La Hora
+++ Sportzeitung für Ecuador +++

Estudiantes Quito ballert sich zum 4:2 - Adao wird zum Teenie-Star

48610 Zuschauer im Estadio Olímpico Atahualpa sahen am Sonntagabend ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst. Estudiantes Quito, offensiv wie ein Wirbelsturm, gewann mit 4:2 gegen AD Quito und bescherte Trainer Oliver Bielefeld ein breites Grinsen - und wohl ein paar graue Haare mehr. Vier Tore, davon drei durch den 19-jährigen Sergi Adao. "Ich wollte einfach Spaß haben", sagte der Teenager nach dem Spiel und grinste so, als wäre er gerade zum ersten Mal in einem Videospiel getroffen worden.

Schon in der dritten Minute zündete Adao den Turbo. Nach einem beherzten Vorstoß über links und einer klugen Vorlage von Marcio Rodrigo knallte er den Ball unter die Latte - 1:0. AD Quito-Trainer dürfte zu diesem Zeitpunkt noch nach seinem Notizblock gesucht haben. Doch seine Elf, angetrieben vom quirligen Pablo Xavier auf der rechten Seite, antwortete in der 16. Minute: Christiano Costinha nutzte eine Unachtsamkeit in der Abwehr der Estudiantes und traf zum 1:1. "Da haben wir kurz geschlafen", knurrte Bielefeld später.

Aber dann kam der Moment, in dem Quito zum Adao-Showplatz wurde. In der 27. Minute legte der junge Linksaußen nach, diesmal mit einem schönen Doppelpass mit dem erfahrenen Linksverteidiger Johannes Hess. Drei Minuten später wieder das gleiche Duo - Hess flankte, Adao köpfte, und plötzlich stand es 3:1. Die Fans tobten, der Teenager breitete die Arme aus wie ein junger Adler. "Er erinnert mich an einen jungen Cristiano", rief ein euphorischer Fan auf der Tribüne - und ein älterer daneben antwortete trocken: "Eher an meinen Enkel, der auch nie aufhört zu rennen."

Bis zur Pause wirkte AD Quito geschockt. Zwar hatten sie mit 50,2 Prozent leicht mehr Ballbesitz, doch die Estudiantes spielten mit Lust und Tempo. 19 Torschüsse gegenüber 12 - das sprach Bände. "Wir wollten Spaßfußball zeigen", lächelte Bielefeld später, "und manchmal klappt das ja."

In der zweiten Halbzeit kam AD Quito kämpferisch aus der Kabine. Daniel Demers, sonst eher Verteidiger als Vollstrecker, traf in der 50. Minute nach schöner Vorarbeit von Pablo Xavier zum 3:2. Plötzlich war wieder Spannung drin. Auf der Gästebank flogen Wasserflaschen - allerdings vor Freude. Doch die Hoffnung hielt nur fünf Minuten. Roger Cauchon, der 33-jährige Routinier auf der rechten Seite, tanzte seinen Gegenspieler aus und legte quer auf - natürlich auf Johannes Hess. Der Verteidiger hielt aus 16 Metern drauf, der Ball schlug präzise unten links ein. 4:2.

"Wir hatten das Gefühl, wir könnten sie wieder ärgern", meinte AD-Kapitän Pedro Jemez. "Aber dann kam dieser Hess mit seinem Sonntagsschuss. Da war’s vorbei."

Danach kontrollierte Estudiantes das Geschehen, auch wenn die Gelbe Karte für den 17-jährigen Javier Velazquez kurz vor der Pause zeigte, dass Jugend und Übermut manchmal unzertrennlich sind. AD Quito versuchte es noch über die Flügel, aber Torhüter Eduardo Galindo musste nur selten ernsthaft eingreifen.

Trainer Bielefeld zeigte sich nach dem Abpfiff zufrieden - und leicht verschmitzt. "Vier Tore, drei von einem 19-Jährigen, eins von einem 33-Jährigen - das ist fast wie ein Generationenvertrag auf dem Rasen." Sein Gegenüber, der sichtlich ernüchterte AD-Coach, wollte lieber nicht zitiert werden, murmelte aber laut genug, dass man es auf der Tribüne hörte: "Wir haben heute gegen einen Jungen verloren, der noch den Bus zur Schule nehmen darf."

Die Zuschauer verabschiedeten beide Teams mit Applaus - ein Zeichen, dass sie ein echtes Fußballfest erlebt hatten. Und während Adao in der Mixed Zone noch Selfies mit Balljungen machte, stand Hess daneben, wischte sich den Schweiß von der Stirn und sagte nur: "Es ist schön, wenn man die Jungen noch was lehren kann - auch wenn sie dann gleich dreimal treffen."

Man darf gespannt sein, wohin die Reise für Estudiantes Quito geht. Mit dieser Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit und abgeklärter Erfahrung könnte Trainer Bielefeld noch einige Abende erleben, an denen er sich fragt, ob das wirklich sein Team ist - oder ein besonders schöner Traum.

Und wer weiß: Vielleicht plant Sergi Adao ja schon den Führerschein. Bis dahin reicht ihm wohl erst mal der Platz auf dem linken Flügel.

23.02.643987 01:19
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