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Colts galoppieren über die Workers hinweg - 4:2-Auswärtssieg in Columbus

Wenn 40.000 Zuschauer an einem frostigen Februarabend ins Columbus Stadium pilgern, dann hoffen sie auf Herzblut, Kampf - und zumindest einen Hauch von Arbeitermoral. Die Columbus Workers lieferten das auch, allerdings eher in der Kategorie "Wir bemühen uns redlich". Am Ende stand ein klares 2:4 gegen die Tombstone Colts, die mit der Präzision eines Uhrwerks und der Kaltblütigkeit alter Revolverhelden auftraten.

Schon nach zehn Minuten war klar, dass die Colts nicht zum Pferde streicheln gekommen waren. Andrew Benoi, der flinke Rechtsaußen mit der Lunge eines Marathonläufers, traf nach Vorarbeit von Charles Hennessy zur frühen Führung. "Ich hab einfach draufgehalten, bevor ich’s mir anders überlege", grinste Benoi später, als er sich die Schweissperlen von der Stirn wischte.

Und kaum hatten die Workers den Schock verdaut, klingelte es erneut - diesmal drehte Hennessy selbst den Colt. Nach einem präzisen Zuspiel von Rechtsverteidiger Marc Fouquet setzte der 34-Jährige den Ball ins lange Eck. In der elften Reihe soll ein Fan gerufen haben: "Der Kerl ist doch älter als mein Auto - und trifft besser!"

Die Workers brauchten 20 Minuten, um sich zu fangen. Dann fand Luke Greenwald endlich den Mut, das Leder klug in die Tiefe zu stecken - Thomas Satchmore lief ein, blieb cool und verkürzte in der 29. Minute auf 1:2. Das Stadion erwachte, Bierbecher flogen, Hoffnung lag in der Luft. Trainer Noel Dabelstein brüllte: "Jetzt seid ihr im Spiel!" - und für einen Moment glaubte man ihm.

Doch die Realität, diese gnadenlose Gegnerin, blieb unbeeindruckt. Die Tombstone Colts kontrollierten das Geschehen mit 60 Prozent Ballbesitz, kombinierten ruhig, während Columbus hinterherlief wie Lehrlinge beim Schichtwechsel. Selbst Dabelsteins Halbzeit-Umstellung auf offensives Kurzpassspiel brachte zunächst nur mehr Laufarbeit - und kalte Füße.

Nach Wiederanpfiff wehte dann tatsächlich ein frischer Wind über den Platz. Gabri Yaguez, der quirligste Linksmittelfeldspieler der Liga, traf in der 53. Minute zum 2:2-Ausgleich. Der Jubel war ohrenbetäubend. "Ich wollte einfach was bewegen - und sei’s nur die Anzeigetafel", witzelte Yaguez später. Doch kaum hatten die Workers den Gleichstand auf der Uhr, da kam der nächste Nackenschlag: Ethan Dennehy zog vier Minuten später aus 20 Metern ab - 3:2 für Tombstone. Joshua Morriss hatte mustergültig vorbereitet, die Workers schauten sich nur gegenseitig an, als wollten sie fragen, wer das eigentlich verteidigen sollte.

Von diesem Moment an war klar, dass die Partie in Richtung Westen entschwand - dorthin, wo die Colts zuhause sind. Columbus versuchte es mit wütenden Angriffen, aber neun Torschüsse sind eben neun Versuche, nicht neun Treffer. Besonders Harry Thackeray scheiterte zweimal aus bester Position (73. und 74. Minute), während auf der Gegenseite Hennessy in der 75. Minute wieder zuschlug. Nach Vorarbeit von Morriss schob er den Ball lässig ins Netz - 4:2, die Entscheidung.

"Wenn du Hennessy so frei lässt, kannst du gleich die Kabine aufschließen", murmelte Dabelstein nach dem Spiel ins Mikrofon, halb bewundernd, halb verzweifelt. Sein Gegenüber, Hendrik Seeger, grinste breit: "Wir wollten offensiv spielen - und das hat ganz gut geklappt. Vielleicht zu gut für ihre Verteidiger."

Kurz vor Schluss wurde es noch ungemütlich: Yaguez verletzte sich in der 87. Minute und humpelte vom Platz, während Tombstones Jordi Antolinez in der Nachspielzeit noch Gelb sah - vermutlich aus purer Langeweile.

Die Statistik sprach ohnehin eine deutliche Sprache: 15:9 Torschüsse, 60 zu 40 Prozent Ballbesitz, leicht bessere Zweikampfquote der Gäste. Die Workers liefen viel, aber meistens hinterher.

Und so blieb nach 90 Minuten der Eindruck eines Spiels, das nie ganz kippen wollte. Die Colts waren einfach zu abgeklärt, zu abgebrüht - und hatten in Hennessy einen Mann auf dem Platz, der den Unterschied machte. Zwei Tore, eine Vorlage, und vermutlich die coolste Frisur des Abends.

In der Mixed Zone fasste Workers-Stürmer Satchmore das Dilemma mit einem müden Lächeln zusammen: "Wir waren nicht schlecht - sie waren nur besser. Und schneller. Und vielleicht auch hübscher."

Ein Satz, der alles sagt. Die Columbus Workers müssen sich jetzt neu sortieren, während die Tombstone Colts mit stolz geschwellter Brust zurück in den Sonnenuntergang reiten - vier Tore im Gepäck und das Gefühl, dass man an diesem Abend einfach alles richtig gemacht hat.

Kurz gesagt: Die Workers arbeiteten, die Colts trafen. Und der Rest war - wie so oft - Statistik.

30.08.643990 11:57
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