El Peruano
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Ein Punkt, zwei Gesichter - Huancayo und Vallejo trennen sich 1:1

Wenn 19.712 Zuschauer an einem lauen Januarabend in Huancayo ins Stadion pilgern, dann hoffen sie auf Fußball mit Herz, Drama und vielleicht ein kleines Wunder. Bekommen haben sie immerhin ein 1:1 zwischen Atletico Huancayo und Colegio Vallejo - ein Ergebnis, das beiden Teams schmeckte wie lauwarme Inka-Cola: erfrischend nur auf den ersten Schluck.

Dabei begann alles so verheißungsvoll für die Hausherren. In der 14. Minute kombinierten sich die "Rojos del Centro" über die rechte Seite nach vorn, wo Adriano Miguel den Ball butterweich in den Lauf von Ramon Deco legte. Der 30-Jährige bedankte sich mit einem trockenen Abschluss ins lange Eck - 1:0 und Jubel wie im Karneval von Ayacucho. "Ich habe einfach draufgehalten, weil ich dachte, der Torwart denkt noch nach", grinste Deco nach dem Spiel.

Trainer Dimak Torpedo, eine Mischung aus Taktikfuchs und Straßenphilosoph, kommentierte nüchtern: "Wir wollten über die Flügel kommen, und siehe da - das hat genau 14 Minuten funktioniert." Danach verlor Huancayo ein wenig den roten Faden. Zwar blieben sie kämpferisch, doch die Gäste aus Trujillo übernahmen zusehends das Kommando. 53,7 Prozent Ballbesitz und zehn Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache: Colegio Vallejo war das aktivere Team, wenn auch nicht zwingend das gefährlichere.

In der 35. Minute wurde der Spielfluss unterbrochen - Miguel Triguero blieb nach einem Zweikampf liegen, hielt sich das Knie und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam der junge Luís de Freitas, der sofort zeigte, dass ihm nicht nach Schonung war. Ein paar Minuten später sah dann Linksverteidiger Alfonso Costa Gelb, nachdem er Samuel Ashton in bester Rugby-Manier stoppte. Costa zuckte danach nur mit den Schultern: "Ich wollte den Ball spielen - der Ball war halt gerade nicht da."

Nach dem Seitenwechsel drehte sich das Spiel. Vallejo, von Beginn an offensiv eingestellt, drückte nun mit aller Macht auf den Ausgleich. Und in der 53. Minute war es so weit: Achilleas Christopoulos, der griechische Taktgeber im Mittelfeld, schickte Samuel Ashton mit einem Pass in den freien Raum. Ashton nahm Maß, schob den Ball überlegt an Keeper Mario Nani vorbei - 1:1 und plötzlich war es mucksmäuschenstill im Stadion. Nur der Gästeblock, etwa 300 Fans stark, tobte, als hätten sie gerade die Copa Libertadores gewonnen.

"Ich hab gesehen, dass der Torwart ein bisschen zu weit draußen stand", erklärte Ashton später mit einem Lächeln. "Wenn du 34 bist, lernst du, dass man solche Geschenke nicht ausschlägt."

Huancayo versuchte, das Spiel wieder an sich zu reißen, blieb aber im eigenen Rhythmus gefangen. Sechs Torschüsse in 90 Minuten sind für ein Heimspiel eher Diätkost. Torpedo wechselte in der 65. Minute nochmal doppelt: Ramon Hierro kam für den abgekämpften Costa, und Nelson Jorge ersetzte Torschütze Deco. Der neue Mann wirbelte zwar, scheiterte aber in der 87. Minute mit einem satten Schuss an Vallejos Torhüter Alfonso Godino, der mit einer Hand rettete - eine Szene, bei der selbst der Trainer applaudierte.

Vallejo seinerseits blieb gefährlich. Rafael Jürgens prüfte Nani gleich dreimal (28., 47., 79.), und Lucas Frissyn verzog in der 85. Minute nur um Zentimeter. "Wir hätten den Sack zumachen können", ärgerte sich Trainer Salas nach der Partie, "aber wir haben den Deckel gesucht und ihn nicht gefunden."

Am Ende stand ein gerechtes 1:1 - ein Spiel, das kein Sieger verdiente und keiner so richtig verlieren wollte. Atletico Huancayo kämpfte beherzt, aber ohne die nötige Präzision; Colegio Vallejo überzeugte spielerisch, scheiterte aber an der Chancenverwertung.

"Das war kein schlechtes Spiel, nur kein gutes Ergebnis", resümierte Torpedo mit jenem sarkastischen Unterton, der ihn so beliebt macht. "Aber immerhin haben wir nichts verloren - außer vielleicht ein bisschen Geduld."

Und so gingen die Zuschauer nach 90 Minuten nach Hause, leicht fröstelnd, aber nicht unzufrieden. Ein Punkt bleibt ein Punkt, und wer weiß - vielleicht wird man am Saisonende sagen: Genau dieser Abend in Huancayo hat den Unterschied gemacht.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn wir schon nicht gewinnen, dann wenigstens mit Stil unentschieden."

27.11.643987 12:43
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