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Delemont wacht spät auf - Bologna rettet knappen 3:2-Sieg über die Ziellinie

Es war ein Abend, der in Delemont wohl noch länger nachhallen wird: 40.000 Zuschauer sahen im Stade de la Blancherie ein Europaliga-Qualifikationsspiel, das zwei völlig verschiedene Halbzeiten bot - und am Ende einen glücklichen Sieger aus Bologna. 3:2 hieß es nach 90 intensiven Minuten für die Italiener, die schon nach einer halben Stunde aussahen, als hätten sie das Rückspiel gleich mitgewonnen - und am Ende froh waren, dass der Schlusspfiff überhaupt kam.

AS Bologna begann furios. Schon in der 15. Minute klingelte es das erste Mal: Amaury Morais, der 33-jährige Rechtsaußen mit der Erfahrung eines Weinbauern im Spätherbst, vollstreckte eiskalt nach Vorarbeit von Ludvig Jensen. Kaum hatte sich Delemont von diesem Schock erholt, legte Christoph Engelhardt (19.) nach - wieder war Bologna über die Flügel gefährlich. Trainer Ferdinand Mayer klatschte an der Seitenlinie zufrieden in die Hände, während SC-Coach Lena-Marie Temmel auf ihrer Bank notierte, "vielleicht doch nicht ganz so offensiv" - ein Zitat, das sie später lachend bestätigte: "Ja, ich wollte’s defensiver, aber die Jungs haben mich wohl nicht gehört."

Spätestens nach dem zweiten Treffer schien Bolognas Offensivmaschine heißgelaufen. Und als Morais in der 34. Minute erneut zuschlug, wieder nach Vorlage von Jensen, war der Drops eigentlich gelutscht. 3:0 zur Pause - das riecht normalerweise nach einem ruhigen Abend für das Gastteam und nach viel Kamillentee für die Gastgeber.

Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn Spiele nicht plötzlich kippen könnten. Nach dem Seitenwechsel schien Delemont wie ausgewechselt. Vielleicht hatte Temmel in der Kabine das Wort "Würde" in Großbuchstaben an die Tafel geschrieben - oder einfach nur den Kaffee stark genug dosiert. Jedenfalls rollte eine Angriffswelle nach der anderen auf das Tor von Enrico Satriano zu. Benjamin Besson, der flinke Linksaußen, hatte deutlich genug von der Zuschauerrolle. In der 62. Minute traf er nach schöner Vorarbeit von Dimas Segura zum 1:3. Zwei Minuten später - kaum hatte der Stadionsprecher den Namen Besson zu Ende gerufen - war er schon wieder da. Diesmal nach Pass von Hugo Zabaleta, und plötzlich stand es 2:3.

"Ich dachte, wir schreiben Geschichte", grinste Besson nach dem Spiel. "Aber dann fiel mir ein, dass es leider nur 90 Minuten gibt."

Bologna wankte. Der einst souveräne Gast begann zu zittern, zu foulen und schließlich zu betteln, dass der Schiedsrichter doch bitte endlich abpfeift. Gaetano Semeraro sah in der 78. Minute Gelb, Salvador Niguez folgte ihm vier Minuten später. "Wir wollten nur den Rhythmus brechen", gab Mayer später zu. "Leider haben wir dabei fast den Ball vergessen."

Delemont drückte weiter. Dylan Dewey prüfte Satriano in der 65. Minute, Lionel Vaz köpfte in der Nachspielzeit knapp vorbei. "Ich hab den Pfosten atmen gehört", sagte Vaz nach der Partie. Und tatsächlich - viel fehlte nicht zum Ausgleich.

Stattdessen endete der Abend mit einem Ärgernis: In der 96. Minute sah Massimiliano Cervicati die Rote Karte. Ein übermotiviertes Einsteigen - vielleicht mehr Frust als Foul. "Ich wollte den Ball spielen", beteuerte er, "aber der Ball wollte nicht."

Statistisch gesehen war das Ganze fast ausgeglichen: 14 Torschüsse Delemont, 11 Bologna, Ballbesitz 49,6 zu 50,4 Prozent - Zahlen, die ein Remis rechtfertigt hätten. Doch Fußball ist kein Rechenexempel, und so reiste Bologna mit drei Punkten und leicht zittrigen Knien zurück nach Italien.

Trainer Mayer fasste es trocken zusammen: "Zwei Halbzeiten, zwei Gesichter - zum Glück zählen nur die Tore." Temmel hingegen blieb kämpferisch: "Wir haben die zweite Hälfte gewonnen. Jetzt wissen wir, dass wir sie schlagen können - und das werden wir im Rückspiel tun."

Vielleicht war dieses 2:3 für Delemont mehr als nur eine Niederlage - vielleicht der Beginn einer kleinen Europaliga-Romanze. Wenn sie so weiterspielen wie in Halbzeit zwei, könnte das Happy End noch geschrieben werden. Und falls nicht, bleibt immerhin die Gewissheit: Langeweile gibt es mit diesem Team garantiert nicht.

30.05.643990 05:09
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