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Clarets siegen eiskalt am Meer - Burnley bestraft Blackpools Harmlosigkeit

Ein kalter Wind fegte am Montagabend vom Irischen Meer über das Bloomfield Road Stadium, aber das, was die 25.659 Zuschauer wirklich frösteln ließ, war weniger das Wetter als die bittere Kälte der Effizienz, mit der Burnley die Blackpool Seasiders auseinandernahm. 0:2 hieß es am Ende - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber in Wahrheit ein Lehrstück über Chancenverwertung und Disziplin war.

Dabei begann alles wie ein typisch englischer Winterabend: Nebel über dem Rasen, die Fritten dampfend, die Fans singend. Und dann, nach gerade einmal 17 Minuten, der erste Stich ins Herz der Heimfans. Laurent Saint-Pierre, Burnleys quirliger Rechtsaußen, erwischte einen Abpraller an der Strafraumkante und drosch ihn mit der Entschlossenheit eines Mannes, der sich vorgenommen hat, heute nicht zu frieren, ins Netz. 1:0 für die Clarets. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Saint-Pierre später, "der Ball hat das Nötige getan."

Blackpool, angetreten mit einer klar offensiven Ausrichtung, versuchte zu antworten - aber wie so oft in dieser Saison blieb es beim Versuch. Ashton Chamberlain prüfte Burnley-Keeper Vincent Landseer zweimal aus der Distanz (30. und 49. Minute), doch der Schlussmann reagierte mit der stoischen Ruhe eines Mannes, dem selbst ein Tornado nichts anhaben würde. "Ich hab die Sonne im Rücken vermisst", witzelte Landseer, "aber wenigstens hat’s nicht geregnet."

Burnley dominierte das Mittelfeld, angetrieben vom jungen Adrian Espinosa, der sich aufführte, als hätte er den Ball persönlich erfunden. Der 23-Jährige lenkte das Spiel mit Übersicht und Selbstvertrauen - und krönte seine Leistung in der 59. Minute mit dem entscheidenden Treffer. Nach feiner Vorarbeit von Romeo Filipescu schlenzte Espinosa den Ball aus 18 Metern ins linke Eck - ein Tor, das man in Burnley wohl noch ein paar Wochen auf Dauerschleife sehen wird.

"Das war so ein Moment, in dem du einfach weißt, dass du ihn triffst", sagte Espinosa später, während Trainer Jan Reckert im Hintergrund nur trocken anmerkte: "So haben wir das im Training 27 Mal probiert - und 26 Mal ging’s daneben." Sarkasmus als Stilmittel des Erfolgs, könnte man sagen.

Die Seasiders? Sie kämpften weiter, aber ohne Zielwasser. Daniel Coelho hatte eine gute Gelegenheit (50.), Salvador Perales eine bessere (60.), doch immer war ein Burnley-Bein oder der überragende Landseer dazwischen. Blackpool brachte es auf sechs Torschüsse - Burnley auf sechzehn. Das Verhältnis sprach Bände.

Und dann kam die 64. Minute, die beinahe zur Wende hätte werden können: Burnleys Rechtsverteidiger Ivar Bertelsen sah nach einem ungeschickten Einsteigen gegen Perales die Rote Karte. Schon zuvor hatte er Gelb gesehen - es war also eine Frage der Zeit, wann die Sicherung durchbrennt. "Ich hab den Ball gespielt", behauptete Bertelsen hinterher mit einer Miene, die selbst seinem Trainer ein Schmunzeln abrang. "Ja, den Ball - und den halben Oberschenkel dazu", kommentierte Reckert trocken.

Trotz Unterzahl hielt Burnley das Spiel souverän unter Kontrolle. Blackpool war zwar bemüht, aber man hatte den Eindruck, dass sie noch eine Stunde hätten weiterspielen können, ohne den Ball über die Linie zu bekommen. Trainer der Seasiders - der Name wurde nicht überliefert, aber seine Körpersprache sprach Bände - brüllte, gestikulierte, und ließ schließlich resigniert die Schultern hängen. "Wir haben’s versucht, aber Fußball ist kein Versuchsfeld", meinte er später mit einem bitteren Lächeln.

Zweimal Gelb, einmal Rot, zwei Tore - das war die nüchterne Bilanz eines Spiels, das mehr versprach, als es hielt. Burnley hatte ein bisschen mehr Ballbesitz (52,5 Prozent), gewann etwas mehr Zweikämpfe (54 Prozent) und hatte vor allem: mehr Zielstrebigkeit.

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten die mitgereisten Burnley-Fans, während die Blackpool-Anhänger den Mantel enger zogen und murmelten: "Immerhin war der Fisch gestern besser."

Am Ende bleibt ein Sieg, der Burnley in der Tabelle weiter nach oben spült - und Blackpool mit der Erkenntnis zurücklässt, dass auch ein offensiver Plan nicht hilft, wenn man das Tor nicht trifft. Oder, wie Espinosa es formulierte, während er den Spielball unter den Arm klemmte: "Manchmal reicht’s, wenn du einfach mehr willst - und weniger frierst."

Ein frostiger Abend, zwei eiskalte Tore - und ein verdienter Sieger. Burnley Clarets, das Team mit dem warmen Herzen und den kalten Füßen.

06.03.643987 13:15
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