La Hora
+++ Sportzeitung für Ecuador +++

Deportivo Canar stolpert - CD Manta siegt clever mit 2:1

Ein kühler Abend in Canar, Flutlicht, 34.123 Zuschauer - und ein Spiel, das alle Zutaten für ein Drama hatte: frühes Tor, wütende Hausherren, clevere Gäste und ein Trainer, der am Ende mehr mit seinem Notizblock sprach als mit seinen Spielern. Deportivo Canar verlor am 29. Spieltag der 1. Liga Ecuador mit 1:2 gegen CD Manta - und das auf eine Art, die ihre Fans noch lange beschäftigen dürfte.

Dabei fing alles verheißungsvoll an. Schon in der 12. Minute jubelte das Stadion, als Jorge Delgado, der flinke Rechtsaußen, nach feiner Vorarbeit des erfahrenen Santiago Gelmirez den Ball trocken ins rechte Eck zimmerte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Delgado später, "und gehofft, dass der Torwart noch nicht ganz wach ist." Er war es nicht.

Doch wer glaubte, Canar würde das Spiel danach kontrollieren, irrte. CD Manta, zunächst abwartend und taktisch diszipliniert, wurde nach dem Rückstand zunehmend mutiger - und vor allem ballsicherer. Mit 56 Prozent Ballbesitz übernahmen die Gäste das Kommando, während Canar sich in Konter flüchtete, die oft in den Stutzen der Gegenspieler endeten.

In der 28. Minute fiel dann der Ausgleich, und er war so schön, dass selbst einige Heimfans kurz klatschten - oder zumindest so taten, um nicht negativ aufzufallen. Ricardo Moreno, Mantas quirliger Rechtsaußen, vollendete nach einem butterweichen Pass von Jordi Veloso zum 1:1. "Das war genau so ein Laufweg, den wir im Training hundertmal üben - und einmal klappt’s dann eben", sagte Moreno mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Erleichterung lag.

Nach der Pause kam Manta mit noch mehr Selbstvertrauen zurück. Und Canar? Nun ja, sie kamen zurück - aber ohne Plan. Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff, in der 49. Minute, traf ausgerechnet ein Innenverteidiger: Pedro da Costa, sonst eher für rustikale Klärungsaktionen bekannt, köpfte nach einem Freistoß von Luís Quixano zum 2:1. "Ich hab einfach gehofft, dass mich keiner deckt", meinte da Costa später schmunzelnd. "Und siehe da: Es hat funktioniert."

Trainer Helmut Adolph von Deportivo Canar raufte sich an der Seitenlinie die Haare - zumindest die, die noch da waren. "Wir schlafen beim Standard, und in dieser Liga wird man dafür bestraft", knurrte er nach dem Spiel. "Das war kein taktisches Problem, das war ein Aufmerksamkeitsproblem - und vielleicht auch ein Kaffeethema in der Halbzeit."

Canar versuchte danach alles: mehr Offensive, frische Beine. In der 65. Minute kam Jannis Ullrich für den glücklosen Adriano Vega, später ersetzte Iban Ramirez den Routinier Gelmirez. Doch die Schlussoffensive blieb harmlos. Zwar zählte die Statistik neun Torschüsse der Gastgeber, doch gefährlich waren höchstens zwei davon. Der Rest landete wahlweise auf der Tribüne oder in den Armen von Mantas Torwart Juan Pablo Segura, der einen ruhigen Abend hatte - zumindest im Vergleich zu seinem Kollegen Luís Salvadorez, der gleich zwölf Manta-Schüsse entschärfen musste.

Die Gelben Karten zeigten, dass Manta trotz aller Kontrolle auch zupacken konnte: Pedro da Costa (59.) und Xabier Viana (67.) sahen Gelb für taktische Fouls, während Ramirez (88.) auf Seiten der Gastgeber ebenfalls verwarnt wurde. "Ein bisschen Feuer gehört dazu", sagte Viana lapidar, "sonst ist Fußball ja nur Schach mit Gras."

In der Nachspielzeit versuchte Alejandro Bergantinos noch einmal alles, doch sein Schuss in der 92. Minute rauschte knapp am Pfosten vorbei. "Wenn der reingeht, sprechen wir hier von Moral", sagte der Kommentator im Stadion - und man konnte fast hören, wie Helmut Adolph innerlich "ja, aber nicht von Punkten" dachte.

CD Manta spielte den Sieg routiniert nach Hause, ohne sich auf riskante Spielereien einzulassen. Ihre Taktik blieb über 90 Minuten ausgewogen, das Passspiel diszipliniert, das Pressing minimalistisch - aber effektiv.

"Wir wollten nicht schön spielen, wir wollten gewinnen", erklärte Mantas Trainer nach Abpfiff trocken. Und das taten sie.

Deportivo Canar dagegen steht nach dieser Niederlage vor unbequemen Fragen: Warum gelingt es ihnen trotz offensiver Grundausrichtung nicht, aus den Chancen Kapital zu schlagen? Warum wirken sie ab der 60. Minute regelmäßig müde? Und was, um Himmels willen, passiert in ihren Standardsituationen?

Vielleicht sollte Coach Adolph beim nächsten Training weniger über Laufwege reden - und mehr über Wachsamkeit. Denn Fußball mag manchmal kompliziert sein, aber an diesem Abend in Canar war es ganz einfach: Wer schläft, verliert.

Und so jubelte am Ende CD Manta - clever, effizient, unaufgeregt. Deportivo Canar hingegen blickte auf die Anzeigetafel, die unbestechlich leuchtete: 1:2. Ein Ergebnis, das weh tut. Und das genau deshalb so typisch ist für eine Mannschaft, die viel will, aber noch lernen muss, wie man Spiele wirklich gewinnt.

20.12.643987 15:51
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