Voetbal International
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Eindhoven stürmt, Heerenveen hält stand - Gerechtes Remis im Flutlicht

Wenn ein Spiel schon nach drei Minuten mit einem Tor beginnt, darf man getrost hoffen, dass der Abend turbulent wird. Doch der 7. Spieltag der 1. Liga Niederlande zwischen dem FC Eindhoven und dem FC Heerenveen enttäuschte am Ende weder Romantiker noch Pragmatiker: 1:1 hieß es nach 90 Minuten, ein Ergebnis, das so vernünftig wie unspektakulär klingt - aber auf dem Platz war alles andere als Langeweile geboten.

Vor 30.026 Zuschauern im stimmungsvoll erleuchteten Jan-Louwers-Stadion legte Eindhoven los wie die Feuerwehr. Noch bevor einige Fans ihren Platz gefunden hatten, zappelte der Ball im Netz. In der 3. Minute war es Nael Alvarez, der nach feiner Vorarbeit von Mittelfeldmotor Jordi Roy humorlos aus halbrechter Position abzog. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn man zu viel nachdenkt, trifft man den Ball nie richtig", grinste der 32-Jährige später.

Heerenveen, sonst bekannt für gepflegtes Ballbesitzspiel, sah in dieser Anfangsphase eher so aus, als hätte es den falschen Bus genommen. Eindhoven schoss aus allen Lagen - zwölf Torschüsse insgesamt, und das, obwohl Coach Andreas Riemann seine Männer offiziell mit "ausgewogenem Angriff" in die Partie geschickt hatte. "OFFENSIVE heißt bei uns nicht Harakiri, sondern Herzblut", erklärte Riemann mit verschmitztem Lächeln.

Der FC Heerenveen brauchte gut 20 Minuten, um sich vom frühen Schock zu erholen. Die Gäste hatten mit etwas mehr Ballbesitz (knapp 53 Prozent) zwar die Kontrolle, aber wenig Durchschlagskraft. Erst kurz vor der Halbzeit deutete sich an, dass sie nicht gewillt waren, sich nur als Statisten zu begnügen. Doch Eindhoven verteidigte entschlossen, die Zweikampfquote von fast 55 Prozent sprach Bände.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte: Eindhoven lauerte, Heerenveen kombinierte. Dann, in der 69. Minute, zeigte sich, warum Matthijs Barculo bei Heerenveen als "Mann für die ruhige Hand" gilt. Nach feinem Zuspiel von Koenraad Vandermark nahm Barculo den Ball einmal mit, schaute kurz - und schob präzise ins linke Eck. Ausgleich! Und plötzlich war es still für einen Moment, bevor 4000 mitgereiste Heerenveen-Fans das Stadion in ein blau-weißes Fahnenmeer verwandelten.

"Wir wussten, dass Eindhoven stark anläuft, aber irgendwann musst du dich einfach wehren", sagte Barculo hinterher. "Beim Tor dachte ich nur: Jetzt oder nie. Und zum Glück war’s jetzt."

Eindhoven hatte danach noch Chancen - Beckmann versuchte sich gleich mehrfach (26., 31., 32. Minute), und der junge Knut Landry prüfte Keeper Vanderbilt mit einem Schuss, der so scharf war, dass man dachte, der Ball wolle sich selbst bewähren. Doch das Tor blieb vernagelt.

Ein bitterer Moment kam schon in der 15. Minute: Stürmer Paris Nafpliotis musste verletzt vom Platz, nachdem er bei einem Zweikampf unglücklich umgeknickt war. "Ich hab sofort gemerkt, dass da was nicht stimmt", sagte er später mit Eisbeutel auf dem Knöchel. Trainer Riemann reagierte prompt und brachte Routinier Detlev Gerlach - ein Wechsel, der das Spiel stabilisierte, aber den Offensivdrang etwas dämpfte.

Für Heerenveen war das 1:1 am Ende ein Erfolg der Geduld. Sie blieben ihrer Linie treu - keine Hektik, kein wildes Pressing, einfach geduldiges Warten auf den Moment. Eindhoven hingegen zeigte Herz, Mut und eine ordentliche Portion Frustresistenz. "Wenn du zwölfmal aufs Tor schießt und nur einmal triffst, musst du dich fragen, wer hier die Zielscheibe ist", spottete Riemann nach Abpfiff.

Auch Heerenveens Trainer - dessen Name an diesem Abend ironischerweise nicht im Protokoll auftauchte, vielleicht weil er lieber im Hintergrund glänzt - wirkte zufrieden. "Ein Punkt auswärts in Eindhoven? Den nehmen wir mit einem Lächeln. Und einem Pflaster auf den Nerven."

Der Abend endete mit Applaus von beiden Fanlagern. Die Eindhoven-Anhänger klatschten ihre Mannschaft für Kampfgeist ab, während die Heerenveen-Fans die Rückfahrt mit dem Gefühl antraten, einen Rückstand mit kühlem Kopf gedreht zu haben - zumindest psychologisch.

Und irgendwo auf dem Rasen saß Nael Alvarez nach Spielende noch minutenlang auf dem Ball, schaute in den Nachthimmel und murmelte: "Manchmal ist Fußball eben gerecht. Aber selten nett."

Ein 1:1, das keiner feiern wollte, aber beide verdient hatten - ein ehrliches Ergebnis an einem Abend, der zeigte, dass Leidenschaft eben nicht immer mit drei Punkten belohnt wird. Doch für die Zuschauer war’s ein Fest, für die Statistik ein Kompromiss, und für die Reporter - naja, ein schöner Grund, sich schon aufs nächste Flutlichtspiel zu freuen.

10.04.643987 04:20
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