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Ein gerechtes 1:1 zwischen Ijmuiden und Helmond - mit Drama, Krampf und Kragenweite

Es war ein Abend, wie ihn die 2. Liga Niederlande liebt: 12.437 Zuschauer im kleinen, aber lautstarken Stadion von Ijmuiden, der Wind vom Meer, der Ball manchmal eher ein flatterndes Segel als ein präzises Spielgerät - und zwei Mannschaften, die sich nichts schenkten. Am Ende stand ein 1:1, das keiner so richtig wollte und doch irgendwie passte.

Schon in den ersten Minuten war klar: Helmond Football wollte nicht lange fackeln. Rikki Coster prüfte nach drei Minuten Ijmuidens Torwart Thomas Hofmann mit einem beherzten Schuss - der Ball zischte knapp vorbei, Hofmann blickte ihm hinterher wie jemand, der gerade sein Leben Revue passieren lässt. "Ich dachte, der war drin", gab Coster später mit einem Grinsen zu.

Doch Ijmuiden fing sich schnell, stellte sich taktisch ausgewogen auf, wie es Trainer Arend Mulder - ein Mann, der seine Kaffeetasse vermutlich mit dem Lineal ausrichtet - vorgesehen hatte. In der 28. Minute belohnte sich sein Team: Pim Van Curen, der quirlige Linksaußen, traf nach feinem Zuspiel von Willem Veeder zum 1:0. Ein klassischer Van-Curen-Treffer - flach, präzise, unaufgeregt. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn man anfängt nachzudenken, ist es meist zu spät", sagte der Torschütze später mit einem Augenzwinkern.

Helmonds Trainer Jeroen Van der Sluis sah da weniger Humor: "Wir haben in der Szene kollektiv geschlafen - und ich meine wirklich kollektiv. Da hätte auch der Zeugwart noch eingreifen können."

Zur Pause sah alles nach einem Heimsieg aus. Ijmuiden hatte mehr vom Spiel (50,3 % Ballbesitz, 16 Torschüsse insgesamt), Helmond rannte an, aber ohne Plan. Doch wer die Gäste kennt, weiß: Sie kommen zurück, wenn man sie schon abgeschrieben hat. Und so kam es.

In der 55. Minute schlenzte Larz Vrooman - 34 Jahre alt, Stürmer alter Schule - den Ball nach feiner Vorarbeit von Gottfried Ganesvoort ins lange Eck. Hofmann streckte sich vergebens, die Fans von Helmond auf der Gegengerade feierten als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. "Ich hab einfach auf mein Gefühl gehört", erklärte Vrooman später. "Und mein Gefühl sagt mir meistens, dass ich schießen soll."

Danach wurde es wild. Gelb für Lauritz Vedder (19. Minute) und später für den Torschützen Van Curen (68.) zeigten, dass Ijmuiden die Kontrolle nicht mehr ganz hatte. In der 70. Minute dann der Schreckmoment: Willem Veeder, der Vorlagengeber des Führungstreffers, blieb nach einem Zweikampf liegen und musste ausgewechselt werden. "Er hat sich das Sprunggelenk verdreht, nichts Dramatisches", beruhigte Trainer Mulder nach dem Spiel, "aber ich hab’s trotzdem nicht gern, wenn meine Mittelfeldspieler mehr rollen als passen."

Sein Ersatz, Peer Povlsen, versuchte noch einmal, Druck zu machen, doch es blieb beim Versuch. Ijmuiden hatte zwar mehr Chancen, doch Helmond stand kompakt und lauerte auf Konter. Besonders Vrooman blieb gefährlich, mit Abschlüssen in der 44., 55. und 85. Minute - ein älterer Herr mit der Schusspower eines jungen Wilden.

"Wenn der Ball nicht rein will, hilft auch kein Gebet", meinte Ijmuidens Kapitän Marnix Roemer nach dem Spiel. "Aber immerhin haben wir nicht verloren - das ist ja auch schon fast eine gute Nachricht."

Statistisch war’s ein Duell auf Augenhöhe: 16 Schüsse auf das Tor für Ijmuiden, 9 für Helmond, Ballbesitz fast pari. Nur in der Zweikampfquote hatte das Heimteam leicht die Nase vorn (52,7 %). Man könnte also sagen: ein gerechtes Unentschieden - oder, wie ein Fan beim Hinausgehen brummte, "zwei Punkte zu wenig für so viel Aufwand".

Trainer Van der Sluis sah’s pragmatisch: "Ein Punkt auswärts ist ein Punkt. Und wenn man bedenkt, dass uns der Wind heute mehr Gegenwehr geleistet hat als der Gegner in der ersten Halbzeit, bin ich zufrieden."

Vielleicht war das 1:1 am Ende das einzig logische Resultat. Ijmuiden mit Leidenschaft, Helmond mit Routine - und beide mit dem unerschütterlichen Glauben, dass sie eigentlich hätten gewinnen müssen.

Als das Flutlicht erlosch und der Wind vom Meer wieder die Oberhand gewann, blieb das Gefühl: Es war kein großes Spiel, aber eines mit Charakter. Und manchmal, in der 2. Liga Niederlande, ist genau das die schönste Form von Fußball.

15.08.643987 11:15
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Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer
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