bekommt er bald seine eigene Bäckerei - so viele Brötchen, wie er serviert."

Enelec-Coach Green hingegen suchte nach den positiven Aspekten: "Unsere Jungs haben nicht aufgegeben. Aber manchmal ist Fußball eben wie Schach - und Estudiantes hatte heute einfach die Königin frei stehen."

Mit diesem Sieg festigt Estudiantes Quito seinen Platz im oberen Tabellendrittel und schickt ein deutliches Signal an die Konkurrenz: In Quito wird nicht nur hoch, sondern auch effektiv gespielt. Enelec hingegen muss die Rückreise mit hängenden Köpfen antreten - und mit der Erkenntnis, dass Ballbesitz allein noch keine Punkte bringt.

Im Stadion verließen die Fans singend die Tribünen, manche mit Trommeln, andere mit dem Gefühl, Zeugen eines kleinen Fußballfestes geworden zu sein. Und über dem Rasen lag noch lange das leise Echo des vierten Tores - wie ein Versprechen, dass dieser Abend in Quito nicht so schnell vergessen wird.

Oder, wie Thomas Beier es formulierte, bevor er in die Kabine verschwand: "Manchmal läuft’s einfach. Dann macht selbst der Rasen Applaus."

04.01.643991 10:33
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Sicherlich haben wir im Moment einen kleinen Lauf, aber Lauf heißt ja bekanntlich Lauf, weil's von laufen kommt.
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